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Lesedauer 5 Min.

Gerald Charles: Masterlink Perpetual Calendar und Maestro GC Sport Tennis White – Neuheiten 2026

Gerald Charles präsentierte sich auf der Watches and Wonders 2026 in zwei unterschiedliche Facetten: sportlich mit der Maestro GC Sport Tennis und betont uhrmacherisch mit dem Masterlink Perpetual Calendar, der bislang komplexesten Komplikation der Marke.
Gerald Charles: Masterlink Perpetual Calendar

Gerald Charles: Masterlink Perpetual Calendar

© Gerald Charles

Gerald Charles zeigte auf der Watches and Wonders 2026 die duale Ausrichtung der Marke: hochkomplexe Komplikationen auf der einen Seite, technisch orientierte Sportuhren auf der anderen. Dafür stehen die wichtigsten Neuheiten, die Masterlink Perpetual Calendar und die Maestro GC Sport Tennis White.

Mit der Masterlink Perpetual Calendar stellt Gerald Charles die bislang komplexeste Uhr seit der Neugründung der Marke vor: einen asymmetrischen ewigen Kalender mit Mikrorotor. Das automatisch aufziehende Kaliber GCA11000 wurde intern in Zusammenarbeit mit Spezialisten entwickelt. Anders als bei vielen geformten Uhren wurde hier zuerst das Werk entwickelt und anschließend das Gehäuse darum konstruiert. Allerdings stand die grundsätzliche Gehäuseform mit der Auswölbung bei 6 Uhr natürlich fest, und das erlaubte ein besonders großes Hilfszifferblatt von Datum und Mondphase. 

Gerald Charles: Masterlink Perpetual Calendar, Vorder- und Rückseite

Werksarchitektur mit Elementen der Genfer Topografie: Masterlink Perpetual Calendar

© Gerald Charles

Gerald Charles hatte dabei den Anspruch, kein rundes Kaliber, sondern ein Formkaliber in das ikonische Gehäuse einzupassen. Tatsächlich folgt das Kaliber der asymmetrischen Geometrie des Masterlink-Gehäuses. Dadurch entsteht eine enge Verzahnung von Werk und Gehäuse, ohne die sonst üblichen „toten Räume“. Das Automatikkaliber ist mit einem Mikrorotor aus Gold ausgestattet und bietet eine Gangreserve von 50 Stunden.

Keine Fenster, sondern 3 Hilfszifferblätter

Der ewige Kalender zeigt seine Informationen über drei große, nicht konzentrische Hilfszifferblätter. Bei 9 Uhr findet sich der Wochentag, das Zeigerdatum inklusive Mondphase, das Unterzifferblatt bei 3 Uhr wiederum ist Monat und Schaltjahr gewidmet. Der Kalender ist mechanisch so programmiert, dass er mehr als 100 Jahre ohne Korrektur läuft. Präziser als üblich ist die Mondphasenanzeige: Während die meisten Systeme mit 59 Zähnen arbeiten, nutzt Gerald Charles ein Rad mit 135 Zähnen. Dadurch bewegt sich die Mondphase in deutlich kleineren Schritten und wirkt nahezu kontinuierlich. Gleichzeitig erfordert diese Konstruktion extrem präzise gefertigte Komponenten, darunter ein federnder Hebel, der dünner als ein menschliches Haar ist.

Gerald Charles: Masterlink Perpetual Calendar mit geschlossenem Zifferblatt

Gerald Charles: Masterlink Perpetual Calendar mit geschlossenem Zifferblatt

© WatchTime

Gehäuse und Materialien

Das Gehäuse misst 40 x 40 mm und besteht aus Grade-5-Titan. Es kombiniert drei Oberflächenbearbeitungen: eine sandgestrahlte, gehärtete Oberfläche namens "Darkblast", gebürstete Flächen und polierte Kanten. Mit 10 mm Höhe bleibt die Uhr vergleichsweise flach und erreicht trotz ihrer komplexen Geometrie eine Wasserdichtigkeit von 100 Metern – ungewöhnlich für einen ewigen Kalender. Getragen wird der ewige Kalender an einem integrierten Gliederband aus Titan mit unterschiedlichen Finissierungen.

Zifferblattvarianten und Finissierung

Zur Markteinführung gibt es zwei Varianten: ein Modell mit zweistufigem, grau fumiertem Zifferblatt und eine skelettierte Version mit Saphirstruktur. In beiden Fällen wird das Werk mit Perlage, Genfer Streifen (gerade und geschwungen) sowie handpolierten Anglierungen finissiert. Besonders auffällig ist die Gestaltung der Werkbrücken auf der Rückseite, die die Topografie von Genf in abstrakter Form darstellen, inklusive Rhone, Straßenraster und Standort der Manufaktur.

Gerald Charles: Masterlink Perpetual Calendar mit offenem Zifferblatt

Bei zwei Uhr erkennt man die Schaltjahresanzeige.

© Gerald Charles

Bedienung und Ergonomie

Die Einstellung erfolgt über vier Drücker im Gehäuse. Die gesamte Konstruktion folgt dem sogenannten Ergonteq-Prinzip, das auf mathematischen Modellen der Handgelenksform basiert und Komfort sowie Tragbarkeit optimieren soll. Die Preise liegen bei 63.000 Schweizer Franken für das Modell mit geschlossenem bzw. 70.000 Franken für die Uhr mit offenem Zifferblatt.

Gerald Charles: Maestro GC Sport Tennis White

Gerald Charles: Maestro GC Sport Tennis White

© Gerald Charles

Maestro GC Sport Tennis White: Sportliche Präzision

Die zweite Neuheit, die Maestro GC Sport Tennis White, ist als leistungsorientierte Sportuhr konzipiert und betont die Verbindung der Marke zum Tennissport. Das Modell orientiert sich bei Zifferblatt und Band an der traditionellen All-White-Ästhetik des Rasentennis. Auch bei dieser Uhr spielt Ergonteq eine bedeutende Rolle: Die Geometrie von Gehäuse, Bandanstößen und Armband ist darauf ausgelegt, einen maximalen Kontakt zum Handgelenk herzustellen und die Stabilität bei Bewegung zu erhöhen. Nicht zufällig ist auch die Krone auf der linken Seite positioniert. Diese Anordnung verhindert, dass sie beim Tragen – insbesondere bei sportlicher Bewegung – in den Handrücken drückt. Das Gehäuse besteht aus Darkblast-Titan und wurde zusätzlich gehärtet. So ist die Oberfläche zum einen laut Hersteller bis zu zehnmal kratzresistenter. Und zum anderen mit 64 Gramm so leicht, dass sie beim Tennisspielen nicht stört. Zudem erreicht die Maestro GC Sport Tennis White eine Wasserdichtheit bis 100 Meter.

Gerald Charles: Maestro GC Sport Tennis White Boden

Offener Boden: Gerald Charles Maestro GC Sport Tennis White

© Gerald Charles

Automatikwerk mit 50 Stunden Gangreserve

Im Inneren arbeitet das automatische Manufakturkaliber GCA2001. Es verfügt über eine Gangreserve von rund 50 Stunden – etwas mehr als die bekannten Großserienkaliber.

Beim Zifferblatt hat Gerald Charles sich nicht für ein reines Weiß entschieden, sondern für eine strukturierte Oberfläche mit leichtem Dégradé-Effekt, d. h., es wird zum Rand hin dunkler. Die Zeiger in Baton-Form sind für eine ideale Nachtablesbarkeit mit Superluminova belegt. Getragen wird die Tennisuhr an einem weißen Velcro-Armband. Es ist leicht, atmungsaktiv und lässt sich leicht und ohne Werkzeug austauschen.

Die Maestro GC Sport Tennis White ist auf 200 Exemplare limitiert. Den genauen Preis kommuniziert Gerald Charles nicht, er liegt nach unseren Informationen grob um die 20.000 Euro.

Gerald Charles: Maestro GC Sport Tennis White Wristshot

Livebild von der Watches and Wonders: Maestro GC Sport Tennis White

© WatchTime
Gérald Charles Watches and Wonders

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