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Jaeger-LeCoultre: Master Control, Tourbillon und Reverso-Kunst

JLC stellt seine Neuheiten vor: vom Master Control Chronometre bis zum Triple-Axis-Tourbillon, samt neuem HPG-Siegel, integrierten Amband und Hokusai-Email.
Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Perpetual Calendar

Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Perpetual Calendar

© Jaeger-LeCoultre

Jaeger-LeCoultre hat für 2026 mehr als nur ein Produktupdate vorgelegt. Die Gesamtheit der Neuheiten lässt sich in drei Strategiestränge gliedern: erstens der ernsthafte Eintritt in das Integrated-Bracelet-Segment mit drei neuen Master-Control-Modellen, zweitens die Überarbeitung eines der horologisch bedeutendsten Tourbillon-Kalibers der Manufaktur, und drittens ein breites Ausrollen der Reverso als Träger für Métiers-Rares-Arbeiten. Die Revue reicht von der 38-Millimeter-Dresssportwatch bis zum auf 20 Stück limitierten Triple-Axis-Tourbillon mit Platingehäuse. 

Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Date Power Reserve

Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Date Power Reserve

© Jaeger-LeCoultre

Master Control Chronometre Date Power Reserve

Das Eröffnungsmodell der neuen Kollektion ist gleichzeitig das technisch mutigste. Der Grund: Jaeger-LeCoultre hat für dieses Modell ein vollständig neues Manufakturwerk entwickelt, Kaliber 738, das eine Kombination aus Gangreserveanzeige und Datum trägt, in einem automatischen, nur 4,97 Millimeter flachen Selbstaufzugskaliber mit 70 Stunden Reserve und 4-Hz-Frequenz. Das Zifferblatt nimmt die Grundstruktur der Futurematic von 1951 auf, einer der frühesten Jaeger-LeCoultre-Uhren mit automatischem Aufzug und zwei kreisförmige Hilfszifferblätter auf der 9-Uhr/3-Uhr-Achse: links die Gangreserve mit einer roten Markierung, die das Ende der Reserve anzeigt, rechts das Datum. Beide Subdials im gleichen Blaugrauton wie das Hauptblatt, mit Azuré-Oberfläche aus eingraviertem Kreismuster.

Das Gehäuse misst 39 Millimeter, hate eine Höhe von 8,9 Millimeter, und ist aus Edelstahl gefertigt mit vollintegriertem Dreireihenband und Doppelfaltschließe. Die Verarbeitung soll polierte und satinierte Oberflächen kombinieren, mit dem typischen Kontrast zwischen Lünette und Bandansätzen. Das Modell ist einzig in Stahl erhältlich, hier gibt es (noch) keine Edelmetallvariante. Das positioniert das Modell mit einem Preis von 17.500 Euro klar als Einstiegspunkt der Kollektion.

 

Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Perpetual Calendar, Kaliber 868

Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Perpetual Calendar, Kaliber 868

© Jaeger-LeCoultre

Master Control Chronometre Perpetual Calendar 

Der ewige Kalender ist die komplexeste Komplikation der Kollektion und bedient eine Käuferschicht, die funktionale Vollständigkeit über ästhetische Reduktion stellt. Das Kaliber 868 mit nur 4,72 Millimeter Höhe überzeugt mit 70 Stunden Gangreserve. Es zeigt Jahr, Monat, Wochentag, Datum und Mondphase an. Alle Kalenderzeiger lassen sich über einen einzigen Korrektor simultan verstellen, was im Alltag einen erheblichen Komfortvorteil bietet. Die Mechanik erfordert keine manuelle Korrektur bis 2100, solange die Uhr aufgezogen bleibt. Das Zifferblatt legt die vier Kalenderinformationen in ebenfalls vier Unterzifferblättern ab: 12 Uhr zeigt Monat und Jahr, 3 Uhr den Wochentag, 9 Uhr das Datum, 6 Uhr die Mondphase. 

Bei der Edelstahlversion ist das Mond-Applikation aus Platinblatt (999/1.000), bei der Roségoldausführung aus gehämmertem Gold (958/1.000). Das klingt wie ein Nebendetail, ist aber handwerklich bedeutsam, weil es eine aufwendigere Fertigung verlangt als die üblichen Druckguss-Mondscheiben. Angeboten wird die Uhr in Stahl (blaugraues Gradient-Zifferblatt) sowie 18K Roségold (bronzefarbenes Dial). Beide Varianten werden am integrierten Band des jeweiligen Metalls getragen. Kostenpunkt: 47.100 Euro in Stahl, die Rotgold-Variante kommt auf circa 80.000 Euro.

Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Date

Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Date

© Jaeger-LeCoultre

Master Control Chronometre Date 

Das schlankste Modell der Kollektion: 38 Millimeter Durchmesser, 7,9 Millimeter Bauhöhe. Dahinter steckt das Kaliber 899 in seiner aktuellsten Version, Automatik, mit 70 Stunden Gangreserve und Datumsfenster bei 3 Uhr. Keine weitere Komplikation. Das ist konsequente Reduktion, und es ist die Uhr, die am breitesten getragen werden kann. Durchmesser von 38 Millimeter liegen heute im Zentrum der Nachfrage.

Das Zifferblatt ist in Blaugrau (Stahl) oder Bronze (Roségold) erhältlich, jeweils als Sunray-Brushing mit Farbverlauf von innen nach außen. Ergänzt wird das Design von Dauphine-Zeigern in der Zentrallage. Das integrierte Band wird von einer Doppelfaltschließe ergänzt. Die Referenz Q4158120 (Stahl) dürfte die volumenstärkste Auskopplung der neuen Master-Control-Chronometre-Kollektion werden. Die Edelstahlversion ist mit 14.600 Euro sogar noch günstiger als die Power Reserve-Variante, dazu ist aber eine Variante in Roségold erhältlich, die mit 54.000 Euro zu Buche schlägt.

Jaeger-LeCoultre Master Grande Tradition Tourbillon Jumping Date

Jaeger-LeCoultre Master Grande Tradition Tourbillon Jumping Date

© Jaeger-LeCoultre

Master Grande Tradition Tourbillon Jumping Date

Das Kaliber 978 hat bereits eine beachtliche Biografie: Es gewann 2009 den ersten modernen Chronometriewettbewerb, einen 45-tägigen Dauertest, der von zwei unabhängigen Institutionen überwacht wurde und neben Ganggenauigkeit auch Stossfestigkeit und Magnetfeldresistenz prüfte. Damals in einem weniger zugänglichen Gehäuse verbaut, bekommt das Kaliber jetzt eine neue Chance in zeitgemäßerer Form. Jaeger-LeCoultre hat die Bewegungsarchitektur vollständig überarbeitet: 305 Komponenten, das Zifferblatt ist offen gearbeitet, ein Fenster gibt die Sicht frei auf den Tourbillonkäfig (77 Komponenten, unter 0,5 Gramm), auf den 24-Stunden-Disk und den Datumstreiber. Letzterer sitzt bei 9 Uhr und ist durch eine zusätzliche Öffnung sichtbar. So lässt sich beobachten, wie der Mechanismus den Datumszeiger bei Mitternacht des 15. eines jeden Monats um fast 90 Grad überspringen lässt, um die Tourbillonöffnung freizuhalten. Das ist eine Konstruktion, die Funktion und Schauwert verbindet, ohne dass einer dem anderen untergeordnet wäre. Die 24-Stunden-Scheibe kann unabhängig von Stunden- und Minutenzeiger verstellt werden und funktioniert somit auch als eigenständige Zweitzeitzone. Das ist eine unterschätzte Komplikation in einem Tourbillon-Kontext. Die Gangreserve beträgt 45 Stunden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die weißgoldenen Tourbillonbrücken. Sie erhalten eine Berçage-Politur: Der halbmondförmige Querschnitt entsteht durch eine Brenneisenbewegung. Das Verfahren ist aufwendig, selten und kaum industriell skalierbar. Durch den Glasboden sichtbar sind auch die Côtes-de-Genève-Soleillé-Finissierung der Brücken, radiale Streifen, die zur Grundplattenform korrespondieren. Das Zifferblatt trägt ein Gerstenkorngravur-Muster auf einem Roségold-Träger, überschichtet mit blauer durchschneinender Emaille. Der Datumszeiger hat einen roten JL-Anker, dazu setzt ein roter Pfeil auf dem 24-Stunden-Hilfszifferblatt ebeso Akzente. Die Farbakzente sind sparsam, aber konsequent eingesetzt. Das Gehäuse ist in 18K Roségold gefertigt, misst 42 Millimeter bei 12,5 Millimeter Höhe. Limitiert auf 100 Stück, Referenz Q4202480. Der Preis: circa 130.000 Euro

Jaeger-LeCoultre Master Hybris Inventiva Gyrotourbillon À Stratosphère

Jaeger-LeCoultre Master Hybris Inventiva Gyrotourbillon À Stratosphère

© Jaeger-LeCoultre

Master Hybris Inventiva Gyrotourbillon À Stratosphère

Das ist die aufwendigste horlogische Aussage des Jahres, nicht nur für Jaeger-LeCoultre. Das Kaliber 178 beherbergt einen Triple-Axis-Tourbillon mit 189 Komponenten und einem Gesamtgewicht von 0,783 Gramm. Die drei Titankäfige rotieren auf X-, Y- und Z-Achse mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten: innerer Käfig 20 Sekunden, mittlerer Referenzkäfig 60 Sekunden, äußerer Käfig 90 Sekunden. Das Ergebnis: 98 Prozent aller möglichen Lagen werden abgedeckt. Kein anderer 4-Hz-Tourbillon auf dem Markt erreicht derzeit diesen Wert. Der Vergleich ist relevant, weil Präzision bei Tourbillons üblicherweise in Zusammenhang mit der Frequenz steht: Höhere Frequenzen reduzieren den Einfluss kurzzeitiger Störungen, mehrere Rotationsachsen reduzieren den Gravitationseinfluss in unterschiedlichen Körperlagen. Die Unruh-Feder ist zylindrisch, was eine konzentrische Schwingung in jeder Lage garantiert, unabhängig von Amplitude, Position oder Gangreservezustand. Die Lagerung erfolgt auf Keramikrollenlagern, was Reibung und Verschleiß minimiert. Mehrere Patente sind für das Kaliber 178 angemeldet. Das Handaufzugskaliber hat eine Gangreserve von 72 Stunden.

Die dekorative Verarbeitung des Kalibers ist ebenso aufwendig. 16 verschiedene Oberflächentechniken wurden angewendet, darunter Guilloché, Emaillierung, Galuchat-Lakierung, Diamantpolitur und Sonnenschliff. 65 Stunden allein werden für die Handarbeit von 55 Einzelkomponenten, darunter 20 Brücken, 18 Käfigteile und 11 Räder verbucht. Alle 64 Innenwinkel wurden von Hand verfeinert. 33 Komponenten sind aus massivem Gold. 

Das Zifferblatt in 18K Weißgold ist mit Sunray-Guilloché bearbeitet und mit transluzid-blauem Email überzogen. Die sichtbaren Weißgoldbrücken sind mit blauem Lack gefüllt, ebenso die Federhauskappen bei 2 und 10 Uhr. Das Ergebnis: Die Grenze zwischen Zifferblatt und Werk löst sich vollständig auf. Behaust wird die Referenz Q5306480 in einem Platingehäuse (950/1.000), welches 42 Millimeter misst bei 16,15 Millimeter Bauhöhe. Blaues Alligatorlederband mit 18K Weißgoldschließe. Limitiert auf 20 Stück, Referenz Q5306480. Bei diesme Modell müssen Sie mit einem Preis von 600.000 Euro exklusive Steuern rechnen.

Jaeger-LeCoultre Master Hybris Mechanica Ultra Thin Minute Repeater

Jaeger-LeCoultre Master Hybris Mechanica Ultra Thin Minute Repeater

© Jaeger-LeCoultre

Master Hybris Mechanica Ultra Thin Minute Repeater 

Das Kaliber 362 bleibt das flachste automatische Minutenrepetitionstourbillon der Welt. Dieser Titel besteht seit 2014 und sieht bisher keinen Herausforderer. Die 2026er Neuheit ist eine neue Interpretation desselben Kalibers, jetzt in einem überarbeiteten Gehäuse, das sich an den Designcodes der Master-Grande-Tradition-Linie orientiert. Was das Kaliber technisch auszeichnet: Die Minutenrepetition ist nicht als Aufbaukaliber auf ein Basiswerk montiert, sondern von Anfang an als integraler Bestandteil der Bewegungsarchitektur entwickelt worden. Das Schlagwerk belegt etwa ein Drittel des Gesamtvolumens und ist direkt in die Grundplatte eingearbeitet. Die Hämmer folgen dem Trebuchet-Prinzip: artikulierte Gelenkmechanik, die die Schlaggeschwindigkeit erhöht und damit Klangvolumen und -reinheit verbessert. Die Gongs sind einteilig, quadratisches Querschnittsprofil, optimiert auf tonale Reinheit. 

Ein weiteres Patent: das Silent-Timelapse-Reduction-System, das die Pause zwischen dem letzten Stundenton und den ersten Minutentönen auf ein Minimum reduziert. Das klingt nach einem Detail, ist aber für das Hören des Repetierens entscheidend. Das fliegende Tourbillon mit 59 Komponenten und 0,248 Gramm hat keine Oberbrücke. Die patentierte S-förmige Spirale ist dazu vollständig sichtbar. Die Grundplattenöffnung und die drei Saphirbrücken (jeweils mit 18K-Roségold-Chatons für die Rubine) schaffen eine fast vollständige Transparenz des Kalibers. Für die 537 Komponenten beträgt der Zusammenbau sieben Wochen. Das Gehäuse aus 18K Roségold hat einen Durchmesser von 41,4 Millimeter bei 8,25 Millimeter Bauhöhe. Das offengearbeitete Weißgoldzifferblatt unterliegt einer ringförmigen Anordnung um das Kaliber. Der periphere Rotor ist auf 36 Keramikrollenlagern gehoben, die Gangreserve beträgt 42 Stunden. Die Referenz Q13125S2 wird am braunen Alligatorband mit Roségoldschließe getragen. Limitiert auf 10 Stück. Kostenpunkt: 640.000 Euro exklusive Steuern.

Jaeger-LeCoultre Reverso One ‘Hibiscus Syriacus’

Jaeger-LeCoultre Reverso One ‘Hibiscus Syriacus’

© Jaeger-LeCoultre

La Vallée des Merveilles: Reverso One in drei Métiers-Rares-Ausführungen 

Mit der neuen Kapselkollektion La Vallée des Merveilles führt Jaeger-LeCoultre eine eigene Unterlinie für Métiers-Rares-Stücke ein, die ausserhalb der Hybris-Hierarchie operiert. Das erste Kapsel umfasst drei neue Reverso-One-Modelle, die Hawaii und Japan als Bildthemen verwenden. 

  • Reverso One Hibiscus Syriacus Rückseite: Ein Akialoa-Vogel trinkt Nektar aus einer blauen Hibiskusblüte. Das Bild ist zweilagig aufgebaut: Hintergrundebene mit blauem Lack auf wellenförmig gravierten Linien, die Vordergrundebene ist mit Grand-Feu-Champlevé-Email aus dem Gehäusemetall herausgearbeitet. Der Vogel in Miniaturmalerei besticht mit neun Metalloxidpigmentfarben, das Laub in mehrfach überlagerten transluzid und opaken Emailschichten. Der Pistill der Blüte ist in 24-Karat-Blattgold-Paillonné gefasst. Das Kunstwerk ist in einem 18K Roségoldgehäuse mit 335 Grain-Set-Diamanten untergebracht. Optional ist ein vollständig diamantbesetztem Roségoldband (384 weitere Steine) erhältlich. 
  • Reverso One Hibiscus Rosa: Selbes Gehäuse, anderes Bildprogramm: Im Vordergrund der rote Hibiskus, die Nationalblume Hawaiis. Das Rot ist horlogisch relevant, weil Metalloxide bei Grand-Feu-Temperaturen (bis 800 Grad) schnell ins Braune kippen. Neun Emailschichten sind nötig, um das gewünschte Sättigungsniveau zu halten. Zusätzlich sind 489 Snow-Set-Diamanten in neun verschiedenen Größen angebracht. Die Snow-Setting-Technik täuscht eine zufällige Streuung vor, jede Position des Steins wird jedoch so gewählt, dass das Metall des Untergrundes nahezu verschwindet. Insgesamt bedeutet dies über 130 Stunden Métiers-Rares-Arbeit pro Uhrenkopf.
  • Reverso One Sakura: 18K Weißgold mit 18K Weißgoldband. Rückseitig zeigt sich ein japanesischer Kranich an einem Seeufer unter Kirschblütenzweigen. Die weißen Körperfedern des Kranichs in Snow-Setting mit Diamanten sind erstmals mit zweifarbigen Saphiren kombiniert, um das Spiegeln von Sonnenlicht auf dem Wasser zu simulieren. Dazu kommen 269 Diamanten und 395 Saphire, gleichbdeutend mit 125 Stunden Fassarbeit. Der Emailleur hat seine eigenen Pinsel für die Detailmalerei angefertigt, die Nackenfedern wurden mit Einhaarpinsel ausgeführt. 

Alle drei Modelle haben die Masse von 40 x 20 Millimeter, bei 9,09 Millimeter Höhe. angtrieben werden die Uhren vom Kaliber 846 (Handaufzug) mit 50 Stunden Reserve. Limitiert auf je 20 Stück. Der Startpreis der Kollektion liegt bei circa 130.000 Euro, das teuerste Modell Hibiscus Rosa mit Voll-Diamantbesatz kommt auf über 200.000 Euro.

Jaeger-LeCoultre Reverso Tribute Enamel Hokusai Waterfalls

Jaeger-LeCoultre Reverso Tribute Enamel Hokusai Waterfalls

© Jaeger-LeCoultre

Reverso Tribute Enamel Hokusai Waterfalls: Die letzten vier 

Jaeger-LeCoultre vervollständigt 2026 die seit 2021 laufende Reverso-Tribute-Enamel-Serie rund um Hokusais Wasserfall-Serie. Die vier Schlusstücke zeigen den Rōben-Wasserfall in der Provinz Sagami, den Kiyotaki-Kannon-Wasserfall am Tōkaidō, den Yōrō-Wasserfall in der Provinz Mino und die Fälle von Aoigaoka in der östlichen Hauptstadt. Hokusais Zyklus ist vor allem interessant, weil er zu den frühesten Anwendungen des preußischen Blaus in der japanischen Druckkunst gehört. Dieses Pigment, ursprünglich 1704 in Berlin synthetisiert, erreichte Japan im frühen 19. Jahrhundert und bot eine Tiefe und Permanenz, die pflanzliche Indigofarben nicht erreichen konnten. Hokusai war ein früher und konsequenter Verwender, die Wasserfallserie zeigt diesen Einsatz mit hohem Blauanteil. Die Umsetzung auf den Reverso-Rückseiten erfolgt in der Genfer Miniaturmalerei-Technik: mindestens 14 Emailschichten, jede einzeln bei 800 Grad gebrannt, insgesamt 80 Stunden Arbeit pro Stück. 

Das Reproduzieren des Bokashi-Effekts (gradueller Farbverlauf in Holzschnittdrucken) im Email ist eine der anspruchsvollsten Übertragungsaufgaben in der Emailmalerei überhaupt. Bemerkenswert: Die japanischen Originalunterschriften in den Bildkartuschen sind auf einer Fläche von 2 cm² handgeschrieben und noch lesbar. Die Vorderzifferblätter tragen jeweils ein anderes Guilloché-Muster, das thematisch auf das Rückseitenbild abgestimmt ist: Gerstekorngravur (Rōben, 147 Stiche), Wellengravur (Kiyotaki, 198 Stiche), Bambusmuster (Yōrō, 144 Stiche), Fischgrätgravur (Aoigaoka, 360 Stiche). Über das Guilloché-Motiv werden vier bis fünf Schichten durchscheinende Email aufgetragen. Alle vier Modelle sind in 18K Weißgoldgehäuse gefertigt, die Größe beträgt 45,6 x 27,4 Millimeter, bei 9,73 Millimeter Höhe. Angetrieben werden die Uhren vom Kaliber 822 mit Handaufzug (2,94 Millimeter Höhe), die Gangreserve beträgt 42 Stunden. Die Serie ist je mit einem schwarzen Alligatorband oder emit dem im letzten Jahr vorgestellten Milanesarmband – nun erstmals in Weißgold - kombinierbar. Limitiert auf je 10 Stück. Ab mindestens 140.000 Euro wechselt die Uhr dauerhaft an Ihr Handgelenk.

Gesamtbild: Was 2026 für Jaeger-LeCoultre bedeutet 

Selten hat eine einzelne Manufaktur in einem Jahr ein derart breites Spektrum an Komplexitätsniveaus abgedeckt: von der 38-Millimeter-Dresssportwatch für den gehobenen Alltag bis zum Triple-Axis-Tourbillon auf Platinbasis in 20 Exemplaren. Jaeger-LeCoultre adressiert in der Master-Control-Chronometre-Kollektion einen Markt, der bislang weitgehend von Patek Philippe, Audemars Piguet und Vacheron Constantin dominiert wird, und tut das mit einem neuen HPG-Siegel als eigenem Qualitätsmerkmal. Es zertifiziert neben der Finissierung auch die chronometrische Präzision im aufgezogenen Zustand. Das Testprotokoll ist zum Patent angemeldet und prüft die fertig kalibrierte Uhr unter vier Alltagsparametern: Höhenlage, Stöße, Lagen und Temperatur. Ergänzend trägt jedes Modell die externe COSC-Zertifizierung, die Voraussetzung für die Bezeichnung „Chronomètre" ist.

Gleichzeitig behauptet die Manufacture mit dem Gyrotourbillon À Stratosphère und dem Hybris-Mechanica-Minutenrepetitionstourbillon eine horlogische Grenzposition, die weltweit nur wenige erreichen können. Die Reverso bleibt das, was sie immer war: die flexibelste Plattform für Kunsthandwerk im Schweizer Uhrenmarkt. Mit La Vallée des Merveilles bekommt dieser Bereich jetzt eine eigene Markenarchitektur, was langfristig bedeutet, dass Jaeger-LeCoultre Collector-Uhren auf Sammlerniveau in einer eigenständigen Logik positionieren kann, ohne die klassische Reverso-Linie zu belasten. 

Das übergreifende Motto „Valley of Inventions" erlebt seine erste physische Umsetzung am Watches and Wonders-Stand in Genf, wo Jaeger-LeCoultre die Geschichte des Vallée de Joux als Ursprungsort moderner Uhrmacherkunst inszeniert.

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