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Lesedauer 4 Min.

3 typische Uhren von Jaeger-LeCoultre

Jaeger-LeCoultre: Polaris Memovox
Jaeger-LeCoultre: Polaris Memovox
© PR
Bei der Manufaktur Jaeger-LeCoultre aus dem Vallée De Joux denkt man zuerst an die Berühmte rechteckige Wendeuhr Reverso. Wichtig für die traditionsreiche Marke bleiben aber auch der Wecker Memovox und die großen Komplikationen, die die Uhrmacher wie beim Master Gyrotourbillon durch Innovationen verbessern.
Im Juradörfchen Le Sentier im Schweizer Vallée de Joux sitzt mit Jaeger-LeCoultre eine der wichtigsten Uhrenmanufakturen. Seit der Gründung 1833 haben die Uhrmacher über 1.200 verschiedene Uhrwerke konstruiert. Mit Angestellten in 180 verschiedenen Berufen beherrscht die Marke ein großes Spektrum an Handwerkskünsten. Zu den rund 1.200 Mitarbeitern, die in dem weitläufigen Gebäudekomplex arbeiten, gehören Graveure, Emailmaler und Steinesetzer, die mit ihren künstlerischen Tätigkeiten das uhrmacherische Handwerk der Konstrukteure, Regleure, Politeure und Assembleure ergänzen

Polaris Memovox

Mit der Memovox schuf Jaeger-LeCoultre 1950 eine Armbanduhr mit Weckfunktion, die zum Klassiker wurde. Der Wecker der Memovox klingt wie das Läuten eines alten Telefons. Dabei hält sich die Lautstärke, am Arm getragen, in Grenzen und erinnert dort eher dezent an einen Termin. Auf den Nachttisch abgelegt, nutzt die Uhr dagegen den erweiterten Klangkörper und klingelt dann auch einen Langschläfer sicher aus den Träumen. Ein Wecker gehört zu den praktischen Komplikationen, und die Memovox stellt zusammen mit der Vulcain Cricket die bekanntesten Modelle. Bei der übersetzt 'Stimme der Erinnerung' getauften Memovox gab es im Laufe der Zeit zahlreiche Erweiterungen der Kollektion.
Jaeger-LeCoultre Memovox Deep Sea 1959
1959 erschien die Jaeger-LeCoultre Memovox Deep Sea als Taucheruhr, die akustisch ans Auftauchen erinnerte © Jaeger-LeCoultre
Geschichte schrieb die Memovox Deep Sea. Sie war 1959 nicht nur die erste Taucheruhr von Jaeger-LeCoultre, sondern auch die erste Taucheruhr mit Wecker überhaupt. Sie besaß schon das Automatikwerk, das das Handaufzugskaliber ablöste. Der Alarm erinnerte die Taucher unter Wasser ans Auftauchen. Für den Nachfolger namens Polaris Memovox entwickelte Jaeger-LeCoultre 1965 einen dreifachen Boden, der den Alarm unter Wasser noch deutlicher hörbar machte. Ihr folgte drei Jahre später ein optisch verändertes Modell mit markanten trapezförmigen Tritium-Leuchtindexen. Diese Uhr legte Jaeger-LeCoultre 2018 wieder auf. Das automatische Manufakturkaliber 956 arbeitet in einem 42 Millimeter großen Stahlgehäuse. Mit Kautschukband kostet der Tauchwecker 12800 Euro.

Reverso Tribute Duoface

Der unangefochtene Star der Marke ist die legendäre Wendeuhr Reverso. 1931 für Polospieler erfunden, die das empfindliche Deckglas während des Sports vor Beschädigungen schützen wollten, bietet das Wendegehäuse heutzutage ganz andere Möglichkeiten: Weil das nun verbaute Saphirglas deutlich mehr aushält, nutzt Jaeger-LeCoultre die Wendefunktion, um auf der Rückseite Zusatzanzeigen unterzubringen oder Einblick in die fein verzierten Werke zu geben.
Jaeger LeCoultre: Reverso Tribute Duo Face
Jaeger LeCoultre: Reverso Tribute Duo Face © PR
Lediglich die ganz klassischen Reverso-Modelle besitzen noch einen geschlossenen Stahl- oder Goldboden, der wie früher Platz für vielfältige Individualisierungen, zum Beispiel Gravuren, bietet. Bei der Reverso Tribute Duoface zeigt die helle Vorderseite Stunden, Minuten und die kleine Sekunde an, die dunkelgraue Rückseite eine zweite Zeitzone mit Tag-Nacht-Indikation. Für Vortrieb sorgt das hauseigene Handaufzugskaliber 854/2. Es bietet eine Gangreserve von 42 Stunden. Im 29,9 mal 49,4 Millimeter großen Rotgoldgehäuse kostet die Wendeuhr 19.800 Euro.

Master Grande Tradition Gyrotourbillon Westminster Perpetual

Neben der Reverso repräsentiert vor allem die Modelllinie Master mit extraflachen Modellen, Kalenderuhren und großen Komplikationen die elegante Seite von Jaeger-LeCoultre. Die klassisch runde Master-Serie startet bei 5.800 Euro. Mit großen Komplikationen geht es aber auch weit darüber hinaus: Rund 955.000 Euro kostet die Master Grande Tradition Gyrotourbillon Westminster Perpetual.
Jaeger-LeCoultre: Master Grande Tradition Gyrotourbillon Westminster Perpetuel
Jaeger-LeCoultre: Master Grande Tradition Gyrotourbillon Westminster Perpetuel © Jaeger-LeCoultre
Die Uhr verfügt über ein Tourbillon, eine Minutenrepetition und einen ewigen Kalender. Dabei sind all diese Funktionen besonders raffiniert ausgeführt und verbessern so die Funktion. Das verkleinerte Gyrotourbillon, das sich um zwei Achsen dreht, wird von einem einminütigen Konstantkraft-Mechanismus in Form einer zwischengeschalteten Feder angetrieben, sodass sich die Präzision erhöht. Die Minutenrepetition ist mit einem Westminsterschlagwerk ausgestattet – sozusagen die Königsdisziplin der Uhrmacherei und entsprechend selten anzutreffen. Integriert in den Klangmechanismus ist eine Funktion zur Reduzierung der Pausen, das heißt auch dann, wenn keine Viertelstunde geschlagen wird (beziehungsweise nicht alle Viertelstunden), entsteht keine unschöne Wartezeit. Auch der ewige Kalender hat seine Finessen: Im Gegensatz zu vielen anderen ewigen Kalendern lässt sich das Datum in beide Richtungen einstellen. Trotz der Komplikationen ist die Master Grande Tradition Gyrotourbillon Westminster Perpetual mit einem Durchmesser von 43 Millimetern und einer Höhe von 14,08 Millimetern gut tragbar. Jaeger baut 18 Exemplare. jk
Jaeger-LeCoultre Memovox Luxusuhren Jaeger-LeCoultre Master Jaeger-LeCoultre Reverso Manufakturkaliber Archiv

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