Alpina setzt auf Solar: Neue Startimer Pilot Solarmetre und zwei Uhren für die Route du Rhum
Geneva Watch Days
Alpina treibt seine Solarstrategie weiter voran. Nachdem die Marke die Solarmetre-Technologie zunächst in der Alpiner-Kollektion eingeführt hatte, erreicht sie nun erstmals die Fliegeruhren der Startimer Pilot. Der Wechsel des Antriebskonzepts bringt dabei mehr mit sich als nur eine neue Energiequelle: Mit 38 Millimetern erhält die Kollektion zugleich eine bislang nicht angebotene, kompaktere Gehäusegröße. Drei Varianten bilden den Auftakt. Parallel dazu zieht es Alpina aufs Wasser. Als offizieller Zeitnehmer der 13. Route du Rhum – Destination Guadeloupe präsentiert die Schweizer Marke zwei limitierte Sondermodelle. Während die Seastrong Diver Extreme Automatic Route du Rhum klassisch mechanisch angetrieben wird, setzt die Alpiner Extreme Solarmetre Route du Rhum ebenfalls auf Licht als Energiequelle. So entstehen drei sehr unterschiedliche Anwendungen einer Strategie, mit der Alpina mechanische Uhrmacherei zwar keineswegs ersetzt, sein Angebot funktionaler Sportuhren aber um eine interessante technische Alternative erweitert.
Alpina – Startimer Pilot Solarmetre
Alpina#Startimer Pilot Solarmetre: Solarenergie erreicht das Cockpit
Den größten Schritt macht die Startimer Pilot Solarmetre. Alpinas Fliegeruhrenkollektion blickt auf historische Verbindungen zur Luftfahrt zurück. Die neue Generation der Startimer Pilot wurde auf der diesjährigen Watches and Wonders vorgestellt, nun folgt erstmals eine solarbetriebene Variante. Interessant ist zunächst das Format. Statt die Solartechnik in eines der bisherigen Gehäuse zu integrieren, führt Alpina einen Durchmesser von 38 Millimetern ein. Damit fällt die Startimer Pilot Solarmetre zurückhaltender aus und dürfte zugleich eine größere Bandbreite an Handgelenken ansprechen. Die grundsätzliche Formensprache der aktuellen Startimer Pilot bleibt erhalten. Lünette, Gehäuse und Bandanstöße weisen abgeschrägte Kanten auf. Alpina kombiniert dabei unterschiedliche Finissierungen: Die Lünette ist kreisförmig satiniert, Hörner und Gehäuseflanken werden vertikal satiniert, während die Fasen spiegelpoliert ausgeführt sind. Die Wasserdichtigkeit liegt bei zehn Bar.
Alpina – Startimer Pilot Solarmetre
AlpinaDas Zifferblatt wird Teil des Antriebs
Interessant ist, was sich hinter dem auf den ersten Blick konventionellen Zifferblatt verbirgt. Die Solarmetre-Technologie wurde von La Joux-Perret entwickelt, das wie Alpina zur Citizen-Gruppe gehört. Ihr Aufbau basiert auf drei wesentlichen Ebenen. Ganz oben sitzt das Zifferblatt. Dieses erscheint optisch wie ein gewöhnliches Blatt, ist tatsächlich jedoch lichtdurchlässig. Darunter befinden sich Solarzellen, die nahezu die gesamte Fläche einnehmen. Lediglich die Öffnung für das Datum bei 3 Uhr bleibt ausgespart. Das einfallende natürliche oder künstliche Licht wird von diesen Zellen aufgenommen und in elektrische Energie umgewandelt. Im Inneren sitzt schließlich ein Akku, der die erzeugte Energie speichert. Ein integrierter Schaltkreis steuert den Energiefluss. Auf diese Weise erreicht das System bei vollständiger Ladung eine Autonomie von bis zu zehn Monaten ohne erneuten Lichteinfall.
Alpina – Startimer Pilot Solarmetre
AlpinaSchwarz, Blau oder Sand
Zum Start bietet Alpina die Neuheit in drei Ausführungen an. Zwei davon besitzen ein klassisches Edelstahlgehäuse. Die erste kombiniert es mit einem schwarzen, gewellten Zifferblatt und schwarzem Lederarmband. Variante Nummer zwei erhält ein ebenfalls gewelltes, diesmal blaues Zifferblatt und ein blaues Textilband. Eigenständig tritt die dritte Ausführung auf. Ihr Stahlgehäuse erhält eine sandfarbene PVD-Beschichtung und wird mit einem braun emaillierten Uhrengesicht sowie einem farblich abgestimmten Nato-Band kombiniert. Alle drei Modelle zeigen Stunden, Minuten und Sekunden zentral an und verfügen über ein Datumsfenster. Stunden- und Minutenzeiger sind mit Leuchtmasse versehen. Ein kleines Detail verrät dabei den besonderen Antrieb: Der Sekundenzeiger endet im charakteristischen Alpina-Dreieck, das bei diesen Modellen jedoch nicht im typischen Rot, sondern blau ausgeführt wird. Auch das Logo bei 12 Uhr und die Startimer-Kennzeichnung bei 6 Uhr greifen diese Farbe auf.
Von der Luft aufs Meer
Parallel zur Startimer-Neuheit widmet sich Alpina einer zweiten Welt, die traditionell zur Marke gehört. Am 1. November 2026 startet in Saint-Malo die 13. Ausgabe der Route du Rhum – Destination Guadeloupe. Die Transatlantikregatta führt nach Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe. Zu den Teilnehmern gehört der französische Skipper Eric Péron, den Alpina unterstützt. Die Uhrenmarke tritt zugleich als offizieller Zeitnehmer auf. Zu diesem Anlass entstehen zwei Sondermodelle, die zwar dieselbe Veranstaltung feiern, technisch jedoch unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Seastrong setzt auf ein mechanisches Automatikwerk und ausgeprägte Taucheruhrenqualitäten, während die Alpiner Extreme wiederum die neue Solarmetre-Technologie nutzt.
Alpina – Seastrong Diver Extreme Automatic
Alpina#Seastrong Diver Extreme Automatic: Atlantik am Handgelenk
Die Seastrong Diver Extreme Automatic Route du Rhum ist auf 313 Exemplare limitiert. Grundlage ist die maritime Seastrong-Familie, deren Ursprünge auf eine erste Taucheruhr der Marke aus den 1960er-Jahren zurückgeführt werden. Besonders auffällig ist das Zifferblatt. Erstmals erhält die Seastrong Diver Extreme Automatic ein türkisfarbenes Uhrengesicht. In die Oberfläche sind zudem Darstellungen der Atlantikströmungen eingraviert – jener Strömungen also, mit denen sich auch die Regatta-Teilnehmer auf dem Weg von Frankreich in die Karibik auseinandersetzen müssen. Während die bidirektionale Lünette außerdem die vier Himmelsrichtungen sowie eine 360-Grad-Kompassskala zeigt, findet sich auf dem Gehäuseboden die Strecke von Saint-Malo bis zum karibischen Archipel wieder. Und selbst das Datum wird in das Thema einbezogen: Die 13 erscheint in Rot.
Kompaktes Gehäuse, 300 Meter Wasserdichtigkeit
Trotz ihrer betont robusten Gestaltung bleibt die Seastrong vergleichsweise kompakt. Das Edelstahlgehäuse misst 39 mal 40,5 Millimeter und beherbergt ein Automatikwerk. Ein Carbon-Einsatz ergänzt die Lünette, die verschraubte Krone erhält eine Gummiummantelung und die Wasserdichtigkeit beträgt 300 Meter. Komplettiert wird der Zeitmesser von einem türkis-schwarzen Armband, das aus strukturiertem Kautschuk mit Cordura-Effekt besteht.
Alpina – Alpiner Extreme Solarmetre
Alpina#Alpiner Extreme Solarmetre: Zehn Monate durch die Dunkelheit
Das zweite Route-du-Rhum-Modell ist auf 513 Exemplare limitiert und setzt auf ein nur 37,5 Millimeter großes Edelstahlgehäuse, das bis zehn Bar wasserdicht ist. Auch hier bleibt das Zifferblatt einfarbig, obwohl es technisch lichtdurchlässig ausgeführt ist. Die darunterliegenden Solarzellen garantieren eine bemerkenswerte Alltagstauglichkeit: Erst nach zehn aufeinanderfolgenden Monaten in völliger Dunkelheit soll der Energiespeicher erschöpft sein. Wird die Uhr anschließend erneut Licht ausgesetzt, benötigt sie laut Hersteller lediglich zehn Sekunden, um ihren Betrieb wieder aufzunehmen. Eine Minute Lichteinfall soll wiederum genügend Energie für einen kompletten Tag erzeugen.
Carbon und Türkis verbinden beide Regatta-Uhren
Gestalterisch sucht Alpina bewusst die Nähe zur mechanischen Seastrong. Die Alpiner Extreme Solarmetre besitzt das charakteristische Kissengehäuse der Modellfamilie und kombiniert es ebenfalls mit einem Carbon-Einsatz an der Lünette. Hinzu kommen ein türkisfarbener Akzent am Minutenring und ein Kautschukarmband. Auch der Gehäuseboden dieses Modells trägt die eingravierte Route der Regatta. Trotz unterschiedlicher Antriebe wirken beide Uhren dadurch als zusammengehöriges Paar.
Fazit
Alpina nutzt die Solarmetre-Technologie nicht, um traditionelle Mechanik zu verdrängen. Das zeigt bereits die Route-du-Rhum-Kollektion, in der eine mechanische Seastrong ganz selbstverständlich neben der solarbetriebenen Alpiner Extreme steht. Vielmehr entsteht eine zusätzliche technische Säule für jene Uhren, bei denen Autonomie, unkomplizierte Nutzung und Robustheit stärker im Vordergrund stehen. Am überzeugendsten erscheint dabei die neue Startimer Pilot Solarmetre. Die bis zu zehnmonatige Autonomie ist technisch interessant, doch mindestens ebenso relevant ist der neue Durchmesser von 38 Millimetern. Zusammen mit den drei sehr unterschiedlichen Farbvarianten erhält die Startimer dadurch einen moderneren und universelleren Auftritt, ohne ihren bekannten Fliegeruhrencharakter aufzugeben. Die beiden Route-du-Rhum-Editionen sind dagegen emotionaler angelegt. Vor allem die Seastrong Diver Extreme Automatic überzeugt mit ungewöhnlich vielen konkret auf die Regatta bezogenen Details: Atlantikströmungen auf dem Zifferblatt, Kompasslünette, Streckengravur und die rote 13 schaffen einen nachvollziehbaren Bezug zum Rennen. Die Alpiner Extreme Solarmetre ergänzt sie als technisch eigenständiger Gegenpart. So entsteht ein ungewöhnlich vielseitiges Neuheitenpaket: mechanische Taucheruhr auf der einen, solarbetriebene Flieger- und Sportuhren auf der anderen Seite. Vor allem aber macht Alpina deutlich, dass Solarmetre kein einmaliges Experiment bleiben soll. Mit dem Sprung von der Alpiner in die Startimer Pilot beginnt die Technologie, sich innerhalb der Kollektion auszubreiten.
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