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Lesedauer 5 Min.

MB&F und Maison Alcée schicken die Uhrmacherkunst mit der Nostromo ins All

M.A.D.Gallery wird 15 – zur Feier baut MB&F mit der Maison Alcée einen ausserirdisch anmutenden Uhrenbausatz namens Nostromo.
Maison Alcée x MB&F Nostromo, Tischuhr

Maison Alcée x MB&F Nostromo

© MB&F

Fünfzig Exemplare, 222 Bauteile, drei organisch geformte Beine, auf denen sich das gesamte Objekt drehen lässt: Mit der Nostromo bringt MB&F zusammen mit Maison Alcée zum 15-jährigen Bestehen der M.A.D. Gallery ein Stück auf den Markt, das sich schwer in eine der üblichen Kategorien der Uhrmacherei einordnen lässt. Das Modell Nostromo ist eine mechanische Skulptur, die der Käufer selbst zusammenbaut. 

Ein Jubiläum mit Geschichte 

Die M.A.D. Gallery, MB&Fs Ausstellungs- und Verkaufsplattform für mechanische Kunst, feiert 2026 ihr 15-jähriges Bestehen. Begonnen hat das Format in Genf, ausgeweitet hat es sich seither bis nach Dubai. In kompakterer Form ist es inzwischen unter dem Namen „MB&F Labs“ auch in Taipeh, Singapur, Paris, Beverly Hills und Menlo Park vertreten, zuletzt kam mit einer Lounge in Manhattan auch New York hinzu. Zur Feier des Jubiläums lädt die Galerie mehrere ihrer mechanischen Künstler ein, limitierte Sonderstücke zu entwickeln. Nach Frank Buchwald und Martin Smith von Laikingland ist mit der Maison Alcée nun der dritte Name an der Reihe, weitere sollen im Lauf des Jahres folgen. 

Das 2021 vom Ehepaar Alcée und Benoît Montfort gegründete französische Unternehmen Maison Alcée hat sich nicht auf den Verkauf fertiger Uhren spezialisiert, sondern auf das Uhrmachererlebnis selbst: Der Kunde baut seine Tischuhr eigenhändig zusammen. Der erste Bausatz, „Persée“, kommt in einer Holzschatulle mit über 200 überwiegend im französischen und schweizerischen Jura gefertigten Bauteilen, dazu ein illustriertes Handbuch, professionelles Werkzeug und – laut Pressemitteilung – ein Zusammenbau, der auch Anfängern in überschaubarer Zeit gelingen soll. 

Maison Alcée x MB&F Nostromo

Maison Alcée x MB&F Nostromo

© MB&F

2023 wurde das Konzept mit dem „Audacity Prize“ des Grand Prix d'Horlogerie de Genève ausgezeichnet, einer Auszeichnung, die ungewöhnliche, branchenfremde Ansätze innerhalb der Uhrmacherei würdigt.

Vom Bausatz zum Alien 

Für die Nostromo hat MB&F-Kreativdesigner Maximilian Maertens das Grundprinzip der „Persée“ übernommen und neu gedacht. Auch hier basiert das Uhrwerk auf der Architektur eines Armbanduhrwerks, nur eben massiv vergrössert. Dazu bauen Käufer Zahnräder, Räder und Antrieb selbst zusammen, lediglich der Gangregler wird vormontiert geliefert. Statt eines durchgehenden Zifferblattrings, wie ihn die Persée zeigt, ist das Blatt der Nostromo jedoch in einzelne Segmente zerlegt – eine Massnahme, die dem Blick auf das Räderwerk mehr Raum gibt und zugleich die Anmutung eines fremdartigen Organismus erzeugt. 

Die Zeiger wurden für einen stärkeren Kontrast zum Werk schwarz eingefärbt, das Zifferblatt trägt das für die M.A.D. Gallery typische Pfauenblau, dieselbe Farbe, die auch die dekorative Wandkugel in den MB&F-Verkaufsräumen ziert. Der auffälligste Eingriff betrifft aber die Orientierung: Die Uhr wurde, bildlich gesprochen, auf die Seite gelegt. Drei organisch geformte Füsse tragen den Korpus und erlauben es, das fertige Objekt auf ihnen zu drehen, das Zifferblatt selbst ist für eine bessere Ablesbarkeit nach oben gewinkelt. 

Für Maertens, nach eigener Aussage ein großer Fan des Künstlers H.R. Giger, war das Design eine Gelegenheit, Ästhetik aus dem Alien-Universum in ein uhrmacherisches Objekt zu übersetzen. Der Name Nostromo verweist entsprechend auf das Raumschiff aus Ridley Scotts Film „Alien“ von 1979. Anders als beim reinen Formexperiment betont Maertens jedoch, dass die eigentliche Herausforderung nicht in der Optik lag, sondern darin, das Objekt trotz der ungewöhnlichen Anordnung so bedienerfreundlich zu halten, dass es weiterhin auch von Laien montiert werden kann.

Maison Alcée x MB&F Nostromo

Maison Alcée x MB&F Nostromo

© MB&F

Technische Eckdaten

Neben der Anzeige von Stunden, Minuten und Sekunden verfügt die Nostromo über einen ein- und ausschaltbaren Stundenschlag, dazu kommt eine für ein Bausatzwerk bemerkenswerte Gangreserve von 14 Tagen. Der Zusammenbau soll auch Einsteiger nicht überfordern und in etwa zehn Stunden zu bewältigen sein. Die Materialwahl, Edelstahl, Messing und Neusilber, folgt weitgehend dem Vorbild der Persée. Mit 760 Gramm, 160 Millimetern Länge, 135 Millimetern Breite und 123 Millimetern Höhe ist die Nostromo klar als Objekt für das Regal konzipiert, nicht für das Handgelenk. 

Die Nostromo reiht sich in eine Strategie ein, die MB&F seit Jahren über die M.A.D. Gallery verfolgt: Anstatt ausschliesslich eigene Uhren zu zeigen, öffnet die Galerie ihre Bühne für artverwandte mechanische Kunstformen, von Frank Buchwalds Leuchtenobjekten bis zu Laikinglands Automaten. Mit Maison Alcée kommt nun ein Ansatz hinzu, der die klassische Rollenverteilung zwischen Manufaktur und Kunde auflöst: Der Sammler wird selbst zum Ausführenden. Dass sich aus einem solchen Konzept durchaus ein dauerhafter Platz im oberen Preissegment entwickeln lässt, zeigen seit Jahren bestehende Uhrenbausätze wie Mechanica von Erwin Sattler; ob die Nostromo diesen Weg weitergeht oder ein punktuelles Jubiläumsprojekt bleibt, werden die für das laufende Jahr bereits angekündigten weiteren Kooperationen der M.A.D.Gallery zeigen.

MB&F Luxusuhren Schweizer Uhren

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