Produkt: Download: Hublot Big Bang Meca-10 im Test
Download: Hublot Big Bang Meca-10 im Test
Die Hublot Big Bang Meca-10 scheint geradewegs aus der Zukunft zu kommen. Bietet die Manufakturuhr auch technisch zukunftsweisendes? Chronos testet die Meca-10.

Die Mechanik-Highlights von Grand Seiko

Jede Sekunde zählt

Grand Seiko hat im Laufe der Geschichte Ganggenauigkeit, Gangreserve und Zuverlässigkeit mit zahlreichen Innovationen und Verbesserungen stetig gesteigert.

Grand Seiko: Kaliber 6145
Das erste Hi-BeatKaliber 6145 der 61GS von 1968 mit 36 000 Halbschwingungen pro Stunde

Die japanische Manufaktur schuf mit der ersten Grand Seiko im Jahr 1960 einen Meilenstein der Präzision, Langlebigkeit und Benutzerfreundlichkeit. Diesen Weg zur Perfektion wollte die Seiko Watch Corporation (SWC) weiter voranschreiten. Das Unternehmen verstärkte daher seine Forschungen im Bereich der Materialien, die Suche nach neuen Fertigungsmethoden und die Weiterentwicklung der Mechanik, um noch bessere Uhren zu bauen.

Die optimalen Voraussetzungen wurden schon vorher geschaffen: Bei der Seiko Watch Corporation handelt es sich um eine vollintegrierte Manufaktur mit hoher Fertigungstiefe. Sogar Aufzugs- und Spiralfedern werden selbst gefertigt. Die Japaner setzten den Weg zur Perfektion mit Grand Seiko nach der ersten Uhr zunächst mit kleinen Schritten fort: 1964 erschien das erste Grand-Seiko-Modell mit Datum und 1967 das erste Automatikmodell.

Grand Seiko: Hi Beat 61GS
Erste Hi-Beat Uhr von Grand Seiko: die 61GS

Hier sorgte der eigens entwickelte V-förmige „Magic Lever“ (magischer Hebel) für ein effizientes, beidseitiges Aufziehen. Mit der praktischen Anzeige und dem Automatikaufzug, der die Bewegungen des Handgelenks zum Aufziehen nutzen kann, konnte die Benutzerfreundlichkeit weiter verbessert werden. Aber auch die Verbesserung der Ganggenauigkeit blieb weiter ein wichtiges Thema.

Grand Seiko: V.F.A Damenuhr 19GS aus dem Jahr 1972
V.F.A.-Damenuhr 19GS von 1972

Schnellschwinger

Schon Ende der 1950er Jahre hatte die SWC viele japanische Genauigkeitswettbewerbe gewonnen. Ab 1964 nahm die Marke daher auch an den Schweizer Chronometerwettbewerben teil. Die beiden Firmenteile Suwa Seikosha und Daini Seikosha entwickelten unabhängig voneinander Kaliber dafür. Um die Genauigkeit zu steigern, konstruierten die Japaner für die Wettbewerbe Schnellschwinger, die mit zehn Halbschwingungen pro Sekunde doppelt so schnell oszillierten wie die damaligen Serienuhren. Eine höhere Frequenz führt zu einer besseren Ganggenauigkeit, und daher schnitten die Uhren bei den Chronometerwettbewerben ausgezeichnet ab. Um auch den Kunden eine höhere Genauigkeit zu bieten, plante Seiko, die Schnellschwinger für die Serie zu adaptieren. Allerdings benötigte man dafür mehr Energie, was eine geringere Gangreserve oder eine stärkere Feder und damit ein größeres Federhaus nach sich zieht. Zudem stellt die höhere Frequenz auch an das Öl und die Fertigungstoleranzen erhöhte Ansprüche. Mit der im Haus entwickelten Legierung Spron konnte das Drehmoment und die Haltbarkeit der Aufzugsfedern verbessert werden, wodurch die Unruhfrequenz von zehn Halbschwingungen pro Sekunde zusammen mit einer hohen Gangreserve möglich wurde. 1968 erschien mit der 61GS der erste Schnellschwinger von Grand Seiko. Das Automatikkaliber 6145 erreichte eine garantierte Genauigkeit von –3 bis +5 Sekunden am Tag. Es folgte das flache Handaufzugsmodell 45GS, das ebenfalls mit 36000 Halbschwingungen pro Stunde arbeitete und die gleiche Ganggenauigkeit erreichte.

Grand Seiko: 61GS Gehäuse
Die 61GS V.F.A. (Very Fine Adjusted) von 1969 mit Kaliber 6145 kam auf eine Genauigkeit von ±2 Sekunden am Tag

Präzision

Noch präziser wurde es 1969 mit der 61GS V.F.A. und dem entsprechenden Handaufzugsmodell 45GS V.F.A. Mit der speziellen Reglage und ausgewählten, besonders präzise gefertigten Teilen aus der Serienproduktion erreichten die Hi-Beat genannten Schnellschwinger eine Genauigkeit von ±2 Sekunden am Tag. Der Zusatz „V.F.A.“ für Very Fine Adjusted fand sich auch auf dem Zifferblatt. Kunden mussten sich damals allerdings entscheiden, ob sie eine elegante, flache Handaufzugsuhr wollten oder die praktische, aber höher bauende Automatikuhr. Das änderte Grand Seiko 1970 mit der 56GS, bei der es den Entwicklern gelang, ein nur 4,5 Millimeter hohes automatisches Schnellschwingerwerk zu konstruieren. Auch um die Damenuhren mit ihren kleineren Kalibern kümmerte sich Grand Seiko stetig. Schon 1968 stellten die Japaner ein Damenuhrwerk mit 36000 Halbschwingungen pro Stunde vor. Und 1972 erschien, trotz des kleineren Werkes, die auf vier Sekunden genaue 19GS V.F.A. – ein Meilenstein auf diesem Gebiet.

Grand Seiko: SBGR001
Nach vielen Jahren Pause 1998 vorgestellt: SBGR001 mit neuem Kaliber 9S55
(hier die GMT-Version 9S56)

Neue Generation

Nachdem einige Zeit ausschließlich Quarzuhren für die Genauigkeit bei Grand Seiko zuständig waren, folgte 1998 mit dem Kaliber 9S eine völlig neue Generation an Mechanikwerken. Schon Anfang der 1990er Jahre hatte Grand Seiko 50 9S-Werke aus der Vorserie bei der offiziellen Schweizer Prüfstelle COSC eingereicht und für alle Chronometerzertifikate erhalten. Grand Seiko wollte aber noch genauere Uhren und verschärfte den seit 1970 geltenden eigenen Standard weiter. Es wird nun mit 17 Tagen zwei Tage länger geprüft als bei der COSC. Zudem werden statt fünf alle sechs Lagen überwacht und es gibt mehr Temperaturbereiche. Auch die akzeptierten Werte fallen strenger aus als bei der COSC. So muss der mittlere tägliche Gang bei Grand Seiko zwischen –3 und +5 liegen, und auch für die anderen Werte sind die Toleranzen in Japan kleiner.

Grand Seiko: Kaliber 9S56
Grand Seiko: Kaliber 9S56

Daneben soll auch die Gangreserve einer Grand Seiko mindestens 50 Stunden betragen. Die Kaliber 9S55 und 9S51 erfüllten mit 28800 Halbschwingungen alle Vorgaben. Grand Seiko hatte neue, bessere Spron-Legierungen für die Aufzugsfeder und die Spiralfeder entwickelt. Mit der MEMS-Technologie (Micro Electro Mechanical Systems) kam auch eine Fertigungstechnik aus der Halbleiterindustrie zum Einsatz, bei der die Werkteile nicht gefräst werden, sondern in Formen entstehen. Bis heute kennzeichnen Kaliber mit „9S“ die Mechanikwerke, die ausschließlich für Grand Seiko verwendet werden. Bei Grand Seiko finden nur Funktionen Verwendung, die dem Träger auch einen Mehrwert bieten. Neben Datum und Wochentag kam 2002 mit dem Automatikkaliber 9S56 eine zweite Zeitzone dazu, und 2006 debütierte als vierte Zusatzfunktion die Gangreserveanzeige. Sie kennzeichnet das Kaliber 9S67, bei dem es Grand Seiko gelang, die Gangreserve auf komfortable 72 Stunden auszudehnen. So kann eine Uhr für drei Tage abgelegt werden, ohne dass sie stehen bleibt ein großer Vorteil gegenüber den üblichen 48 Stunden bei den meisten Schweizern, die kein ganzes Wochenende abdecken. Bei dem Automatikwerk war das Federhaus genauso groß wie bei der Basis 9S55, jedoch wurde eine breitere und längere Zugfeder verbaut.

Grand Seiko: SBGR317
Mit 72 Stunden Gangreserve: Modell SBGR317 mit Kaliber 9S65 von 2010

Neue Schnellschwinger

Um die Ganggenauigkeit beim Tragen der Uhr weiter zu erhöhen, erinnerten sich die Entwickler an eine bei Grand Seiko Ende der 1960er Jahre erfolgreich eingeführte Technologie: die Hi-Beat-Kaliber mit 36000 Halbschwingungen pro Stunde. Denn die schnellere Unruh lässt sich von Schlägen und Erschütterungen nicht so leicht aus der Ruhe bringen. 2009 konnte Grand Seiko dann das neue HiBeat-Kaliber 9S85 mit zehn Halbschwingungen pro Sekunde und einer Gangreserve von 55 Stunden vorstellen. Um die präzisionsfördernde, aber kraftintensive hohe Unruhfrequenz zusammen mit einer hohen Gangreserve zu realisieren, entwickelte Grand Seiko für die Aufzugsfeder die neue Legierung Spron 530.

Grand Seiko: Heritage SBGH281
Grand Seiko: Heritage SBGH281

Sie liefert bei gleicher Größe sechs Prozent mehr Drehmoment. Und auch Anker und Ankerrad halfen, denn sie sind durch die MEMS-Fertigungsmethode deutlich leichter. Bei der Weiterentwicklung aus der Halbleiterherstellung wird zuerst fotolithographisch eine Negativform hergestellt, in der das Werkteil dann entsteht, indem Metall galvanisch abgeschieden wird. Es entstehen glatte Teile mit einer Genauigkeit von einem Zehntausendstelmillimeter. So konnten Anker und Ankerrad skelettiert gefertigt und damit deutlich leichter werden, was Energie der Aufzugsfeder spart. Die glatten Oberflächen reduzieren zudem die Reibung, was ebenfalls den Energiebedarf reduziert. Und in jedem Zahn des Ankerrads konnte eine Vertiefung für Öl eingearbeitet werden, was die Ölhaltung und damit das langfristige Gangverhalten verbessert. Für die Spiralfeder des 9S85 kam ebenfalls eine neue Legierung, Spron 610, zum Einsatz. Diese Feder reagierte deutlich weniger auf Schläge und Magnetfelder, was sehr hilfreich ist, da beides im Alltag häufig vorkommt. Auch an dem Drei-Tage-Werk arbeitete Grand Seiko weiter. 2010 erschien mit dem Automatikkaliber 9S65 der Nachfolger des 9S67. Grand Seiko konstruierte einen neuen Aufzug: ein Wechselsystem mit gehärteten Komponenten, was für einen effizienteren Aufzug mit geringerem Verschleiß sorgt. Zudem profitiert das Werk von den beim Hi-Beat Kaliber 9S85 eingeführten Verbesserungen.

Grand Seiko: Kaliber 9S85
Die neue Grand Seiko „60th Anniversary Limited Edition“ mit Hi-Beat-Kaliber 9S85

Vorläufiger Höhepunkt

Zu seinem 60. Geburtstag im Jahr 2020 übertraf sich Grand Seiko mit dem völlig neuen Automatikkaliber 9SA5:

Grand Seiko Kaliber: 9SA5
Grand Seiko: innovatives Jubiläums-Kaliber 9SA5

Es arbeitet mit schnellen 36000 Unruhhalbschwingungen pro Stunde, erreicht eine Gangreserve von 80 Stunden und fällt zudem flacher aus als bisherige Grand-Seiko-Kaliber. Die neuartige Doppelimpulshemmung und die dank Reguliergewichten am Unruhreif freiatmende Spiralfeder mit gebogener Endkurve sind nur zwei der zahlreichen Verbesserungen. Grand Seiko ist den Weg der Perfektion konsequent weitergegangen und hat bei den mechanischen Kalibern stetig die Ganggenauigkeit, die Gangreserve, die Zuverlässigkeit und die Benutzerfreundlichkeit gesteigert.

Grand Seiko: SLGH002
Jubiläumsmodell SLGH002 von 2020 mit dem innovativen Kaliber 9SA5

Dafür hat die Manufaktur alle Register gezogen und ist auch vor Grundlagenforschung bei Materialien und neuartigen Herstellungsverfahren nicht zurückgeschreckt. Ein Ansporn dabei war, an sich selbst höhere Anforderungen zu stellen als die höchsten Standards, die es in der Uhrenwelt gibt – die der unabhängigen Schweizer Chronometerprüfstelle COSC. jk

Sie wollen mehr über Grand Seiko erfahren? Wir informieren Sie in weiteren Artikeln über folgende Themen:

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