5 spannende Künstleruhren

Starke Beispiele für Kunst auf der Uhr

Immer öfter ­entwerfen Künstler und Uhrenmarken gemeinsam außergewöhnliche Kreationen fürs Handgelenk. Wir zeigen Ihnen fünf spannende Beispiele vom drei- bis hin zum hohen sechsstelligen Preisbereich.

Künstleruhr #1: Cyril Kongo für Richard Mille

Richard Mille 68-01 Tourbillon Kongo
Der französische Graffiti-Künstler Cyril Kongo
Vom Künstler besprühte Komponenten des Richard-Mille-Uhrwerks
Cyril Kongo beim Besprühen von Uhrwerkteilen

Die RM 68-01 Tourbillon Kongo von ­Richard Mille bringt Uhrmacherei und bildende Kunst so eng zusammen wie keine ­andere Uhr. Für dieses Modell hat die Luxusuhrenmarke mit dem Graffiti-Künstler Cyril Kongo zusammengearbeitet. Der 1969 ­geborene Kongo, mit bürgerlichem ­Namen Cyril Phan, ist einer der bekanntesten Namen in der französischen Graffiti-Szene, der sich stark für die Anerkennung der Street Art als Kunstform engagiert hat. Kongo, dessen Arbeiten man die Herkunft aus dem klassischen Tagging, dem Schreiben von Graffiti, stets ansieht, besprüht nicht nur Wände, sondern stellt auch in Galerien aus – und arbeitet mit Luxusmarken zusammen. Er hat Seidentücher für Hermès entworfen und ist zum Partner von Richard Mille geworden. Für die Uhrenmarke entwickelte er nicht einfach ein Design, das dann in Serie produziert worden wäre, sondern er hat eigenhändig am Inneren der Uhr gearbeitet: Mittels einer Reihe von eigens entwickelten Miniaturwerkzeugen hat er die einzelnen Werkkomponenten von Hand besprüht. Mit dem Effekt, dass sich das leuchtende, durch ein Saphirglas zu sehende Farbspiel des Uhrwerks ständig bewegt. Sobald man die Uhr umdreht, entsteht ein neues, ebenso dynamisches Bild. Ein Jahr lang haben Cyril Kongo und Richard Mille an ihrem Projekt gearbeitet. Das Resultat: eine auf 30 Stück begrenzte Limited Edition, bei der jedes Exemplar als Originalkunstwerk von Cyril Kongo gelten kann. Der Preis liegt bei 876.000 Euro.

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Künstleruhr #2: Elisabetta Fantone für Corum

Elisabetta Fantone für Corum: Bubble Mona Lisa
Elisabetta Fantone mit der Corum Bubble Mona Lisa

Elisabetta Fantone ist nicht nur in der Kunst, sondern auch im Showbiz zu Hause: Die 1982 in Montreal geborene, in Italien aufgewachsene Künstlerin arbeitet ebenso als Schauspielerin und als Model wie als Malerin. In ihrem künstlerischen Schaffen befasst sie sich denn auch vor allem mit den Ikonen der Populärkultur, porträtiert Persönlichkeiten wie David Bowie, Jackie Kennedy und Madonna. Ihre Arbeit mit Konturen und Schatten ­erinnert oft an Andy Warhol, während ihr flächiger Einsatz von Farbe und die opulente Ornamentik der Hintergründe den Porträts eine ganz eigene Handschrift verleihen. Promis lieben Elisabetta Fantones Bilder – und geben gern Porträts von sich selbst bei ihr in Auftrag. Mit einer Ikone, die einerseits der Hochkultur angehört, andererseits populärer ist als die meisten Stars, hat sich Elisabetta Fantone besonders intensiv beschäftigt: der Mona Lisa. Auf einigen Bildern stattet Fantone sie mit Kleidern und Frisuren aus anderen Kulturkreisen aus, lässt ihr jedoch stets ihr geheimnisvolles Lächeln. Ungewohnt kokett und freizügig dekolletiert schaut die Mona Lisa aus dem Bild, das Elisabetta Fantone als Vorlage für eine der charakteristischen hochgewölbten Bubble-Watches von Corum geschaffen hat. Vor dem Lächeln der Ikone aus dem Louvre und ihrem dekorativ gemusterten Hintergrund laufen die Zeiger einer Automatikuhr, die die Kunst von ihrer stylischen Seite zeigt. Die Corum Bubble mit Mona-Lisa-Motiv ist limitiert auf 88 Stück und kostet 7150 Euro.

Künstleruhr #3: Paola Navone für Swatch

Künstlerin Paola Navone mit der Swatch Art Model Thammada
Künstlerin Paola Navone mit der Swatch Art Model Thammada

Was für manche Uhrenmarken ein kreatives Experiment ist, ist für Swatch seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Markenphilosophie: Regelmäßig bringt die Marke ein Modell heraus, das in Kollaboration mit einem zeitgenössischen Künstler entstanden ist. Manchmal handelt es sich bei diesen Künstlern ganz klassisch um Vertreter der bildenden Kunst. Gern jedoch arbeitet Swatch auch mit Fotografen, Filmemachern, Manga Artists, Illustratoren, Graffiti-Künstlern, Designern und Modemachern zusammen. Kreative aus den verschiedensten Bereichen haben den Plastikuhren der Swatch & Art Collection im Laufe der Zeit ihre künstlerische Handschrift verliehen. Die neueste Swatch-Künstleruhr stammt von der 1950 geborenen italienischen Designerin Paola Navone. Thammada ist der Name des Modells – ein Wort aus dem Thai, das „gewöhnlich“ bedeutet. Ein All-over-Muster, bei dem sich gepixelte Blumenmotive und schwarze Punkte auf Weiß abwechseln, zieht sich über Zifferblatt und Armband. „Gewöhnlich“ ist dieses Uhrendesign für gewöhnliche Menschen eher nicht, vielleicht aber für solche wie Paola Navone, die während ihrer Laufbahn immer auf der Suche nach inspirierenden Einflüssen aus anderen Kulturkreisen war und gern scheinbar Widersprüchliches mit überzeugender Selbstverständlichkeit zusammenbringt – ganz so wie bei ihrem dekorativen, wie üblich quarzbetriebenen Swatch Art Model Thammada (limitiert auf 888 Stück, 130 Euro).

Künstleruhr #4: Nobuyoshi Araki für Grand Seiko

Grand Seiko: Black Ceramic Avantgarde mit Noruyoshi-Araki-Motiv
Der japanische Fotograf Nobuyoshi Araki. Bild: Getty

Auf den ersten Blick sieht man der Grand Seiko Black Ceramic Limited Edition Avantgarde nicht an, welcher künstlerische Kosmos sich hinter ihrem bunt gemusterten Armband verbirgt. Die unregelmäßige Struktur in Pflanzenfarben entstammt einem Rosenmotiv des Fotografen Nobuyoshi Araki. Der 1940 geborene Tokioter ist einer der berühmtesten Vertreter der japanischen Fotografie – und einer der skandalträchtigsten. Araki fotografiert seit Jahrzehnten wie ein Besessener, und das Zentrum seiner Obsession ist die Erotik. Selbst seinen Blumenmotiven sagt man einen gewissen Anklang an vaginale Formen nach. Der Handaufzugschronograph, für den Grand Seiko eines seiner Motive verwendet hat, ist eine Verneigung vor dem weltweit bedeutenden Künstler, der über 450 Bücher mit seinen Fotos herausgegeben hat. Von der skandalträchtigen Motivwelt des Nobuyoshi Araki erzählt das attraktive Armband nur dem, der von ihr weiß. Limitiert auf 600 Stück, 14.900 Euro.

Künstleruhr #5: Yue Minjun für Hublot

Hublot: Classic Fusion Monkey mit einem Motiv des chinesischen Künstlers Yue Minjun
Yue Minjun

Der 1982 geborene Yue Minjun ist ­einer der Großen in der zeitgenössischen chinesischen Kunstszene. Unverkennbares Markenzeichen seiner Bilder sind cartoonartig gezeichnete Gesichter mit einem zum breiten Lachen verzogenen Mund. Dieses Lachen wirkt weniger fröhlich als vielmehr grotesk – als wäre es zur Maske erstarrt. Oft handelt es sich bei diesen Gesichtern mit der eingefrorenen Mimik um Selbstporträts Yue Minjuns. Ein typisches Yue-Minjun-Motiv hat Hublot auf das Zifferblatt der Classic Fusion Monkey gebracht – nach einem Gemälde, das der Künstler eigens als Vorlage für diese Uhr geschaffen hat. Das pinkfarbene Gesicht mit von einem Goldreif gezierter Kappe und gelbem Halstuch, das mit zusammengekniffenen Augen lacht, greift die buddhistische Legende vom starken, durchsetzungs- und verwandlungsfähigen Affenkönig auf. Ein Gemälde auf ein Zifferblatt zu übertragen, ist vom ästhetischen Gesichtspunkt her riskant. Bei einem Künstler, bei dem charakteristische Motive eine so große Rolle spielen wie bei Yue Minjun, erweist sich die Idee allerdings als schlüssig: Auch auf dem Zifferblatt der Automatikuhr im Keramikgehäuse entfaltet das Gesicht des Affen seine Ausstrahlung. Limitiert auf 72 Stück, 14.400 Euro. mbe

[2021]

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