Chanel: Geheimnisvolles zurück

 Redaktion
von Redaktion
am 20. März 2010
Mit versenkter Krone: die J12 Rétrograde Mystérieuse
Mit versenkter Krone: die J12 Rétrograde Mystérieuse

Ganz neu ist die Idee einer Uhr ohne seitlich abstehende Krone nicht. Bereits John Harwood wollte in den 1920er Jahren das störanfällige Teil eliminieren, das Staub und Wasser Einlass ins Gehäuse gewährte. Dieses Jahr, pünktlich zum zehnten Geburtstag seines Uhrenklassikers J12, greift Chanel das Thema auf: Die J12 Rétrograde Mystérieuse mit Tourbillon besitzt ein Handaufzugswerk, weshalb am regelmäßigen Energienachschub kein Weg vorbeiführt. Allerdings muss der Besitzer dank zweier leistungsfähiger Federhäuser nur alle zehn Tage Hand anlegen. Eine Krone ist vorhanden, jedoch an ungewöhnlicher Position: Sie verbirgt sich in der Uhrenfront bei der Drei; in versenktem Zustand ist lediglich ein schwarzer Punkt zu sehen. Ein Druck darauf lässt die Krone nach oben gleiten. Nun muss das Lünettenfeld aus Keramik bei der Vier gedrückt werden. Erst jetzt lässt sich die Krone drehen. Drückt der Träger auf das Feld bei der Zwei, so schaltet die Krone auf Zeigerstellung um. Diese Lösung scheint technisch anspruchsvoll, doch es wird noch weit komplizierter: Um zwölf Minuten nach der vollen Stunde würde der Minutenzeiger an der Krone anstoßen, hätte sich nicht Giulio Papi, der Entwickler des 315-teiligen Kalibers RMT-10, etwas bislang Einmaliges einfallen lassen: Der Minutenzeiger bewegt sich in der Zeitspanne zwischen zehn und 20 Minuten nach jeder vollen Stunde im Eilschritt rückwärts bis zur Vier. Von dort aus setzt er seinen Weg in bekannter Weise fort. Nun wollen Zeitgenossen, die 215.000 Euro für ein derart ausgefallenes Tourbillon bezahlen, natürlich auch den Lauf der Minuten während besagter Zeitspanne wissen. Deshalb zeigt sich bei der Sechs-Uhr-Position hinter einer Lupe eine kleine digitale Indikation, die während des Krebsgangs den Zeiger ersetzt. Die sogenannte gleitende Gangumkehrung beeinträchtigt nach Aussagen von Giulio Papi die Ganggenauigkeit des Uhrwerks mit Minutentourbillon nicht. Im Gegensatz zu retrograden Indikationen, die mit Hilfe von Schnecken und Federn funktionieren, kommt hier nämlich ein spezielles Zahnradgetriebe zum Einsatz. Einen Tribut erfordert die ungewöhnliche Zeitanzeige freilich doch: Die Zeit lässt sich nur rechts herum einstellen. Wurde der Minutenzeiger über die aktuelle Zeit hinausbewegt, sind weitere zwölf Stunden vorwärts angesagt. Um Beschädigungen zu vermeiden, dreht die Krone entgegen dem Uhrzeigersinn leer. Eine Indikation bei der Elf informiert über die verbleibende Gangreserve. Die Hauptplatine ist aus einer besonders harten Hochleistungskeramik gefertigt, die Brücke für die Gangreserveanzeige besteht aus Titan, und die Tourbillonbrücke ist aus Saphirglas- und Keramikteilen zusammengesetzt. Die Unruh mit vier beweglichen Goldschrauben vollzieht stündlich 21600 Halbschwingungen; das Tourbillon mit Stahlkäfig besteht aus 85 Teilen und wiegt insgesamt 0,46 Gramm. Schutz findet das Werk in einem 47 Millimeter großen Keramikgehäuse. Die Limitierung des Modells ergibt sich aus dem Geburtstag der Linie J12: zehn Exemplare. glb

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