Der Hanhart Racemaster GTF und seine Vorbilder

Die Zeit fest im Griff

Walter Castillo
von Walter Castillo
am 13. Januar 2015

Unser Sportlehrer war ein unbarmherziger Mensch. Bei Wind und Wetter ließ er uns Platzrunden laufen und hatte unsere Zeiten mit seiner Stoppuhr von Hanhart immer fest im Griff. Waren wir zu langsam, gab es eine Runde extra. Damals beherrschten, egal wo man sich umschaute, mechanische Hanhart-Stoppuhren die Welt des Sports.

Hanhart: Racemaster
Hanhart: Racemaster

Stoppuhren sind der Ursprung von Hanhart

Die Firma aus dem Schwarzwald hatte sich seit ihrer Gründung im Jahr 1882 in besonderer Weise der Entwicklung und Produktion von zuverlässigen Stoppuhren für unterschiedlichste Einsatzgebiete gewidmet und stieg denn auch zum Weltmarktführer für Stoppuhren auf. So titelte eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1967 über den Einsatz von Hanhart-Stoppuhren bei der Vorbereitung zur Mondlandung: „Wann darf er aus der Kapsel schweben? Wie lange hat er Luft zum Leben? Auch bei der Weltraumfliegerei – die Hanhart-Stoppuhr ist dabei.“ Sogar der Nürburgring als Mekka des deutschen Automobilsports zeigte auf seinen Werbeanzeigen eine Stoppuhr von Hanhart, gehalten von einer mit Rennfarben bemalten Hand.

Armband- und Taschenuhren wurden bei Hanhart erst ab 1926 in das Sortiment aufgenommen. Die Firma blieb der Stoppuhr dennoch immer verbunden. Chronographen, wie sie später vor allem von Hanhart für die deutsche Luftwaffe während des zweiten Weltkriegs gebaut worden sind, hießen deshalb im firmeneigenen Jargon „Armbandstoppuhren“. Auch für die Komplikation des Flyback-Chronographs, französisch “Retour En Vol”, hatte man ein eigenes Wort erfunden – die sogenannte „Temposchaltung“.

Hanhart: Stoppuhrenwerbung für den Automobilsport
Hanhart: Stoppuhrenwerbung für den Automobilsport

Dieser Umstände sollte man sich bewusst sein, bevor man sich ein Urteil über das Hanhart-Premiummodell, den Racemaster GTF bildet. Der Name Racemaster spielt auf die Zeitnahme im Motorsport an. Denn jenseits der Rennstrecken des Automobilsports und im Cockpit der Boliden verrichteten früher vielerorts Hanhart-Stoppuhren ihren stillen Dienst. So wurde manche schnellste Runden- und Siegerzeit mit einer Hanhart ermittelt. Ein ganz besonderes Instrument war dabei der Hanhart Robotimer, der mit seinen vier synchronisierten Stoppuhren für die Rundenzeitmessung eingesetzt wurde. Heutzutage spielen die Stoppuhren im Zuge der Nostalgiewelle bei historischen Automobilrennen wieder eine Rolle.

Der legendäre Hanhart Robotimer
Der legendäre Hanhart Robotimer

Hanhart: Racemaster und Robotimer
Auf Augenhöhe: Hanhart Racemaster und Robotimer

Der Racemaster im Detail

Mit dem Racemaster präsentiert Hanhart eine moderne Armbandstoppuhr, die viele Traditionen der Firmengeschichte in sich vereint. Der 45 Millimeter große und mit Armband 139 Gramm schwere Chrono verwendet ein aufwändig umgearbeitetes Automatikwerk Sellita 500. Deswegen verfügt das Werk über 32 anstatt der sonst üblichen 25 Steine. Die Uhr ist sehr hochwertig und aufwändig verarbeitet. Typische Merkmale einer Motorsportuhr sind das bunte Zifferblatt mit einem orangefarbenen Ring, an dessen Umrandung eine Tachymeterskala liegt. Auch die Ferrari-roten Hauptzeiger erinnern an die Racingchronographen aus den 70er -Jahren, bei denen die Leuchttmasse in der Zeigerspitze platziert war. Die in Weiß abgesetzten Totalisatoren sind an den Rand des Zifferblatts gesetzt und zeigen im rechten Teil einen klassischen 30-Minuten-Zähler. Im linken Teil sind die kleine Sekunde und ein 12-Stunden-Zähler, der auch halbe Stunden anzeigt, untergebracht. Die Anordnung verleihen der Uhr einen ungewöhnlichen und stechenden „Basedow-Blick“. Die Designer wollten so das Hauptaugenmerk auf die zentrale Funktion – die Stoppeinrichtung – lenken.

Klares Design im Geiste einer Armbandstoppuhr für den Motorsport.
Klares Design im Geiste einer Armbandstoppuhr für den Motorsport.

Diese konzentriert sich auf einen dominanten Stoppsekundenzeiger mit einem deutlichen über die Zeigerachse hinausragenden Gegengewicht. Dieses Element ist an die fliegerische Tradition bei Hanhart angelehnt. Der asymmetrisch nach oben verschobene Drücker zum Auslösen der Stoppfunktion vermeidet unnötige Fummelei. Der Rückstellknopf ist rot markiert, denn dahinter verbirgt sich eine Besonderheit.

Hier geht es weiter mit der Geschichte des Hanhart Racemasters.

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