Die Fliegeruhren von IWC – der ultimative Überblick

IWC Große Fliegeruhr, IWC Top Gun, IWC Fliegeruhr Chronograph, IWC Mark XVIII & Co.

 Redaktion
von Redaktion
am 12. Dezember 2017

Die Fliegeruhrenkollektion gehört zu den beliebtesten bei der IWC. Bereits 1936 bauten die Schaffhauser eine speziell für Piloten entwickelte Uhr. Seither hat IWC ihre Fliegeruhren-Kollektion stark erweitert, heute führt sie die meisten Referenzen von allen IWC-Kollektionen. Neben den klassischen Fliegeruhren gibt es unter anderem auch die Sondereditionen Top Gun und Spitfire.

Lufthansa Junkers Ju 52
„Tante Ju“: Eine solche Ju 52 befindet sich im Besitz von IWC. Den Unterhalt der einsatzfähigen Maschine leistet sich die Marke, um ihren Bezug zum Thema Fliegeruhr zu unterstreichen (Foto: Deutsche Lufthansa AG / 1932)

Mit dem Ersten Weltkrieg nahm die Fliegerei eine ernst zu nehmende Dimension an, und die großen Pioniere wie Charles Lindbergh oder Amelia Earhart machten in den späten 1920er-Jahren auf sich aufmerksam: Lindberg überquerte den Atlantik im Alleingang 1927, Earhart als erste Frau 1932. Damit stieg auch die Nachfrage nach speziellen Uhren, die als wichtige Navigationsinstrumente für Piloten und ihre Helfer dienten.
IWC war mit der „Spezialuhr für Flieger“ im Jahr 1936 relativ früh dran. Der damalige Generaldirektor Jakob Homberger wurde von seinen flugbegeisterten Söhnen dazu inspiriert, eine Uhr mit viel Leuchtmasse auf Ziffern und Zeigern, über die Lünette einstellbarer Minutenmarkierung und Kaliber 83 mit antimagnetischer Hemmung zu fertigen. Die Fliegeruhr war zwischen minus 40 und plus 40 Grad Celsius funktionssicher, was in offenen oder zumindest ungeheizten Flugzeugcockpits durchaus eine Rolle spielte.

1936: IWC “Spezialuhr für Flieger”
1936: IWC “Spezialuhr für Flieger”

Der heute weltbekannte Nachfolger der Spezialuhr für Flieger ist die IWC Große Fliegeruhr, die das Unternehmen ab 1940 in einer Auflage von 1.000 Exemplaren für die deutsche Luftwaffe fertigte. Dieser 55 Millimeter große, vom Kaliber 52 T.S.C. angetriebene Zeitmesser hat mit seinem Beobachtungsuhren-Design das Genre Fliegeruhr bis heute entscheidend geprägt – zusammen mit den baugleichen Modellen der deutschen Hersteller A. Lange & Söhne, Wempe, Laco und Stowa.

IWC Große Fliegeruhr von 1940: Ref. 52T.S.C, Kaliber 52 T.S.C
IWC Große Fliegeruhr von 1940: Ref. 52T.S.C, Kaliber 52 T.S.C

Das Dreigestirn historisch bedeutender Fliegeruhren komplettiert die IWC Mark 11 von 1948. (Erst ab der Mark XII wurden römische Ziffern für die Modellbezeichnung eingeführt.) Der neue Militärzeitmesser war für die Piloten der britischen Royal Air Force und anderer Commonwealth-Staaten bestimmt und gehörte mehr als 30 Jahre lang, bis 1981, zu deren offizieller Ausrüstung. Das IWC-Kaliber 89 wurde durch ein Weicheisen-Innengehäuse vor Magnetfeldern geschützt – eine Anforderung, die die deutsche Luftwaffe an die Große Fliegeruhr noch nicht gestellt hatte.

1948: IWC Mark 11
1948: IWC Mark 11

IWC Fliegeruhr: Die Modelle der Classic-Kollektion

Während die Spezialuhr für Flieger aus dem Jahr 1936 nur für eine limitierte Sonderedition von 2008 wiederbelebt wurde, hat die Mark 11 eine bis heute anhaltende Modelltradition begründet: Sie erschien 1994 in überarbeiteter Form als IWC Mark XII und wird seitdem stetig modernisiert, was immer neue Mark-Nummern zum Ausdruck bringen. 2016 war IWC bei der Mark XVIII angelangt – einer klassischschlichten Fliegeruhr, die nach einer etwas überdesignten Vorgängerin zu den Stärken des optisch reduzierten ehemaligen Militärzeitmessers zurückkehrt. Seit zehn Jahren gab es zum ersten Mal wieder Stundenziffern statt Balkenindexen bei sechs und neun Uhr. Die Minuterie läuft nun bei zwölf Uhr wieder durch, statt von dem Fliegerdreieck unterbrochen zu werden. In dem 40 Millimeter großen Stahlgehäuse der IWC Mark XVIII arbeitet nach wie vor das Eta-Automatikkaliber 2892.

IWC: Fliegeruhr Mark XVIII mit Edelstahlband
IWC: Fliegeruhr Mark XVIII mit Edelstahlband

2017 lancierte IWC eine Sonderedition der Mark XVIII als Reminiszenz an die Mark 11 von 1948. Bei der Pilot’s Watch Mark XVIII Edition “Tribute to Mark XI” erinnern die Leuchtmarkierungen auf dem Zifferblatt, die im Beigeton der Zeiger gehalten sind, die schlanken Minutenzeiger mit der Spitze und der breite Stundenzeiger mit geradem Ende an das Originalmodell. Die Tribute-Fliegeruhr wird vom Automatikkaliber Sellita SW300-1 angetrieben und erscheint in einer Auflage von 1.948 Exemplaren.

IWC: Pilot’s Watch Mark XVIII Edition "Tribute to Mark XI" (4.710 Euro)
IWC: Pilot’s Watch Mark XVIII Edition “Tribute to Mark XI”

Auch die Große Fliegeruhr von 1940 markierte den Beginn einer Erfolgsgeschichte. Sie besaß ein 55 Millimeter großes Edelstahlgehäuse und besaß ein kontrastreiches, übersichtlich gestaltets Zifferblatt. IWC verbaute damals das Taschenuhrenkaliber 52, das auf deine Zentraösekunde mit Sekundenstopp umgebaut war. Es dauerte allerdings bis 2002, bis ihr Nachfolger mit immerhin 46 Millimeter großem Stahlgehäuse und hauseigenem Sieben-Tage-Kaliber 5011 für Aufsehen sorgte. Das Gehäusemaß blieb bis heute dasselbe, aber seit 2016 tickt die verbesserte Kaliberversion 51111 in dem Weicheisen-Innengehäuse des Modells. Wie die Mark-Modelle gehört die Große Fliegeruhr in die Classic-Kollektion, deren Gehäuseböden die Reliefgravur des Flugzeugklassikers Ju 52, genannt „Tante Ju“, tragen. Wie die meisten Lederbandversionen kommt sie an einem Armband von der italienischen Schuh- und Lederwarenmanufaktur Santoni.

IWC Große Fliegeruhr in der aktuellen Version
IWC Große Fliegeruhr in der aktuellen Version

Ebenfalls ein fester Kollektionsbestandteil ist die IWC Fliegeruhr Chronograph. Bei dem 43 Millimeter großen Valjoux-7750-Stopper ist IWC wie bei der Mark XVIII zu einem geradlinigeren Design zurückgekehrt. Das bedeutet vor allem die Abkehr vom zuletzt eingeführten verlängerten Datumsfenster, das drei statt nur einer Ziffer anzeigte, sowie das Weglassen der Fünf-Minuten-Zahlen am Zifferblattrand. Das Ergebnis ist ein aufgeräumtes Uhrengesicht, das trotz der vielen Anzeigen keinerlei Verwirrung stiftet.

IWC: Fliegeruhr Chronograph
IWC: Fliegeruhr Chronograph

Genauso groß wie die Große Fliegeruhr, dabei aber ein komplett anderes Modell ist der IWC Timezoner Chronograph. Bei ihm setzt IWC die 2015 von der Marke Vogard gekaufte Weltzeitfunktion ein. Das System basiert auf einer Drehlünette, mit der sich 24 ganzstündige Zeitzonen auswählen lassen, wobei sich die zentrale Zeit gleich mit einstellt. IWC hat das System jedoch in der Handhabung vereinfacht: Musste man bei Vogard noch einen Schutzbügel am Gehäuse öffnen, bevor man die Lünette drehen konnte, so reicht es bei dem IWC Timezoner Chronograph, den Ring herunterzudrücken und ihn dann in eine beliebige Richtung zu bewegen. Der kleine Zeiger stellt keine weitere Zeitzone dar, sondern dient in Kombination mit der kleinen 24-Stunden-Skala als Tag-Nacht-Anzeige für die einzige dargestellte Zeit. Kombiniert wird die Weltzeitfunktion mit dem Flyback-Chronographen des IWC-Manufakturkalibers 89760, der die gestoppten Stunden und Minuten in einem gemeinsamen Zähler bei der Zwölf anzeigt.

IWC Pilot's Watch Timezoner Chronograph: Mithilfe der beidseitig drehbaren Lünette lässt sich die Weltzeitfunktion einstellen.
IWC Pilot’s Watch Timezoner Chronograph

IWC Fliegeruhr: Die Modelle der Heritage-Kollektion

Zudem gibt es seit 2016 die Unterkollektion IWC Heritage. Während die Große Fliegeruhr Heritage 48 mit hauseigenem Acht-Tage-Handaufzugskaliber 59215 und Datum im 48-Millimeter-Gehäuse  imposant daherkommt, erzielt die Große Fliegeruhr Heritage 55 mit Manufaktur-Handaufzugskaliber 98300 und normaler Gangautonomie von 46 Stunden in ihrer 55-Millimeter-Schale eine noch größere Wirkung.

IWC: Große Fliegeruhr Heritage 48
IWC: Große Fliegeruhr Heritage 48

Beide sieht IWC trotz ihres Titan- statt Stahlgehäuses als Nachfolger der Großen Fliegeruhr von 1940. Als Draufgabe gibt es für beide ein Magnetfelder abschirmendes Weicheisen-Innengehäuse, das der berühmte Ahne nicht vorweisen konnte. Dass die 48-Millimeter-Version durch ein kleines Sichtfenster im Gehäuseboden Blicke auf die Unruh erlaubt, vermindert den Magnetfeldschutz laut IWC um maximal drei Prozent.

IWC: Große Fliegeruhr Heritage 55
IWC: Große Fliegeruhr Heritage 55

Vor kurzem stellte IWC die Große Fliegeruhr Heritage in zwei Gehäusevarianten: in Titan und Bronze. Beide Fliegeruhrenmodelle messen 46,2 Millimeter im Durchmesser und besitzen ein schwarzes Zifferblatt mit blauen, mit Leuchtmasse belegten Zeigern. Im Weicheisen-Innengehäuse der Retro-Fliegeruhren tickt das Manufakturkaliber 52110 mit sieben Tage Gangreserve und Pellaton-Aufzug.

IWC: Big Pilot’s Watch Heritage mit Bronzegehäuse
IWC: Big Pilot’s Watch Heritage mit Bronzegehäuse

IWC Fliegeruhr: Die Modelle IWC Spitfire

IWCs Dauerbrenner, die Große Fliegeruhr mit Sieben-Tage-Manufakturwerk, gibt es auch in der etwas eleganteren Unterkollektion IWC Spitfire. Bei dem im Jahr 2016 vorgestellten Modell Große Fliegeruhr Spitfire besteht das 46 Millimeter große Gehäuse aus Rotgold, und das Zifferblatt in Anthrazit trägt einen Sonnenschliff. Den Boden der IWC Spitfire ziert die Reliefgravur eines Spitfire-Kampfflugzeugs.

IWC: Große Fliegeruhr Spitfire
IWC: Große Fliegeruhr Spitfire

Zifferblattdekor und Bodengravur hat die Große Fliegeruhr Spitfire mit der drei Millimeter kleineren Fliegeruhr Chronograph Spitfire gemeinsam, die mit einem fünfreihigen Edelstahlband geliefert wird.

IWC: Fliegeruhr Chronograph Spitfire
IWC: Fliegeruhr Chronograph Spitfire

Außerdem gibt es in dieser Linie auch den digitalen ewigen Kalender mit zusätzlichem Chronographen: Die Fliegeruhr Perpetual Calendar Digital Date-Month Spitfire misst 46 Millimeter und wird vom Manufakturkaliber 89801 mit 68 Stunden Gangautonomie angetrieben.

IWC: Fliegeruhr Perpetual Calendar Digital Date-Month Spitfire
IWC: Fliegeruhr Perpetual Calendar Digital Date-Month Spitfire

IWC Fliegeruhr: IWC Top Gun und IWC Top Gun Miramar

Die wichtigste Änderung in der Keramikuhren-Kollektion IWC Top Gun war 2016 die Überarbeitung des Modells mit hauseigenem Flyback-Chronographenkaliber 89361: Die Fliegeruhr Chronograph Top Gun zeigt wie die anderen Modelle mit diesem Werk bei zwölf Uhr nicht mehr nur die Minuten, sondern auch die Stunden an. Durch den konzentrischen Zähler lässt sich die gestoppte Zeit ebenso einfach und intuitiv wie die Uhrzeit ablesen. Der Chronograph misst mit 44 Millimetern zwei Millimeter weniger als sein Vorgänger. Unter der Keramikschale liegt nach wie vor ein Weicheisenkern, der das Werk vor Magnetfeldern schützt. Der Titanboden trägt weiterhin das Top-Gun-Emblem, allerdings nun ebenfalls als Reliefgravur und nicht mehr als mehrfarbig lackiertes Medaillon.

IWC: Fliegeruhr Chronograph Top Gun
IWC: Fliegeruhr Chronograph Top Gun

In der 2012 eingeführten, betont militärisch gestaltete Unterlinie Top Gun Miramar wurde der Chronograph auf die gleiche Weise modifiziert. Außerdem gib es seit 2016 die IWC Mark XVIII Top Gun Miramar. Sie besitzt das für die Kollektion typische olivgrüne Zifferblatt mit beigefarbener Leuchtmasse sowie das polierte Keramikgehäuse. Sie wird an einem geprägten Kalbslederband getragen. Den Antrieb erledigt wie bei der normalen Mark XVIII das Eta 2892.

IWC: Mark XVIII Top Gun Miramar
IWC: Mark XVIII Top Gun Miramar

Als Partner der Stiftung “Antoine de Saint-Exupéry pour la Jeunesse” lanciert IWC regelmäßig limitierte Modelle unter den Beinamen Le Petit Prince und Antoine de Saint-Exupéry. Vor kurzem stellte IWC das Sondermodell Big Pilot’s Watch Annual Calendar Edition „Antoine de Saint Exupéry” in einer Auflage von 250 Exemplaren vor. Der Schaffhauser Uhrenhersteller verbaut dabei sein hauseigenes Automatikkaliber 52850 mit Jahreskalender. Kennzeichnend für die „Antoine-de-Saint-Exupéry”-Modelle ist ein braunes Zifferblatt mit Sonnenschliff. Das 46,2 Millimeter große Gehäuse der Fliegeruhr besteht aus Gold und ist bis sechs Bar druckfest. Der Saphirglasboden gibt den Blick auf das Uhrwerk und den besonderen Aufzugsrotor frei: Die Schwungmasse ist aus Rotgold gefertigt und besitzt die Form einer Lightning P-38. Mit diesem Flugzeug startete der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint Exupéry 1944 einen Aufklärungsflug, von dem er nie zurückkehrte.

IWC: Big Pilot's Watch Annual Calendar Edition "Antoine de Saint Exupéry"
IWC: Big Pilot’s Watch Annual Calendar Edition “Antoine de Saint Exupéry”

Die Preise für die Fliegeruhren der IWC beginnen bei 4.500 Euro für die Stahlversionen der Pilot’s Watch Mark XVIII. Für einen Chronographen in der Fliegeruhrenkollektion muss man zwischen 5.500 und 12.200 Euro bereithalten. Die Große Fliegeruhr beginnt bei 13.500 Euro. Natürlich geht auch noch mehr: Der Ewige Kalender Top Gun ist für 35.800 Euro und der Jahreskalender „Le Petit Prince“ in Weißgold für 38.800 Euro erhältlich.

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