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Chronos testete eine der ersten neuen Stahl-Daytonas mit Keramiklünette von Rolex.

Die Fliegeruhren von IWC – der ultimative Überblick

IWC Große Fliegeruhr, IWC Top Gun, IWC Fliegeruhr Chronograph, IWC Mark XVIII & Co.

Die Fliegeruhrenkollektion gehört zu den beliebtesten bei der IWC. Bereits 1936 bauten die Schaffhauser eine speziell für Piloten entwickelte Uhr. Seither hat IWC ihre Fliegeruhren-Kollektion stark erweitert, heute führt sie die meisten Referenzen von allen IWC-Kollektionen. Neben den klassischen Fliegeruhren gibt es unter anderem auch die Sondereditionen Top Gun und Spitfire.

Lufthansa Junkers Ju 52
“Tante Ju”: Eine solche Ju 52 befindet sich im Besitz von IWC. Den Unterhalt der einsatzfähigen Maschine leistet sich die Marke, um ihren Bezug zum Thema Fliegeruhr zu unterstreichen (Foto: Deutsche Lufthansa AG / 1932)

Mit dem Ersten Weltkrieg nahm die Fliegerei eine ernst zu nehmende Dimension an, und die großen Pioniere wie Charles Lindbergh oder Amelia Earhart machten in den späten 1920er-Jahren auf sich aufmerksam: Lindberg überquerte den Atlantik im Alleingang 1927, Earhart als erste Frau 1932. Damit stieg auch die Nachfrage nach speziellen Uhren, die als wichtige Navigationsinstrumente für Piloten und ihre Helfer dienten.
IWC war mit der “Spezialuhr für Flieger” im Jahr 1936 relativ früh dran. Der damalige Generaldirektor Jakob Homberger wurde von seinen flugbegeisterten Söhnen dazu inspiriert, eine Uhr mit viel Leuchtmasse auf Ziffern und Zeigern, über die Lünette einstellbarer Minutenmarkierung und Kaliber 83 mit antimagnetischer Hemmung zu fertigen. Die Fliegeruhr war zwischen minus 40 und plus 40 Grad Celsius funktionssicher, was in offenen oder zumindest ungeheizten Flugzeugcockpits durchaus eine Rolle spielte.

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1936: IWC “Spezialuhr für Flieger”
1936: IWC “Spezialuhr für Flieger”

Der heute weltbekannte Nachfolger der Spezialuhr für Flieger ist die IWC Große Fliegeruhr, die das Unternehmen ab 1940 in einer Auflage von 1.000 Exemplaren für die deutsche Luftwaffe fertigte. Dieser 55 Millimeter große, vom Kaliber 52 T.S.C. angetriebene Zeitmesser hat mit seinem Beobachtungsuhren-Design das Genre Fliegeruhr bis heute entscheidend geprägt – zusammen mit den baugleichen Modellen der deutschen Hersteller A. Lange & Söhne, Wempe, Laco und Stowa.

IWC Große Fliegeruhr von 1940: Ref. 52T.S.C, Kaliber 52 T.S.C
IWC Große Fliegeruhr von 1940: Ref. 52T.S.C, Kaliber 52 T.S.C

Das Dreigestirn historisch bedeutender Fliegeruhren komplettiert die IWC Mark 11 von 1948. (Erst ab der Mark XII wurden römische Ziffern für die Modellbezeichnung eingeführt.) Der neue Militärzeitmesser war für die Piloten der britischen Royal Air Force und anderer Commonwealth-Staaten bestimmt und gehörte mehr als 30 Jahre lang, bis 1981, zu deren offizieller Ausrüstung. Das IWC-Kaliber 89 wurde durch ein Weicheisen-Innengehäuse vor Magnetfeldern geschützt – eine Anforderung, die die deutsche Luftwaffe an die Große Fliegeruhr noch nicht gestellt hatte.

1948: IWC Mark 11
1948: IWC Mark 11

IWC Fliegeruhr: Die Modelle der Classic-Kollektion

Während die Spezialuhr für Flieger aus dem Jahr 1936 nur für eine limitierte Sonderedition von 2008 wiederbelebt wurde, hat die Mark 11 eine bis heute anhaltende Modelltradition begründet: Sie erschien 1994 in überarbeiteter Form als IWC Mark XII und wird seitdem stetig modernisiert, was immer neue Mark-Nummern zum Ausdruck bringen. 2016 war IWC bei der Mark XVIII angelangt – einer klassisch-schlichten Fliegeruhr, die nach einer etwas überdesignten Vorgängerin zu den Stärken des optisch reduzierten ehemaligen Militärzeitmessers zurückkehrt. Seit zehn Jahren gab es zum ersten Mal wieder Stundenziffern statt Balkenindexen bei sechs und neun Uhr. Die Minuterie läuft nun bei zwölf Uhr wieder durch, statt von dem Fliegerdreieck unterbrochen zu werden. In dem 40 Millimeter großen Stahlgehäuse der IWC Mark XVIII arbeitet nach wie vor das Eta-Automatikkaliber 2892.

IWC: Fliegeruhr Mark XVIII mit Edelstahlband
IWC: Fliegeruhr Mark XVIII mit Edelstahlband

2017 lancierte IWC eine Sonderedition der Mark XVIII als Reminiszenz an die Mark 11 von 1948. Bei der Pilot’s Watch Mark XVIII Edition “Tribute to Mark XI” erinnern die Leuchtmarkierungen auf dem Zifferblatt, die im Beigeton der Zeiger gehalten sind, die schlanken Minutenzeiger mit der Spitze und der breite Stundenzeiger mit geradem Ende an das Originalmodell. Die Tribute-Fliegeruhr wird vom Automatikkaliber Sellita SW300-1 angetrieben und erscheint in einer Auflage von 1.948 Exemplaren.

IWC: Pilot’s Watch Mark XVIII Edition "Tribute to Mark XI" (4.710 Euro)
IWC: Pilot’s Watch Mark XVIII Edition “Tribute to Mark XI”

Auch die Große Fliegeruhr von 1940 markierte den Beginn einer Erfolgsgeschichte. Sie besaß ein 55 Millimeter großes Edelstahlgehäuse und trug ein kontrastreiches, übersichtlich gestaltetes Zifferblatt. IWC verbaute damals das Taschenuhrenkaliber 52, das auf deine Zentralsekunde mit Sekundenstopp umgebaut war. Es dauerte allerdings bis 2002, bis ihr Nachfolger mit immerhin 46 Millimeter großem Stahlgehäuse und hauseigenem Sieben-Tage-Kaliber 5011 für Aufsehen sorgte. Das Gehäusemaß ist bis heute gleich geblieben, aber seit 2016 tickt die verbesserte Kaliberversion 51111 in dem Weicheisen-Innengehäuse des Modells. Wie die Mark-Modelle gehört die Große Fliegeruhr in die Classic-Kollektion, deren Gehäuseböden die Reliefgravur des Flugzeugklassikers Ju 52, genannt “Tante Ju”, tragen. Wie die meisten Lederbandversionen kommt sie an einem Armband von der italienischen Schuh- und Lederwarenmanufaktur Santoni.

IWC Große Fliegeruhr in der aktuellen Version
IWC Große Fliegeruhr in der aktuellen Version

Ebenfalls ein fester Kollektionsbestandteil ist die IWC Fliegeruhr Chronograph. Bei dem 43 Millimeter großen Valjoux-7750-Stopper ist IWC wie bei der Mark XVIII zu einem geradlinigeren Design zurückgekehrt. Das bedeutet vor allem die Abkehr vom zuletzt eingeführten verlängerten Datumsfenster, das drei statt nur einer Ziffer anzeigte, sowie das Weglassen der Fünf-Minuten-Zahlen am Zifferblattrand. Das Ergebnis ist ein aufgeräumtes Uhrengesicht, das trotz der vielen Anzeigen keinerlei Verwirrung stiftet.

IWC: Fliegeruhr Chronograph
IWC: Fliegeruhr Chronograph

Genauso groß wie die Große Fliegeruhr, dabei aber ein komplett anderes Modell ist der IWC Timezoner Chronograph. Bei ihm setzt IWC die 2015 von der Marke Vogard gekaufte Weltzeitfunktion ein. Das System basiert auf einer Drehlünette, mit der sich 24 ganzstündige Zeitzonen auswählen lassen, wobei sich die zentrale Zeit gleich mit einstellt. IWC hat das System jedoch in der Handhabung vereinfacht: Musste man bei Vogard noch einen Schutzbügel am Gehäuse öffnen, bevor man die Lünette drehen konnte, so reicht es bei dem IWC Timezoner Chronograph, den Ring herunterzudrücken und ihn dann in eine beliebige Richtung zu bewegen. Der kleine Zeiger stellt keine weitere Zeitzone dar, sondern dient in Kombination mit der kleinen 24-Stunden-Skala als Tag-Nacht-Anzeige für die einzige dargestellte Zeit. Kombiniert wird die Weltzeitfunktion mit dem Flyback-Chronographen des IWC-Manufakturkalibers 89760, der die gestoppten Stunden und Minuten in einem gemeinsamen Zähler bei der Zwölf anzeigt.

IWC Pilot's Watch Timezoner Chronograph: Mithilfe der beidseitig drehbaren Lünette lässt sich die Weltzeitfunktion einstellen.
IWC Pilot’s Watch Timezoner Chronograph

IWC Fliegeruhr: Die Modelle der Heritage-Kollektion

Zudem gibt es seit 2016 die Unterkollektion IWC Heritage. Während die Große Fliegeruhr Heritage 48 mit hauseigenem Acht-Tage-Handaufzugskaliber 59215 und Datum im 48-Millimeter-Gehäuse  imposant daherkommt, erzielt die Große Fliegeruhr Heritage 55 mit Manufaktur-Handaufzugskaliber 98300 und normaler Gangautonomie von 46 Stunden in ihrer 55-Millimeter-Schale eine noch größere Wirkung.

IWC: Große Fliegeruhr Heritage 48
IWC: Große Fliegeruhr Heritage 48

Beide sieht IWC trotz ihres Titan- statt Stahlgehäuses als Nachfolger der Großen Fliegeruhr von 1940. Als Draufgabe gibt es für beide ein Magnetfelder abschirmendes Weicheisen-Innengehäuse, das der berühmte Ahne nicht vorweisen konnte. Dass die 48-Millimeter-Version durch ein kleines Sichtfenster im Gehäuseboden Blicke auf die Unruh erlaubt, vermindert den Magnetfeldschutz laut IWC um maximal drei Prozent.

IWC: Große Fliegeruhr Heritage 55
IWC: Große Fliegeruhr Heritage 55

Ende 2017 stellte IWC die Große Fliegeruhr Heritage in zwei Gehäusevarianten: in Titan und Bronze. Beide Fliegeruhrenmodelle messen 46,2 Millimeter im Durchmesser und besitzen ein schwarzes Zifferblatt mit blauen, mit Leuchtmasse belegten Zeigern. Im Weicheisen-Innengehäuse der Retro-Fliegeruhren tickt das Manufakturkaliber 52110 mit sieben Tage Gangreserve und Pellaton-Aufzug.

IWC: Big Pilot’s Watch Heritage mit Bronzegehäuse
IWC: Big Pilot’s Watch Heritage mit Bronzegehäuse

IWC Fliegeruhr: Die Modelle IWC Spitfire

IWCs Dauerbrenner, die Große Fliegeruhr mit Sieben-Tage-Manufakturwerk, gibt es auch in der etwas eleganteren Unterkollektion IWC Spitfire. Bei dem im Jahr 2016 vorgestellten Modell Große Fliegeruhr Spitfire besteht das 46 Millimeter große Gehäuse aus Rotgold, und das Zifferblatt in Anthrazit trägt einen Sonnenschliff. Den Boden der IWC Spitfire ziert die Reliefgravur eines Spitfire-Kampfflugzeugs.

IWC: Große Fliegeruhr Spitfire
IWC: Große Fliegeruhr Spitfire

Zifferblattdekor und Bodengravur hat die Große Fliegeruhr Spitfire mit der drei Millimeter kleineren Fliegeruhr Chronograph Spitfire gemeinsam, die mit einem fünfreihigen Edelstahlband geliefert wird.

IWC: Fliegeruhr Chronograph Spitfire
IWC: Fliegeruhr Chronograph Spitfire

2012 kam erstmals in dieser Linie auch ein digitaler ewiger Kalender mit zusätzlichem Chronographen: Die Fliegeruhr Perpetual Calendar Digital Date-Month Spitfire maß 46 Millimeter und wurde vom Manufakturkaliber 89801 mit 68 Stunden Gangautonomie angetrieben. Nach einer rotgoldenen Version folgte 2015 ein Stahlmodell.

IWC: Fliegeruhr Perpetual Calendar Digital Date-Month Spitfire
IWC: Fliegeruhr Perpetual Calendar Digital Date-Month Spitfire

Etwa ein Jahr später wurde der ewige Kalender durch eine weniger komplizierte Uhr ersetzt. Die Große Fliegeruhr Jahreskalender Spitfire zeigt das typische Gesicht des IWC-Jahreskalenders. So sitzen die Anzeigen für Monat, Datum und Wochentag in einem Bogen unterhalb der Zwölf. Das automatischem Manufakturkaliber 52850 bietet aber keine Stoppfunktion mehr. Dafür hat es aber eine beachtliche Gangdauer von 7 Tagen, die in einem Hilfszifferblatt bei der Drei ausgewiesen wird. Ihr gegenüber sitzt eine kleine Sekunde. Typisch für die Spitfire-Kollektion trägt auch der Jahreskalender ein anthrazitfarbenes Zifferblatt mit Sonnenschliff.

2019 erneuerte IWC die Spitfire-Linie komplett. Die Spitfire-Modelle gibt es nun neben der Stahlversion mit mattschwarzem Zifferblatt auch mit Bronzegehäuse und olivfarbenen Zifferblättern. Zudem verfügen die die Bronzeversionen über ein Rindslederband mit Kontrastnaht, während die Stahluhren auf olivfarbene Textilbänder setzen. Die auf alt getrimmter Leuchtmasse sorgt bei den Stahlvarianten zudem für einen Retro-Touch. Die Pilot’s Watch Chronograph Spitfire treibt nun das neue Manufakturkaliber 69380 an, was für einen sehr attraktiven Preis ab 6.290 Euro sorgt. Mit Bronzegehäuse kostet der Chronograph 6.900 Euro. Mit 41 Millimetern fällt der Durchmesser wie bei den anderen Spitfire-Neuheiten dezent aus.

IWC Pilot’s Watch Chronograph Spitfire
IWC Pilot’s Watch Chronograph Spitfire

Das Einstiegsmodell in der Spitfire-Linie stellt die Pilot’s Watch Automatic Spitfire dar. Zum ersten Mal überhaupt setzt IWC das neue Manufakturkaliber 32110 mit Automatikaufzug und 72 Stunden Gangreserve ein. Es erlaubt nun auch einen deutlich günstigeren Einstieg in die IWC-Manufakturwelt. Mit 4840 Euro kostet die Automatic Spitfire lediglich 200 Euro mehr als die Mark XVII, mit einem Eta-basiertem Werk. Das Design der Neuheit erinnert an die legendäre Mark 11, die IWC ab 1948 an die Royal-Air-Force-Piloten der Spitfire-Jagdflugzeuge und anderer Maschinen geliefert hatte. Ein Innenkäfig aus Weicheisen schützt das Werk vor Magnetfeldern. Das Gehäuse misst mit 39 Millimeter einen Millimeter weniger als das der Mark XVIII. Die zwei Versionen des Modells unterscheiden sich deutlich: Die Stahlversion zeigt ein schwarzes Zifferblatt und ein grünes Textilarmband. Die Bronzeversion besitzt ein olivgrünes Zifferblatt und ein braunes Kalbslederarmband. Die Pilot’s Watch Automatic Spitfire in Edelstahl kostet 4.840 Euro, die Bronze-Variante kostet hier ebenfalls 610 Euro mehr.

IWC Pilot's Watch Automatic Spitfire in Stahl
IWC Pilot’s Watch Automatic Spitfire in Stahl

IWC lässt mit der Pilot’s Watch UTC Spitfire Edition „MJ271“ sein bekanntes Modell UTC wiederaufleben. Als Besonderheit zeigt die Uhr eine zweite Zeitzone auf der Scheibe unter der Zwölf an. UTC steht für Coordinated Universal Time. Diese koordinierte Weltzeit ist der Nachfolger von GMT. UTC spielt in der Fliegerei eine wichtige Rolle und wird international im Flugverkehr genutzt. Das neue Manufakturkaliber 82710 verfügt über einen Pellaton-Aufzug und bietet eine Gangreserve von 60 Stunden. Diese Uhr baut IWC nur in Bronze. Ihr Gehäuse misst 41 Millimeter im Durchmesser. Das neue Modell ist dem ambitionierten Projekt „Silver Spitfire – The Longest Flight“ gewidmet. Zwei Piloten wollen mit dem englischen Jagdflieger Spitfire aus den 1940er Jahren um die Welt fliegen und die faszinierende Maschine in Länder bringen, in denen sie noch nie zuvor zu sehen war. IWC ist Hauptsponsor dieser Expedition und der Namenzusatz MJ271 der neuen UTC nimmt auf die Registriernummer der Spitfire Bezug, die die Reise unternehmen wird. Die Neuheit ist auf 271 Exemplare limitiert und kostet 9.900 Euro.

IWC Pilot’s Watch UTC Spitfire Edition „MJ271"
IWC Pilot’s Watch UTC Spitfire Edition „MJ271″

IWC zeigt noch eine weitere Neuheit, die speziell für die Piloten der Spitfire konzipiert ist: Die Pilot’s Watch Timezoner Spitfire Edition „The Longest Flight“ verfügt über eine Weltzeitfunktion, die es zuvor schon bei einem Fliegerchronographen gab. Die auf 250 Exemplare limitierte Fliegeruhr besitzt eine raffinierte Einstellungsmöglichkeit. Über die drehbare Lünette wählt der Träger die Zeitzone aus; der Stundenzeiger und die 24-Stunden-Anzeige im Fenster stellen sich dann entsprechend ein. Die Form des Fensters erinnert an das Modell UTC mit zweiter Zeitzone. Als Motor arbeitet in dem 46-Millimeter-Edelstahlgehäuse das automatische Manufakturkaliber 82760 mit 60 Stunden Gangreserve. Der Preis für die nur in Stahl erhältliche Neuheit beträgt 13.800 Euro.

IWC: Pilot's Watch Timezoner Edition Longest Flight Spitfire

IWC Fliegeruhr: IWC Top Gun und IWC Top Gun Miramar

Neben der Spitfire-Linie bringt IWC 2019 auch in der Linie Top Gun neue Fliegeruhren. Ein neues Material kommt mit der Pilot’s Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium in die Kollektion. Die Schweizer setzen das neu entwickelte Material Ceratanium nach einer limitierten Aquatimer von 2017 zum zweiten Mal ein. Es soll die Kratzfestigkeit von Keramik mit der Bruchfestigkeit von Titan verbinden. Das Ausgangsmaterial ist eine Mischung aus Titan und Zirkonoxid. Durch Sintern bei 600 Grad wird die Außenschicht keramisch und färbt sich schwarz. Da die Schicht fest mit dem darunterliegenden Material verbunden ist, kann sie nicht wie eine DLC-Beschichtung abplatzen. Weil der Werkstoff erst zum Schluss gehärtet wird, entfallen die aufwendigen Bearbeitungen des harten Materials, die bei Keramik nötig sind. Daher konnte IWC nun zum ersten Mal auch Krone, Drücker und sogar die Schließe aus einem kratzfesten und farblich zum Gehäuse passenden Material fertigen. Bei den Keramikgehäusen bestehen diese Teile dagegen aus Titan. Die sonst weißen Ziffern und Indexe sind hier in grauer Leuchtmasse gehalten, was zu einem Stealth-Look führt. Double Chronograph oder Doppelchronograph nennt IWC seine Schleppzeigerchronographen. Der zusätzliche Drücker bei der Zehn koppelt den zweiten Stoppsekundenzeiger aus dem Zentrum ab und erlaubt so, Zwischenzeiten zu messen. Als Motor arbeitet das bekannte Kaliber 79230 in der Fliegeruhr. IWC erweitert ein Valjoux 7750 um den Schleppzeigermechanismus. Mit schwarzem Textilband beträgt der Preis 15.100 Euro.

IWC Pilot‘s Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium
IWC Pilot’s Watch Double Chronograph TOP GUN Ceratanium (IW371815) (Bild: IWC Pilot‘s Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium)

Auch der zweite Neuzugang der Top-Gun-Linie kann mit einem besonderen Gehäusematerial aufwarten: Der Pilot’s Watch Chronograph Top Gun Edition „Mojave Desert“ zeigt sich in sandfarbener Keramik. Dazu passt das dunkelbraune Zifferblatt, die sandfarbene Leuchtmasse auf Zeigern und Indexen und das ebenfalls in diesem Farbton gehaltene Textilband. Die Top-Gun-Linie, die IWC 2007 einführte, trägt den Spitznamen des Strike Fighter Tactics Instructor Program der US Navy. Die sandfarbene Keramik ist von der Mojave-Wüste inspiriert, wo sich mit der Naval Air Weapons Station China Lake die flächenmäßig größte Basis der US Navy befindet. Als Motor dient dem Chronographen das Manufakturkaliber 69380 mit Schaltrad, beidseitigen Klinkenaufzug und 46 Stunden Gangreserve. IWC baut lediglich 500 Exemplare zum Preis von je 9.050 Euro.

IWC Pilot’s Watch Chronograph TOP GUN Edition „Mojave Desert“
IWC Pilot’s Watch Chronograph TOP GUN Edition „Mojave Desert“

 

 

Nicht mehr fortgesetzt wird die 2012 eingeführte, betont militärisch gestaltete Unterlinie Top Gun Miramar. Die seit 2016 gebaute Mark XVIII Top Gun Miramar besaß das für die Kollektion typische olivgrüne Zifferblatt mit beigefarbener Leuchtmasse sowie das polierte Keramikgehäuse. Den Antrieb erledigte wie bei der normalen Mark XVIII das Eta 2892.

IWC: Mark XVIII Top Gun Miramar
Wird nicht mehr produziert: IWC Mark XVIII Top Gun Miramar

IWC Fliegeruhr: IWC Le Petit Prince und IWC Antoine de Saint-Exupéry

Als Partner der Stiftung “Antoine de Saint-Exupéry pour la Jeunesse” lanciert IWC regelmäßig limitierte Modelle unter den Beinamen Le Petit Prince und Antoine de Saint-Exupéry. Vor kurzem stellte IWC das Sondermodell Big Pilot’s Watch Annual Calendar Edition “Antoine de Saint Exupéry” in einer Auflage von 250 Exemplaren vor. Der Schaffhauser Uhrenhersteller verbaut dabei sein hauseigenes Automatikkaliber 52850 mit Jahreskalender. Kennzeichnend für die “Antoine-de-Saint-Exupéry”-Modelle ist ein braunes Zifferblatt mit Sonnenschliff. Das 46,2 Millimeter große Gehäuse der Fliegeruhr besteht aus Gold und ist bis sechs Bar druckfest. Der Saphirglasboden gibt den Blick auf das Uhrwerk und den besonderen Aufzugsrotor frei: Die Schwungmasse ist aus Rotgold gefertigt und besitzt die Form einer Lightning P-38. Mit diesem Flugzeug startete der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint Exupéry 1944 einen Aufklärungsflug, von dem er nie zurückkehrte.

IWC: Big Pilot's Watch Annual Calendar Edition "Antoine de Saint Exupéry"
IWC: Big Pilot’s Watch Annual Calendar Edition “Antoine de Saint Exupéry”

2019 stellte IWC als Leckerbissen für Komplikationsliebhaber in der Linie „Le Petit Prince“ das Big Pilot’s Watch Constant-Force Tourbillon Edition “Le Petit Prince” vor. Die große Fliegeruhr kombiniert zwei Erfindungen, die der Verbesserung der Ganggenauigkeit dienen: Ein Tourbillon, bei dem die Unruh in einem Käfig gedreht wird, um Lageabweichungen auszugleichen und ein Antrieb mit konstanter Kraft, der über eine Zwischenfeder auch bei nachlassender Aufzugsfeder für immer gleiches Drehmoment an der Unruh sorgt. Das Manufakturkaliber 94895 mit Handaufzug verfügt zudem über eine Gangautonomie von 96 Stunden, eine Gangreserveanzeige und eine Mondphasenanzeige. Passend zum Thema zeigt sie den kleinen Prinz, den Held der Geschichte „Le Petit Prince“ vom Piloten und Autor Antoine de Saint-Exupéry auf seinem Planeten. Auch das Gehäuse stellt eine Besonderheit dar, denn es besteht aus Hartgold. Durch schmieden erreicht das Rotgold eine ähnliche Kratzfestigkeit wie Edelstahl. IWC baut lediglich zehn Exemplare der komplizierten Fliegeruhr zum Preis von 235.000 Euro.

IWC Big Pilot’s Watch Constant-Force Tourbillon Edition “Le Petit Prince”
IWC Big Pilot’s Watch Constant-Force Tourbillon Edition “Le Petit Prince”

IWC Fliegeruhr: Jubiläumsuhren zu 150 Jahre IWC

Zum 150-jährigen Firmenbestehen brachte IWC 2018 eine große Jubiläumskollektion heraus, die alle Uhrenlinien umfasste – natürlich auch die Fliegeruhr. Äußeres Kennzeichen der Jubliäumsmodelle ist ein weiß oder blau lackiertes Zifferblatt mit aufgedruckten statt aufgesetzten Indexen. Aber IWC präsentierte auch neue Uhrwerke. So bekommt die Große Fliegeruhr eine neue Zusatzfunktion in Form eines Großdatums spendiert. Bei der Big Pilot’s Watch Big Date Edition “150 Years” mit neuem Manufaktur-Automatikkaliber 59235 liegen die zwei – elegant ohne Trennsteg auskommenden – Datumsscheiben bei zwölf Uhr.

IWC: Big Pilot's Watch Big Date Edition "150 Years"
IWC: Big Pilot’s Watch Big Date Edition “150 Years”

Das Werk bietet wie das der bekannten Big Pilot’s Watch acht Tage Gangautonomie. Die verbleibende Kraftreserve kann der Träger auf der Rückseite durch ein kleines Sichtfenster im Stahlboden ablesen. Die neue Edelstahluhr misst 46 Millimeter und wird an einem Santoni-Alligatorlederband mit fliegeruhrentypischen Nieten getragen.

Die Preise für die Fliegeruhren der IWC beginnen bei 4.490 Euro für die Stahlversionen der Pilot’s Watch Mark XVIII. Für einen Chronographen in der Fliegeruhrenkollektion muss man zwischen 5.500 und etwa 12.200 Euro bereithalten. Die Große Fliegeruhr beginnt bei 13.500 Euro.

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Download Marktübersicht: Motorsport-Chronographen mit Tachymeterskala
Das Angebot des Uhrenmarktes im Überblick: 87 Motorsport-Chronographen mit Tachymeterskala zeigt die Marktübersicht aus UHREN-MAGAZIN 3.2019 mit Bild, Daten und Preis.

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