H. Moser & Cie: Von Schaffhausen in die Welt

Tradition eines Uhren-Kosmopoliten

 Redaktion
von Redaktion
am 1. Juli 2015

Very rare – sehr selten, so wirbt H. Moser & Cie. Anfang 2014 in seinen Anzeigen. Und unterstreicht diese Aussage damit, dass es sich wohl um die einzige Uhrenwerbung der Welt handelt, auf der keine Uhr zu sehen ist. In der Tat sind die Zeitmesser aus der Schweizer Manufaktur in Neuhausen am Rheinfall nicht häufig an den Handgelenken von Uhrenfans zu sehen, vor allem nicht in Deutschland. Das soll sich ändern.

H. Moser & Cie.: CEO Edouard Meylan
H. Moser & Cie.: CEO Edouard Meylan
[Foto: Copyright Ernst Mueller www.foto-mueller.ch]

H. Moser & Cie.: Mayu
H. Moser & Cie.: Mayu
[Foto: Stefan VOS]

Als Familienunternehmen startet H. Moser & Cie. neu

Die neuen Besitzer, die Familie Meylan, haben ehrgeizige Pläne: Innerhalb von drei Jahren, so erklärt CEO Edouard Meylan bei seinem Amtsantritt Anfang April 2013, soll das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben. Da Familie Meylan in der Uhrenbranche bestens bekannt ist – Vater Georges-Henri war bis 2008 CEO bei Audemars Piguet –, halten viele dieses Ziel für realistisch. Seit der Gründung 2002 bis zur Übernahme der Mehrheitsanteile hielt der Unternehmer und Firmenmitgründer Thomas Straumann die Mehrheit. Bevor die Meylans die Bühne betreten, verläuft der Plan, hochwertige Uhren unter dem Namen des im 19. Jahrhundert bekannten Industriellen Heinrich Moser auf den Markt zu bringen, eher schleppend. Dabei hat die Manufaktur vieles zu bieten: Das Gebäude im Industriegebiet von Neuhausen am Rheinfall, direkt neben Schaffhausen gelegen, ist mit den neuesten Maschinen ausgestattet, und es mangelt nicht an fachlichem Knowhow. Doch bis 2009 endlich eine ansprechende Quantität Uhren ausgeliefert werden kann, ist bereits viel Kapital verbraucht. Nach einer kompletten Restrukturierung und unter der Leitung einer völlig neuen Führungsmannschaft macht man sich jetzt daran, sich im Segment der Luxusuhren sein Plätzchen zu erobern. Wirtschaftlich flankiert wird die eigene Marke von den Entwicklungen des Hauses für andere Uhrenunternehmen. Wer in der Schweiz eine neue Uhrenmarke gründet, greift nicht selten auf die lange Geschichte der Uhrmacherei in diesem Land zurück. Auch bei H. Moser & Cie. ist dies der Fall.

Erfahren Sie im Video-Interview mit CEO Edouard Meylan mehr über eigene Werke, Spiralen und Hemmungen von H. Moser & Cie.

Heinrich Moser
Heinrich Moser

Die Taschenuhren des Uhrenunternehmers Heinrich Moser sind im 19. Jahrhundert weltbekannt – und finden vor allem in Russland ihre Käufer. Heinrich Moser stammt aus einer Uhrmacherfamilie in Schaffhausen. Der junge Mann möchte weg aus der winzigen Stadt am Rhein und geht daher auf Wanderschaft. Sehr weit kommt er erst einmal nicht: In Le Locle, bereits damals ein Treffpunkt der besten Uhrmacher der Welt, lernt er alle Feinheiten des Handwerks. Heinrich Moser ist nicht nur ein begnadeter Handwerker und Uhrenkonstrukteur, er besitzt auch große unternehmerische Energie und diese führt den jungen Mann 1828 – im Alter von gerade einmal 23 Jahren – nach St. Petersburg, wo er sein Unternehmen H. Moser & Cie. gründet.

Der Uhrenunternehmer H. Moser & Cie. bringt Schaffhausen den Fortschritt

Heinrich Moser hat sehr schnell Erfolg im Zarenreich. Dort lernt er auch seine Frau Charlotte kennen, mit der er fünf Kinder hat. Die Familie kehrt 1848 in die Schweiz zurück. Mit dem Bau des herrschaftlichen Anwesens »Schloss Charlottenfels«, hoch über dem Rhein und der Stadt Schaffhausen, macht Moser gleich deutlich, wer hier künftig das Sagen hat.

H. Moser & Cie.: Schloss Charlottenfels
H. Moser & Cie.: Schloss Charlottenfels wird einst von Heinrich Moser erbaut. Heute birgt es in Museumsräumen Erinnerungen der Familiengeschichte.

Mit der vorindustriellen Ruhe in dem Rheinstädtchen, dessen Bewohner sich mehr schlecht als recht mit kleinen Handwerksbetrieben über Wasser halten, ist es bald vorbei. Zwar entstehen die Taschenuhren des Unternehmens im weit entfernten Le Locle, wo Moser bereits 1829 eine Manufaktur errichtet hat, doch er möchte auch Arbeitsplätze in Schaffhausen schaffen. Dafür braucht es mehr Energie, als die Wassermühlen entlang des Rheinufers erzeugen können. Moser plant und errichtet einen Damm über den Rhein, der bis auf den heutigen Tag existiert – hier steht jetzt das Flusskraftwerk – und seinen Namen trägt. Der Bau der Anlage ist aufgrund des felsigen Untergrunds schwierig, wird aber dank der unermüdlichen Anstrengungen Heinrich Mosers im Jahr 1866 fertiggestellt. Mittels Transmissionsriemen wird die erzeugte Energie zu den Fabriken auf dem anderen Rheinufer geleitet.  Mosers Projekt macht den Ort für Industrieansiedlungen interessant: Die Arbeitskräfte sind billig, und es gibt genug Energie.

Erfahren Sie auf der zweiten Seite, warum die Glanzzeit von H. Moser & Cie. bald vorbei war – und wer sie wieder aufleben ließ.

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