Hands-on: Longines – The Longines Avigation Big Eye

Nur schön oder auch funktional? Kann die Longines-Fliegeruhr überzeugen?

Die augenscheinliche Fliegeruhr The Longines Avigation Big Eye ist die Neuauflage eines Longines-Chronographen aus den 1930er-Jahren und verbindet Luftfahrtgeschichte mit moderner Uhrmacherei. Das junge Schaltradkaliber L688 wird exklusiv für Longines hergestellt.

Das Modell The Longines Avigation Big Eye wurde beim Grand Prix de l’Horlogerie (GPHG) 2017 in der Kategorie „Revival“ als beste Neuauflage eines ikonisch historischen Modells ausgezeichnet
Das Modell The Longines Avigation Big Eye wurde beim Grand Prix de l’Horlogerie (GPHG) 2017 in der Kategorie „Revival“ als beste Neuauflage eines ikonisch historischen Modells ausgezeichnet

Woher der Chronograph seinen Namen hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes augenscheinlich: Ein großer Counter bei drei Uhr zählt die gestoppten Minuten. Eine gute Voraussetzung, dass das Fünf-Minuten-Frühstücksei auch gelingt. Aber aufgepasst! Die langen Index-Linien kennzeichnen jede dritte Minute, nicht – wie weit verbreitet – jede fünfte. Beim ersten langen Strich ist das Ei also noch fast roh und beim zweiten schon hart.

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Außergewöhnlich ist auch die schleichende Bewegung des pfeilförmigen Chronographen-Minutenzeigers. Man muss also schon mal genauer hinsehen, wenn man gestoppte Zeitintervalle exakt ablesen will. Aber das ist kein Problem. Die Skalierungen sind sauber und daher gut ablesbar. Zwölf Stunden werden bei sechs Uhr gezählt. Der dazugehörige Zeiger vollführt ebenfalls eine permanente Bewegung über Markierungen mit Stundenziffern und Indexe im Halbstundenabstand.

Longines: The Longines Avigation Big Eye im Hands-on
Longines: The Longines Avigation Big Eye im Hands-on

Zeitanzeige und Stoppfunktion aus exklusivem Uhrwerk

Die Stoppuhren-Kadratur gehört nebst Zeitanzeige mit Kleiner Sekunde bei neun Uhr aber ohne Datum zum Kaliber L688.2, das auf Basis des Eta Valgranges A08.L01 für Longines gefertigt wird. Es handelt sich um einen Säulenrad-Chronographen, der als Modifikation mit Co-Axial-Hemmung auch als Basis für das Omega-Kaliber 3330 dient. Longines suchte vor ein paar Jahren nach einem Chronographenkaliber mit Säulenrad für den Einsatz in preiswerten Uhren. Das Ergebnis – ursprünglich A08.231 und später A08.L01 genannt, wurde 2010 als Longines L688 eingeführt und später auch als Longines L788 benutzt. Es arbeitet mit Räderkupplung und zweiarmigem Rückstellhammer. Die Schaltpunkte beim Bedienen der Hütchendrücker sind angesichts vorhandener Säulenrad-Mechanik ausgewogen und ziemlich sicher.

Design zitiert die Longines-Geschichte

Mit ihrer Form zitieren die gut bedienbaren Chronographendrücker die Geschichte, welche Longines immer wieder zur Auflage neuer Heritage-Modelle inspiriert. Die Avigation Big Eye gehört in diese Reihe. Den historischen Touch unterstreicht auch das matte, klassische Gehäuse mit einer gestuften Lünette, einem stark randgewölbten Saphirglas und einem geschlossenen Gewindeschraubboden mit Sondergravur. Das an den etwas scharfkantigen Hörnern befestigte braune Kalbslederband erinnert in seiner Vintage-Optik ebenso an historische Fliegeruhren wie das mattschwarze Zifferblatt an die Pionierzeit der Luftfahrt.

Longines: The Longines Avigation Big Eye, Seitenansicht
Longines: The Longines Avigation Big Eye, Seitenansicht

Dank starker Kontraste ist es gut ablesbar. Und trotz dreier Counter bleibt die Zeitanzeige dominant. Dafür sorgen die dafür verantwortlichen geraden und wohlproportionierten Zeiger sowie arabische Ziffern, die bei Dunkelheit zusammen kräftig leuchten. Manche Zahl musste einem Hilfszifferblatt weichen oder ist leicht angeschnitten. Dieser kleine Makel wurde aber schon beim historischen Chronographen toleriert. Die Zeit kommt dennoch zuverlässig zur Anzeige. Die Longines Avigation Big Eye geht zwischen vier und fünf Sekunden am Tag vor, und zwar egal, ob sie voll aufgezogen oder schon ein paar Stunden abgelaufen ist, der Chronograph gerade läuft oder nicht.

Longines: The Longines Avigation Big Eye bei Nacht
Longines: The Longines Avigation Big Eye bei Nacht

Sie tickt ausgewogen und fühlt sich am Handgelenk am wohlsten. Das gute Tragegefühl unterstützt das knapp 41 Millimeter große Edelstahlgehäuse mit seinen ergonomisch geformten Bandanstößen ebenso wie das schöne weiche Lederband mit seiner schlichten Dornschließe. So erinnert man sich gern an längst vergangene Zeiten. MaRi

Das genaue Testergebnis sowie ein ausführliches Datenblatt zur The Longines Avigation Big Eye finden Sie im UHREN-MAGAZIN Heft 02.2018.

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