HYT: Hydromechanik

Zeitanzeige mit Flüssigkeit - Baselworld 2012

Jens Koch
von Jens Koch
am 19. März 2012
Die H1 von HYT zeigt die Zeit mit einer Flüssigkeit an
Die H1 von HYT zeigt die Zeit mit einer Flüssigkeit an

Die ersten Wasseruhren kennen wir aus dem alten Ägypten. Sie sind über 3000 Jahre alt. Aber erst jetzt ist es der Uhrenmarke HYT zum ersten Mal gelungen, eine mechanische Armbanduhr zu bauen, bei der die Zeit mit einer Flüssigkeit angezeigt wird. Dabei fließt eine fluoreszierende Flüssigkeit durch ein rundes Röhrchen und verdrängt eine zweite, durchsichtige Flüssigkeit. Die Flüssigkeiten werden in zwei komprimierbaren und gut sichtbaren Faltenbälgen gespeichert. Wird der erste vom Uhrwerk über eine Schneckenscheibe und einen Hebel komprimiert, bewegt sich die farbige Flüssigkeit im Röhrchen und zeigt dabei die Stunden an. Nach zwölf Stunden wenn die fluoreszierende Flüssigkeit am Ende der Skala angekommen ist, fällt der Hebel von der Nase der Schneckenscheibe und der linke Faltenbalg entfaltet sich wieder, wodurch die fluoreszierende Flüssigkeit sich in zehn Sekunden wieder zum Anfang der Skala bewegt. Die Minuten werden auf einem klassischen Zifferblatt in der oberen Hälfte abgelesen, die Sekunden drehen sich als Schaufelrad, das an ein Wasserrad erinnern soll, links davon, während man rechts auf der Gangreserveanzeige ablesen kann, wie viele der maximal 65 Stunden die Uhr noch läuft. Das Werk entwickelte Jean-François Mojon mit seinem Entwicklungsatelier Chronode, die schon für die spektakuläre Harry Winston Opus X verantwortlich waren.

Die Technik der Flüssigkeiten ist auch in keiner anderen Industrie so je angewandt worden, und wurde von Lucien Vouillamoz, der auch die Idee zu der Uhr hatte, und seiner Firma Preciflex entwickelt. Es werden in Zukunft auch andere Anwendungen beispielsweise in der Medizintechnik angestrebt.

Bei der Umsetzung der Idee gab es mehrere Schwierigkeiten zu überwinden: Das Flüssigkeitssystem musste völlig dicht, stoßsicher und und unepfindlich gegen Temperaturschwankungen sein. Zudem durften die beiden Flüssigkeiten sich nicht vermischen und sollten sich auch auf lange Sicht nicht verändern. Die von Preciflex entwickelten Bälge bestehen aus einer speziellen extrem dünnen Legierung und einer genau für diesen Einsatz ersonnen Form, die alle diese Vorgaben erfüllt. Das Röhrchen herzustellen war ebenfalls eine Herausforderung und zudem gibt es ein Keramiktbauteil mit einem winzigen Loch als Durchlaufbegrenzer, um die Geschwindigkeit konstant zu halten. Sieben Patente wurden während der Entwicklung der H1 eingereicht.

Ebenso beeindruckend wie die Technik ist das Design der 49 Millimeter großen und 18 Millimeter hohen Uhr. Viele Details wie der mit Inbusschrauben befestigte Kronenschutz oder Ausfräsungen am Gehäuse unterstützen das technische Design. Das Werk ist mit anglierten und polierten Kanten sowie dezenten Zierschliffen verschönert. Die Uhr wirkt wie eine mysteriöse Maschine im Mikroformat.

Die HYT H1 gibt es in Titan, schwarz-DLC-beschichtetem Titan und Rotgold. Die Preise starten bei 40.000 Euro, was gemessen an der Entwicklungsleistung und der aufwendigen Verarbeitung mehr als angemessen erscheint. Ein Importeur für Deutschland ist schon gefunden. Auch wenn die H1 die erste Uhr von HYT ist, wird man von der Uhrenmarke und Präsident Vincent Perriard, ehemaliges Chef von Concord, noch einiges hören. jk

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