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Miki Eleta: No. 26 mit Eleta-Hemmung

Die Anzeige der Zeit in kinetische Kunst zu verpacken, ist die Berufung von Miki Eleta. Dass er dabei auf die wichtige Baugruppe der Hemmung stößt, scheint unvermeidlich, eine eigene zu entwerfen, für ihn faszinierend.

Miki Eleta

Miki Eleta ist Künstler, kein Uhrmacher­meister. Das gibt ihm die Freiheit, bei der Beantwortung der Frage, was eine Uhr ist, Dinge anders zu betrachten, Neues zu entde­cken, Experimentierfreude zu zeigen und auch Mut zum Scheitern zu haben. Seine ersten Skizzen reflektieren oft loses Gedankengut. Messing und Stahl liegen noch unbearbeitet in der Ecke. Erst später, wenn sich Räder, Triebe, Zähne und Hebel zu einem zaghaften Spiel fü­gen, zeichnet sich die gestalterische Idee ab.

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Allerdings immer mit dem Ziel, über ein perfektes Zusammenfinden handgemachter Komponenten der Vereinbarung der Mensch­heit über die Vermessung der Zeit zu folgen. Doch auf dem Weg dorthin ist für Miki Eleta nichts festgelegt. Und manchmal zerbricht ein mühevoll gefertigtes Zahnrad, weil die Kons­truktion nicht so wie erwartet funktioniert. Oder er muss einen Umweg gehen, um zu den richtigen Erkenntnissen zu kommen.

So oder ähnlich wird es sich wohl auch mit der Hemmung zugetragen haben, welche Miki Eleta im vergangenen Jahr entworfen hat. Sie trägt seinen Namen, funktioniert mit einem Huygensschen Aufzug sowie nach dem Prinzip einer Chronometerhemmung.

»Ich habe beim Bau meiner kunstvollen Zeitmesser immer wieder zur Kenntnis neh­men müssen, dass eine Hemmung viel Kraft braucht«, berichtet Miki Eleta aus Erfahrung, »und diese Tatsache offenbar in meinem Un­terbewusstsein abgespeichert, ohne ernsthaft über eine Veränderung nachzudenken. Heute weiß ich, man muss Hemmungen gebaut ha­ben, um sich der Problematik zu nähern. Ich habe Spindel- und Scheren-, Schwerkraft-und Graham-Hemmungen in meine Uhren eingebunden und mich immer wieder gefragt: Was ist eigentlich eine Hemmung? Meine Antwort lautet: Anhalten und wieder frei las­sen, mit möglichst wenig Kraftaufwand.

Während einer Reise habe ich dann mal wieder etwas skizziert und gedacht – das muss es sein, das muss funktionieren. Voller Neugier habe ich gleich nach meiner Rückkehr ein Modell gebaut und bemerkt, dass eine Hem­mung entstanden ist, die unheimlich wenig Energie verbraucht. Nur 0,7 Gramm haben meinen ersten Entwurf in Bewegung gehalten. Das hat mich inspiriert, diesem gleich die richtige Uhr mit Sekundenpendel folgen zu lassen. Ich bin auf 40 Gramm Gewicht als Energiequelle gekommen und hatte fast Angst, diese Tatsache zu kommunizieren.«

Freiheit und Prinzipien

Um die Konstruktion von Miki Eleta zu ver­stehen, sei ein kleiner Exkurs in die Welt der Großuhren erlaubt. Grundsätzlich funktioniert eine Großuhr – wie später dann auch die Armbanduhr – immer nach dem gleichen Prinzip: Man braucht eine Energiequelle und einen Energiespeicher, ein Räderwerk zur Kraftübertragung und schließlich die Hemmung zur Verteilung und Regulierung. Was bei der Armbanduhr die Feder im Federhaus ist, ist bei der Großuhr das Gewicht – der Energiespeicher. Was bei der Armbanduhr Unruh und Spirale erledigen, übernimmt bei der Großuhr das Pendel – die Regulierung.

Die »Eleta«-Hemmung: Nach dem Prinzip einer Chronometerhemmung ergeht während einer Schwingung ein direkter Impuls an das Pendel.
Die »Eleta«-Hemmung:
Nach dem Prinzip einer Chronometerhemmung ergeht während einer Schwingung ein direkter Impuls an das Pendel.

Dazwischen liegen Räderwerk und Hemmung. Die Räderwerksübersetzungen sind weitestgehend festgeschrieben und erfolgen bei hohen Übersetzungen immer vom Langsamen ins Schnelle, wobei es keine Rolle spielt, ob die Kraft dafür aus einem Federhaus kommt oder von einem Gewicht ausgeht. Wesentlich mehr Variabilität gibt es bei der Hemmung. Im Laufe der Jahrhunderte sind mehr als 250 entwickelt worden, von denen höchstens zehn Prozent eine maßgebliche Verbreitung erfuhren. Die bekannteste bei Großuhren ist die von Graham, eine Ankerhemmung, welche noch heute in Präzisionsuhren Verwendung findet. Weitere Beispiele sind die Spindel- oder die Stiftanker-Hemmung sowie der Scherengang. Als eine Chronometerhemmung bezeichnet man eine Konstruktion, bei der nur bei jeder zweiten Halbschwingung ein Antriebsimpuls an die Unruh beziehungsweise bei der Großuhr an das Pendel übertragen wird, und zwar direkt durch das Hemmungsrad, ohne jegliches Zwischenglied, wie etwa einem Anker. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Eleta-Hemmung.

 

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