Panerai: Restaurierung der Uhr im Dom von Florenz

Panerai kooperiert mit der Opera di Santa Maria del Fiore: Gemeinsam mit der Nachfolgerin der historischen Florentiner Dombauhütte hat der Uhrenhersteller das Werk der Uhr restauriert, die im Innenraum des Doms von Florenz die Zeit anzeigt. Da der Renaissancekünstler ihr Zifferblatt (Durchmesser: rund sieben Meter) mit Fresken ausstattete, wird sie auch die “Uhr von Paolo Uccello” genannt.

Santa Maria del Fiore, Florenz: Die Uhr von Paolo Uccello
Santa Maria del Fiore, Florenz: Die Uhr von Paolo Uccello (Bild: Antonio Quattrone)

Bemerkenswert ist auch die Form der Zeitmessung: Die sogenannte Italienische Zeit oder Julianische Zeit richtet sich nach der Zeitspanne zwischen zwei Sonnenuntergängen. Dafür verfügt das Zifferblatt – in Anlehnung an Sonnenuhren – über eine 24-Stunden-Einteilung entgegen des Uhrzeigersinns und über nur einen Zeiger. Mit der 24. Stunde beginnt nicht um Mitternacht, sondern mit dem Sonnenuntergang ein neuer Tag. Die Uhr muss daher im Lauf des Jahres ständig auf die Länge des Sonnentags eingestellt werden. Dafür und für das Aufziehen sind seit über 20 Jahren die beiden Wärter Lucio Bigi und Mario Mureddu verantwortlich; von ihnen stammt auch das bisher einzige Buch über die Uhr im Dom von Florenz. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Italienische Zeit allmählich vom heutigen System abgelöst, das zwölf Uhr mittags als den Zeitpunkt definiert, zu dem die Sonne im Zenith steht. Entsprechend wurde die Uhr im Dom von Florenz 1750 umgestellt und auch Paolo Uccellos Zifferblatt übermalt. Seine Gestaltung brachte erst  eine Restaurierung im Jahr 1973 wieder zutage.

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Das Zifferblatt mit der Originalbemalung von Paolo Uccello
Das Zifferblatt mit der Originalbemalung von Paolo Uccello (Bild: Antonio Quattrone)

Für die aktuelle Restaurierung des Uhrwerks wurden Professor Andrea Palmieri und Professor Ugo Pancani von der Staatlichen Hochschule “Leonardo da Vinci” in Florenz beauftragt. Die Arbeiten begannen mit der Demontage des Uhrwerks und seiner Säuberung von Rost (das Räderwerk besteht aus Eisen) und Schmutz. Danach wurden die Einzelteile überholt – Wellen, Wellenlager, Ankerpaletten und Triebe waren deformiert und abgenutzt – und schließlich wieder zusammengesetzt.

Das Werk der Uhr im Dom von Florenz
Das Werk der Uhr im Dom von Florenz (Bild: Antonio Quattrone)

Das heutige Werk der Uhr von Santa Maria del Fiore stammt von dem Florentiner Uhrmacher Giuseppe Borgiacchi, er ersetzte 1761 damit das bisher zweite Werk an dieser Stelle. Dieses stammte von 1688 und arbeitete – entsprechend der damals relativ neuen Erkenntnisse von Galileo Galilei und Christiaan Huygens – mit einem Pendel. Das originale Uhrwerk wurde 1443 von dem Florentiner Uhrmacher Angelo di Niccolò gebaut und war wahrscheinlich mit Gewichten und Gegengewichten ausgestattet. gb

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