Ulysse Nardin: Die Kollektion Marine Torpilleur

Kurs auf Präzision

Zum Jubiläumsjahr 2021 stach Ulysse Nardin mit einer neuen Flotte von insgesamt sieben limitierten Marine-Torpilleur-Modellen in See. Diese stehen ganz im Zeichen der 175-jährigen Chronometer-Tradition und zeugen mit komplexen Komplikationen wie Chronograph, Jahreskalender oder Tourbillon sowie innovativer Silizumtechnologie und anspruchsvollem Grand-Feu-Emaille vom Savoir-faire der Schweizer Manufaktur.

Ulysse Nardin: Marine Torpilleur
Die neue Generation der Marine-Torpilleur umfasst klassische Modelle mit Kleiner Sekunde, eines davon mit Mondphasenanzeige, sowie einen Chronographen mit Jahreskalender und ein fliegendes Minutentourbillon. Bis auf den Chronographen besitzen zudem alle eine Gangreserveanzeige. Die Preise der Uhren liegen zwischen 7.200 und 42.000 Euro.

Selbst in der Schweiz, bekanntermaßen die Wiege der Uhrmacherei und bis heute die unangefochtene Nummer 1 in der Welt der Haute Horlogerie, sind 175 Jahre Firmengeschichte eine beachtliche Zeit. Nur eine überschaubare Anzahl eidgenössischer Marken kann sich mit so langer Tradition schmücken. Die meisten davon tragen heute noch stolz die großen Namen ihrer Gründerväter – Patek Philippe, Vacheron Constantin und Jaeger-LeCoultre zum Beispiel. Zu diesem erlauchten Kreis an Manufakturen, die in der Lage sind, fast alle Produktionsschritte, insbesondere des Uhrwerks, abzudecken, zählt auch Ulysse Nardin. Das 1846 vom gleichnamigen Uhrmacher in Le Locle gegründetes Unternehmen ist heute Teil der internationalen Luxusgruppe Kering und wird von Patrick Prunieux geleitet. Ulysse Nardin (1823 – 1876) war nicht nur ein talentierter Uhrmacher, sondern auch ein visionärer Geschäftsmann, der das große Potenzial der hochseetauglichen Marine-Chronometer erkannte.

Anzeige

Ulysse Nardin: Marinechronometer
Ulysse Nardin gründete die gleichnamige Marke 1846. Der Uhrmacher spezialisierte sich auf Marinechronometer.

Die Epoche des neuzeitlichen Kolonialismus erreichte damals ihren Höhepunkt, weite Teile der Erde standen unter europäischer Herrschaft. Die großen Seefahrernationen wie England und Frankreich übertrafen sich beim Aufrüsten ihrer kostspieligen Marineschiffe, um sich die Vorherrschaft in Übersee zu sichern. Die Speerspitze der Präzisionstechnik stellten damals die Marine-Chronometer dar. Diese wertvollen und hochpreisigen Schiffsuhren waren mehr als nur ein Instrument. In ihren edlen Holzkästen trotzten sie dank kardanischer Aufhängung Wellen und Wind und halfen den Kapitänen, Mannschaft und Fracht sicher über die rauen Weltmeere zu navigieren. Ihre behördlich geprüfte Ganggenauigkeit war für damalige Zeiten bahnbrechend. So musste es auch sein, zogen doch wenige Sekunden beachtliche Abweichungen bei der Positionsbestimmung und Routenberechnung nach sich. Selbst heute müssen alle Zeitmesser, die sich mit dem Titel des Chronometers schmücken, strikte Testverfahren bei offiziellen Prüfstellen wie der Schweizer COSC oder der Sternwarte in Glashütte durchlaufen.

Im Einsatz auf den Weltmeeren

Ulysse Nardin und sein Sohn Paul- David Nardin wurden berühmt für ihre preisgekrönten Bordchronometer, die Hochseeschiffe aus aller Herren Länder über die Ozeane navigierten.

Ulysse Nardin
Ulysse Nardin

Sie belieferten über 50 Marinen, darunter die US-Navy, Vermessungsinstitute und Observatorien weltweit. Diese frühen Meisterwerke der Ganggenauigkeit und Robustheit repräsentierten damals State of the Art – und sie setzten den Kurs für die kommenden Generationen, die sich ebenfalls das Streben nach Präzision und den Innovationsgeist des Gründervaters auf die Fahne schrieben. Eine Ambition, die mit hunderten von Auszeichnungen in 175 Jahren gewürdigt werden sollte. Als das Observation in Neuchâtel 1975 seine letzte Bilanz veröffentlichte, hatte Ulysse Nardin von 1846 an bis zu diesem Zeitpunkt allein 747 erste Preise für Borduhren, Taschenuhr-Chronometer und Armbanduhren erhalten. Unter der Leitung von Rolf Schnyder (1935 – 2011), der das Unternehmen 1983 vor dem Aus rettete, trug Ulysse Nardin mit einigen komplexen Haute-Horlogerie-Komplikationen maßgeblich zur Renaissance der Mechanik bei. Ein Beispiel ist die gemeinsam mit dem genialen Uhrmacher Ludwig Öchslin entwickelte »Trilogy of Time«, ein Set mit den anspruchsvollen astronomischen Komplikationen. Auch im Bereich der Materialforschung hat Ulysse Nardin zahlreiche Pionierleistungen erbracht: eine Hemmung aus Silizium (2001), eine aus Diamant (2005) und eine aus Diamonsil, eine Verbindung von Silizium und künstlichem Diamant (2007).

Ulysse Nardin: U-Boote
Die U-Boote der US-Navy wurden im Zweiten Weltkrieg mithilfe von Marine-Chronometern von Ulysse Nardin gesteuert.

Ein Jubiläumsbuch mit sieben Kapiteln

Diese kommt auch in der neuen Generation der Marine Torpilleur zum Einsatz, die Ulysse Nardin anlässlich des 175-jährigen Jubiläums während der Geneva Watch Days Ende August 2021 präsentierte. Zur »Mannschaft« zählen klassische Automatikmodelle, ein Modell mit Mondphase, ein Chronograph mit Jahreskalender – alle jeweils mit blauem oder weißem Zifferblatt erhältlich – sowie ein fliegendes Tourbillon mit Grand-Feu-Emaille-Zifferblatt, das von den Spezialisten der im Jahr 2011 übernommenen Donzé Cadrans gefertigt wird.

Ulysse Nardin: Marine Torpilleur Panda
Chronometertradition in zeitgemäßer Form: Marine Torpilleur Panda 42 mm, limitiert auf 300 Exemplare. Preis: 7200 Euro.

Wie ein Buch mit verschiedenen Kapiteln decken die insgesamt sieben limitierten Neuheiten bedeutende Themen der Firmengeschichte ab. Das wichtigste ist die Marine-Chronometrie, der mit großflächigen und gut ablesbaren Zifferblättern sowie markanten römischen Ziffern Rechnung getragen wird. Zur authentisch-instrumentenhaften Anmutung tragen auch die prominente kleine Sekunde und die in Schweizer Manier mit »Haut« und »Bas« gekennzeichnete Gangreserveanzeige bei. Bis auf den Chronographen mit Jahreskalender und das Tourbillon sind alle Manufakturkaliber von der COSC chronometerzertifiziert und verfügen über beachtliche Gangreserven von bis zu 60 Stunden. Während die Marine Torpilleur Mondphase mit ihrer fotorealistischen Darstellung des Erdtrabanten an die vielen astronomischen Modelle des Hauses gedenkt und auf den Einfluss des Mondes bei der Berechnung der Tiden verweist, ist der Marine Torpilleur Chronograph Jahreskalender eine Ehrerbietung an die von 1936 bis 1980 produzierten Chronograph Marine Torpilleur Taschenuhren, die die Zeit bis auf die Zehntelsekunde genau stoppten, unter anderem bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Der Jahreskalender ist eine Weiterentwicklung des 1996 von Ludwig Oechslin entwickelten Mechanismus’. Er lässt sich einfach über die Krone vor- und zurückstellen. Das technische und ästhetische Flaggschiff ist die auf 175 Stück limitierte Marine Torpilleur Grand Feu in Roségold.

Ulysse Nardin: Marine Torpilleur Grand Feu Tourbillon
Das Marine Torpilleur Grand Feu Tourbillon mit Grand-Feu-Zifferblatt kostet 42200 Euro.

Das automatische UN-128 Constant Manufacture treibt das fliegend gelagerte Tourbillon mit konstanter Kraft und Hemmungsrad, Spiralfeder und Anker aus Silizium an. Dieser patentierte Wirbelwind, der ganz im Zeichen der Präzision steht, gewann den »Tourbillon Watch Prize« des Grand Prix d’Horlogerie de Genève im Jahr 2015. So schließt sich der Kreis, auch was das Engagement der Marke zum Erhalt der Ozeane angeht. Ulysse Nardin setzt sich für die Reduktion von Plastikmüll und den Schutz des Hais ein. Zudem bietet die Marke mit dem R-Strap ein aus recycelten Fischernetzen hergestelltes Kautschukband an, das auch für die Marine Torpilleur-Modelle verfügbar ist. sz

Produkt: Download: Sinn Spezialuhren 717 im Test
Download: Sinn Spezialuhren 717 im Test
Boarding Time: Das UHREN-MAGAZIN testet das Modell 717 von Sinn Spezialuhren, das von der historischen Borduhr Nabo 17 ZM inspiriert ist

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren