Union Glashütte: 1893

Die Uhrenmarke Union ist bereits 120 Jahre alt, aber vor fünf Jahren begann eine neue Zeitrechnung: Damals verkündete die Swatch Group einen Marken-Relaunch mit drastischen Designänderungen und dem Abschied von Manufakturwerken. Seitdem werden Eta-Kaliber in Einzelteilen an Union geliefert und in Glashütte mit einem neuen Rotor versehen, dekoriert, montiert, reguliert und eingeschalt. Zum Geburtstag schenkt sich Union eine mechanische Besonderheit: Die Uhrenmarke hat die Entwicklung eines Eta-Moduls mitfinanziert, das die verschiedensten Positionierungen von Zusatzanzeigen ermöglicht.

Das neue Modell 1893 von Union Glashütte
Das neue Modell 1893 von Union Glashütte

Das Modul darf von anderen Marken verwendet werden, aber nur Union Glashütte betreibt den Aufwand, die Zusatzmechanik auf die Zifferblattseite des Eta 2892 zu montieren. Hier muss die Datumsscheibe angehoben werden, damit sie nicht zu tief unter dem Zifferblatt liegt. Eine recht brave Möglichkeit, das Modul zu nutzen, präsentiert Union mit dem Uhrenmodell 1893 Kleine Sekunde, dessen Sekundenzifferblatt bei der Sieben liegt.

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Die 1893 Kleine Sekunde
Die 1893 Kleine Sekunde

Die 41 Millimeter große Stahluhr kostet mit Saphirglasboden und geprägtem Rindslederband 1680 Euro. Spannender wird es, wenn man Hauptzifferblatt, kleine Sekunde und Datum überlappend platziert, wie es beim schlicht „1893“ genannten Modell der Fall ist. Hier entsteht eine ganz eigene Optik, die Innovationsfreude und Spaß am Unkonventionellen vermittelt. Diese Uhr, bei der das Werk dezentral im Gehäuse sitzt, kostet 1.880 Euro. Übrigens ist bei Union keine Rede von einer künftigen Zertifizierung der Uhren als Chronometer. Denn würde man die Präzision in der Schweiz bei der COSC bescheinigen lassen, wären die 50 Prozent Wertschöpfung in Glashütte dahin. Und ein Chronometertest in der Glashütter Sternwarte ist einfach zu teuer für eine Uhrenmarke, deren Kernsegment zwischen 1.000 und 3.000 Euro liegt. Dem ist nichts hinzuzufügen. ak

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