Zeitensprung

Samoa lässt den vorletzten Tag im Jahr ausfallen

Katharina Studer
von Katharina Studer
am 29. Dezember 2011

Im Inselreich Samoa wird es in diesem Jahr den 30. Dezember nicht geben. Geburtstage, Termine und die Arbeitszeit werden dort einfach ausfallen. Samoa, auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Hawaii gelegen, springt von Donnerstag um Mitternacht direkt auf den Silvestersamstag. Das Inselreich streicht einen Tag und wechselt somit die Zeitzone. Damit beginnt Samoa weltweit als Erster das neue Jahr. Der bisherige Slogan „Das Land, wo die Sonne zuletzt untergeht“ gilt dann nicht mehr. Der Grund für den Zeitzonenwechsel hat wirtschaftliche Gründe. Die Geschäftsbeziehungen zu Neuseeland, Asien und Australien machen die Kontakte somit deutlich einfacher. Bisher lebten die knapp 200.000 Einwohner fast einen Tag hinter Neuseeland. Noch Ende des 19. Jahrhunderts entschied sich Samoa für die Zeitzone der USA, da damals die wirtschaftlichen Beziehungen andere waren. Nun springt Samoa einen Tag vor und liegt damit westlich der Datumsgrenze. Es gibt jedoch auch einen Nachteil: Die östlichen Inseln der Gruppe – Amerikanisch-Samoa – gehören zu den USA und damit auch zu einer anderen Zeitzone.

Die internationale Datumsgrenze verläuft entlang des 180. Längengrades (Samoa liegt am 172. westlichen Längengrad). Auf der Meridiankonferenz 1884 wurde die Erde in 24 ganzstündige Zeitzonen eingeteilt und der Londoner Vorort Greenwich zum Nullmeridian – quasi zur Synchronisationsbasis – erklärt. Die Längengrade sind bei der Bestimmung der Weltzeit von enormer Bedeutung. Die 360 Grad der Erde werden durch 24, also durch die Anzahl der Stunden eines Tages, geteilt. Das ergibt 15. Innerhalb einer Zone von 15 Längengraden – die den Ländergrenzen angepasst sind – soll also die gleiche Zeit herrschen. Die nächste Zone ist jeweils um eine Stunde verschoben. Die verschiedenen Zeitzonen sollen die Unterschiede in der Zeit ausgleichen, die durch die Erdrotation entstehen.

Nicht nur Samoa – mit den Ost-West-Unterschied – bildet nun einen Sonderfall. Es gibt auch also Länder mit Unterschieden von halben und Viertelstunden. Rechnet man diese noch dazu haben wir weltweit 37 Zeitzonen: Der Iran beispielsweise liegt dreieinhalb Stunden, Afghanistan viereinhalb Stunden und Indien fünfeinhalb Stunden vor der koordinierten Weltzeit. Die Chatham-Inseln bei Neuseeland liegen sogar 12 Stunden und 45 Minuten vor der UTC. Gründe für solche Sonderfälle sind meist die geographische Lage zwischen zwei Zeitzonen oder sind politisch-historischer geprägt.

Mit dem Zeitensprung wird Samoa also rund 13 Stunden früher als Deutschland in das neue Jahr starten.

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