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Lesedauer 8 Min.

Die Farbtrends 2026: Neue Uhren in Grün, Rot und Violett

Die großen Messen und Uhrenshows der ersten Jahreshälfte zeigten es: 2026 geht der Trend eher in Richtung gedeckte Farben. Es gab aber auch knalliges Rot, kräftiges Smaragdgrün und verwunschenes Violett. Wir stellen die beeindruckendsten Modelle vor.
Ressence: Type 11 Pine mit Billardtisch

Ressence: Type 11 Pine

© Ressence

Auf der Watches and Wonders 2026 ging der Trend insgesamt eher in Richtung gedeckte Farben. Der Eindruck verstärkt sich, wenn man sich die Neuheiten anschaut, die auf anderen Messen oder abseits der großen Uhrenshows gezeigt wurden. Gerade Grün zeigt sich oft eher dunkel als knallig, bei Rot halten sich leuchtend und zurückhaltend die Waage. Häufiger als früher sieht man Violetttöne. Während Blau längst so selbstverständlich ist wie Schwarz, Grau und Silber, sind es diese drei Farben, die den Geschmack des Jahres prägen. 

Knalliges Rot

Patek Philippe: Weltzeituhr Ref. 7129J-001 in Rot

Patek Philippe: Weltzeituhr Ref. 7129J-001 in Rot

© Patek Philippe

Patek Philippe: Weltzeituhr Ref. 7129J-001

Seit seiner Einführung im Jahr 1999 ist die Weltzeituhr nicht mehr aus dem Portfolio von Patek Philippe wegzudenken. Der Fakt, dass man 24 Zeitzonen auf einen Blick sieht und jede durch Betätigen des Drückers bei elf Uhr jederzeit schnell anwählen kann, begeistert die Kundschaft der Genfer seit einem guten Vierteljahrhundert. Im Laufe der Jahre gab es die Weltzeituhr in verschiedenen Größen und Referenzen, mit Zusatzfunktionen wie Datum, Chronograph oder Minutenrepetition. Und natürlich in verschiedenen Farben. 2026 debütiert sie mit karminrot lackiertem Zifferblatt und einem farblich passenden, glänzenden Alligatorband. Das Zentrum des Blatts ist von Hand mit dem Muster „Vieux Panier“ guillochiert, das an ein Korbgeflecht erinnert. Die farblich in Tag und Nacht unterteilte Stundenscheibe und deren Zahlen sind ebenfalls teilweise in Rot gehalten. Patek Philippe kombiniert die kräftige Farbe mit einem 36 Millimeter großen und 8,8 Millimeter flachen Gehäuse aus Gelbgold sowie Zeigern, Appliken und einer Dornschließe aus demselben Edelmetall. Zur geringen Bauhöhe trägt das Manufakturkaliber 240 HU mit 48 Stunden Gangreserve bei, dessen Automatikaufzug über einen platzsparenden Mikrorotor verfügt. 

Ref. 7129J-001 | Gelbgold, 36 mm | Kaliber 240 HU, Automatik | 48 Stunden Gangreserve | Krokoband | 53.304 Euro

Nomos: Twice Unique Ludwig Rive Gauche in Gold und Edelstahl

Nomos: Twice Unique Ludwig Rive Gauche in Gold und Edelstahl

© Nomos

Nomos Glashütte: Twice Unique – Rive Gauche

Der Name sagt es: Unter dem Namen Twice Unique hat Nomos Glashütte Einzelstücke kreiert, die nur im Set erhältlich sind – bestehend aus Edelstahl- und Goldmodell. Jedes Set definiert sich durch ein unterschiedliches Zifferblattmotiv, pro Motiv gibt es je ein Set in den Formen von Tangente 33, Tangente 38 Neomatik Update, Ludwig, Orion und Tetra. Farbig wird es bei den Motiven, die Entwürfen der Textil- und Objektkünstlerin Anna Diederichs, die in den 1960er-Jahren für die Pariser Modewelt zeichnete. Nomos nahm Ausschnitte ihrer Originalskizzen zum Vorbild, etwa für das Set „Rive Gauche“, und brachte sie im Tampondruck aufs Zifferblatt. Für das Zifferblatt mussten unter anderem die römischen Ziffern der Ludwig (Bild) weichen, man erkennt das Modell aber trotzdem an seinen langen, schmalen Bandanstößen.

Edelstahl und Gold, 35 mm | Kaliber DUW 4001, Handaufzug | 53 Stunden Gangreserve | Pferdelederband aus Horween Genuine Shell Cordovan | Ludwig: 16.500 €

Artya: Complexity Rubin

Artya: Complexity Rubin

© Artya

Artya: Complexity Rubin

Die technische Besonderheit der Artya Complexity liegt in der erstmals realisierten Kombination aus zwei geneigten Tourbillons, die über ein Differential miteinander gekoppelt sind. Im Gegensatz zu klassischen Tourbillons bewegen sich ihre Unruhn nicht in einer Ebene, sondern auf einer konischen Bahn. Durch die doppelte Ausführung bei zwölf und sechs Uhr sowie die gleichmäßige Energieverteilung über das Differential werden Gangabweichungen in verschiedenen Lagen ausgeglichen und gemittelt. Diese komplexe Mechanik, entwickelt mit dem Komplikationsspezialisten Purtec in Vallorbe, macht Artya – neben einer Variante im durchsichtigen Saphirgehäuse – in einem Korpus aus synthetischem Rubin („Pigeon’s Blood“) sichtbar. Das tiefrote, transparente Material ist zusätzlich lumineszierend.

Gehäuse aus synthetischem Rubin, 42 × 48 × 13 mm | Kaliber Complexity-01, Handaufzug | 50 Stunden Gangreserve | Kautschukband | limitiert auf 9 Stück | 220.000 Schweizer Franken

Vacheron Constantin: Overseas Tourbillon Titan mit tiefrotem Zifferblatt und Band

Vacheron Constantin: Overseas Tourbillon Titan mit tiefrotem Zifferblatt und Band 

© Vacheron Constantin

Vacheron Constantin: Overseas Tourbillon in Tiefrot

Vacheron Constantin hat für sein Overseas Tourbillon ein besonders elegantes, leicht ins Bläuliche schwingende Tiefrot entschieden. Das samtig wirkende Sonnenschliffzifferblatt bringt die Farbe mit all ihren Facetten besonders gut zur Geltung, die hellblauen Minutenzahlen auf dem äußeren Ring schaffen dazu einen betont leichten, aber nicht zu übersehenden Akzent. Im Zusammenspiel mit dem leichten Titangehäuse hält es für das Tourbillon die richtige Balance zwischen Eleganz und Sportlichkeit. Je nach Geschmack kann man das Tiefrot durch das gleichfarbige Kautschukband unterstreichen oder mit einem Titanband oder einem weißen Kautschukband kombinieren. Die Uhr wird vom extraflachen Tourbillonkaliber 2160 mit peripherer Schwungmasse angetrieben und ist mit dem Genfer Punze ausgezeichnet.

Ref. 6000V/210T-H179 | Titan, 42,5 mm | Kaliber 2160, Automatik mit Tourbillon | ca. 80 Stunden Gangreserve | tiefrotes oder weißes Kautschukband oder Titanband | 168.000 Euro

Zurückhaltendes Grün

Ressence: Type 11 Pine

Ressence: Type 11 Pine

© Ressence

Ressence: Type 11 Pine

Die Ressence Type 11 markiert einen entscheidenden Schritt innerhalb der Kollektion: Erstmals kommt mit dem Kaliber RW-01 ein eigenentwickeltes Werk zum Einsatz: Es ist von Beginn an auf das patentierte Ressence Orbital Convex System (ROCS) ausgelegt, das die Zeit über rotierende Scheiben statt Zeiger darstellt. Damit entfällt die bisherige Trennung von Basiswerk und Anzeigeeinheit. Neu ist auch die Gangreserveanzeige mit keramischen Mikrokugeln, die den Energiezustand dynamisch visualisiert. Hinzu kommt eine vereinfachte Bedienung über den Gehäuseboden. Zu den Farbvarianten gehört auch die Ausführung in Piniengrün: ein eher gedeckter Ton, der gut zur Eleganz des kieselsteinförmigen Gehäuses passt.

Ref.: Type 11 P | Titan, 41 mm | Kaliber RW-01, Automatik | 60 Stunden Gangreserve | Lederband mit Dornschließe aus Edelstahl | 30.500 Euro

IWC: Big Pilot's Watch Perpetual Calendar ProSet Rosegold

IWC: Big Pilot's Watch Perpetual Calendar ProSet Roségold

© IWC

IWC: Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet

IWC verbessert seine ewigen Kalender um das neue ProSet-System: Das vollständig synchronisierte Kalendersystem basiert auf einer rein zahnradbasierten Konstruktion, die eine einfache Vor- und Rückwärtskorrektur sämtlicher Kalenderanzeigen über die Krone erlaubt – ohne Korrektoren. Auch die Mondphasenanzeige wurde noch präziser und weicht nun erst nach 1040 Jahren um einen Tag ab. Die verbesserte Technik kommt unter anderem in der Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar mit olivgrünem Zifferblatt und farblich passendem Büffellederband zum Einsatz.

Ref. IW329602 | Roségold, 42 mm | Kaliber 82665, Automatik | 60 Stunden Gangreserve | olivgrünes Büffellederband | 53.600 Euro

Oris: Artelier Calibre 113 in Grün

Oris: Artelier Calibre 113 in Grün

© Oris

Oris: Artelier

Die neue Oris Artelier Calibre 113 bringt eine Menge Anzeigen auf ihr grünes Zifferblatt: Sie kombiniert einen Vollkalender inklusive Darstellung der 52 Wochen mit der bekannten nichtlinearen Gangreserveanzeige bei drei Uhr. Während es für Datum und Wochentag je ein eigenes Fenster gibt, ist die Monatsanzeige in die der Wochen integriert, sodass ein einziger Zeiger für beide ausreicht. Das Handaufzugskaliber 113 bietet nicht weniger als zehn Tage Gangreserve; deren Indikation wird umso genauer, je mehr sie sich dem Ablaufen annähert. Alle Kalenderfunktionen bedient man über die Krone. Das matte, leicht strukturierte grüne Zifferblatt verleiht der Uhr eine aparte Note und spielt gut mit den konkav geformten Stundenappliken zusammen.

Ref. 01 113 7806 4057-07 5 22 96FC | Edelstahl, 43 mm | Kaliber 113, Handaufzug | 240 Stunden Gangreserve | braunes Cordovan-Pferdelederband | 6.150 Euro

Zenith: Chronomaster Sport Skeleton Green

Zenith: Chronomaster Sport Skeleton Green

© Zenith

Zenith: Chronomaster Sport Skeleton

Zenith war der berechtigten Meinung, sein berühmtes Hochfrequenz-Chronographenkaliber El Primero sei es wert, auch von vorn betrachtet zu werden. Daher gibt es die skelettierte Version 3600 SK, die durch das geöffnete Zifferblatt sichtbar ist – unverändert geeignet zur Messung von Zehntelsekunden über den zentralen Chronographenzeiger. Besonders sportlich wirkt die neue Variante mit smaragdgrüner Keramikünette. Zudem hat Zenith die Uhr mit einer neuen, stufenlos verstellbaren Faltschließe ausgestattet.

Ref. 03.3131.3600/01.M3130 | Edelstahl, 41 mm | Kaliber 3600 SK, Automatik | Edelstahlband mit neuer Faltschließe, zusätzliches grünes Kautschukband | 16.500 Euro

Verwunschenes Violett

Glashütte Original: Sixties Chronograph Jahresedition Purple von 2026

Glashütte Original: Sixties Chronograph Jahresedition Purple von 2026 

© Glashütte Original

Glashütte Original: Sixties Chronograph Jahresedition 2026

Die Sixties Chronograph Jahresedition 2026 von Glashütte Original verbindet den Retro-Charme der 1960er-Jahre mit einem violetten Zifferblatt, das je nach Lichteinfall zwischen tiefem Purpur und helleren Lilatönen changiert. Seine geprägte Struktur entsteht in der hauseigenen Zifferblattmanufaktur und erinnert mit den konzentrischen Rillen der Hilfszifferblätter an Vinylschallplatten. Der transluzente Lack, eingeschnittene Indexe und feine Leuchtpunkte unterstreichen den handwerklichen Aufwand. Im Edelstahlgehäuse arbeitet das automatische Manufakturkaliber 39-34, das durch den Sichtboden sichtbar bleibt. 

Referenz 1-39-34-08-22-04 | Edelstahl, 42 mm Durchmesser | Manufakturkaliber 39-34, Automatik | ca. 40 Stunden Gangreserve | Synthetikband | Preis: 9.800 Euro

Hublot: Big Bang Joyful Steel Purple

Hublot: Big Bang Joyful Steel Purple

© Hublot

Hublot: Big Bang One Click Joyful Purple

Die Big Bang One Click Joyful erhält Zuwachs durch eine 33 mm große Edelstahluhr in Violett. Bisher gab es unter anderem Farbversionen in Blau, Grün, Pink und Orange. Wie üblich, ist auch beim lila Modell die Lünette mit 36 Amethysten besetzt. Die Steine sind farblich aufeinander abgestimmt und von Hand gefasst. Das Zifferblatt der Dreizeigeruhr ist in glänzendem Weiß gehalten und mit einem Datum als einziger Zusatzfunktion ausgestattet. Die klare Gestaltung dient als neutraler Hintergrund für die farblich dominante Lünette und das Armband. Im Inneren arbeitet das automatische Kaliber HUB1120 mit einer Gangreserve von rund 40 Stunden. Ein wichtiges Merkmal der Linie ist das One-Click-System, mit dessen Hilfe sich die Armbänder leicht und ohne Werkzeug wechseln lassen. Im Lieferumfang sind zwei Varianten enthalten: ein Kautschukband mit farblich passendem Einsatz in Violett sowie ein zusätzliches weißes Kautschukband.

Ref. 485.SV.2210.RX.1205 | Edelstahl, 33 mm | Kaliber HUB1120, Automatik | 40 Stunden Gangreserve | violett-weißes Kautschukband | 15.200 Euro

Charles Girardier: Plénitude PL1 VPR Majestic Purple

Charles Girardier: Plénitude PL1 VPR Majestic Purple

© Charles Girardier

 

Charles Girardier: Plénitude PL1 VPR Majestic Purple

Die Plénitude PL1 VPR verfügt über ein neues Manufakturkaliber, das Charles Girardier zusammen mit dem Uhrmacher Cyrano Devanthey und dem Physiker Dominique Busser entwickelt hat. Es verfügt über eine neuartige Gangreserveanzeige, die von einem blauen Kegel, der sich im Werkinneren auf und ab bewegt, gesteuert wird. Die Anzeige dazu befindet sich in der oberen Hälfte des Sonnenschliff-Zifferblatts: Dieses erhält seine betörend violette Farbe durch eine Atomlagenabscheidung (Atomic Layer Deposition, ALD). Sie hat gegenüber PVD den Vorteil, dass selbst im Nanobereich annährend exakt gleiche Schichtdicken erreicht werden.

Edelstahl, 39,5 mm | 3-Hertz-Handaufzugskaliber | 60 Stunden Gangreserve | limitiert auf 25 Stück | 17.800 Schweizer Franken

Rudis Sylva: RS11

Rudis Sylva: RS11

© Rudis Sylva

Rudis Sylva: RS11

Die Rudis Sylva RS11 stellt das zentrale Prinzip der Marke in den Vordergrund: den Harmonious Oscillator. Dieses patentierte Reguliersystem ersetzt die klassische Unruh durch zwei miteinander gekoppelte, gezahnte Unruhen, die von einer gemeinsamen Hemmung angetrieben werden. Durch ihre Kopplung gleichen sich Gangabweichungen aus und sorgen für eine stabile Amplitude sowie eine unmittelbare Kompensation von Lagefehlern – ein Ansatz, der die klassische Regulierung bewusst neu interpretiert. Das Handaufzugswerk selbst ist aufwendig finissiert – von der handguillochierten Platine bis hin zu von Hand mit Enzianholz anglierten Kanten. In der Titanversion sind Zifferblatt, Platine und Brücken in verschiedenen Lila- und Violetttönen gehalten. Im Kontrast dazu stehen die silbrig glänzenden Räder und der offen sichtbare Oszillator.

Ref. RS11 | Titan, 41 mm | Handaufzugswerk | 70 Stunden Gangreserve | Alligatorlederband | 200.000 Schweizer Franken

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