Rolex: Die großen Meilensteine der Markenhistorie
Uhrenikonen von 1926 bis heute
1926: Die erste Oyster
Als erste wirklich wasserdichte Uhr revolutionierte die Oyster die Uhrenwelt. Rolex-Gründer Hans Wilsdorf hatte die Bedeutung eines zuverlässigen dichten Gehäuses, das Staub und Feuchtigkeit trotzte, früh erkannt und bereits während des Ersten Weltkriegs und verstärkt seit den frühen 1920er-Jahren mit verschiedenen Gehäuselieferanten nach der optimalen Lösung gesucht. Ausführungen wie das verschraubte Gehäuse der britischen Firma Dennison, mit gerändelter Lünette und gerändeltem Boden, oder das hermetisch abgeschlossene Gehäuse des Schweizer Herstellers Francis Baumgartner führten in die richtige Richtung, erwiesen sich aber noch nicht als die endgültige Lösung. Den entscheidenden Durchbruch stellte die Idee einer mit dem Gehäusemittelteil verschraubten Krone dar, die zwei Prototypisten aus La Chaux-de-Fonds, Paul Perregaux und Georges Perret, ersonnen hatten. Wilsdorf erkannte die Tragweite ihres Patents und erwarb es 1926.
1926: die erste Oyster im achteckigen Gehäuse
RolexNun hatte die Uhrenwelt ihre wirklich zuverlässig wasser- und staubdichte Uhr, und Wilsdorf, das Marketinggenie avant la lettre, gab ihr den passenden Namen: Oyster. Angeblich – Wilsdorf war nie um eine gute Geschichte verlegen – kam ihm die Eingebung, als er Schwierigkeiten beim Öffnen einer Auster hatte. Jedenfalls ließ er den Namen nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch schützen: oyster, huître, Auster, ostrica und ostra. Berühmt wurde sie aber in aller Welt als Oyster. Die ersten Oyster-Modelle brachte Rolex in einem achteckigen, später auch in einem kissenförmigen Gehäuse heraus – passend zum damaligen Geschmack, der Raffinierteres verlangte als nur runde Uhren. In den 1930er-Jahren gehörten berühmte Rennfahrer wie Malcolm Campbell, Tazio Nuvolari und Rudolf Carraciola zu begeisterten Trägern der Rolex Oyster. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte Rolex sein Oystergehäuse behutsam und stetig weiter. Bis heute bildet es den Rumpf aller Sportmodelle der Marke.
Explosionszeichnung des ersten, achteckigen, Oystergehäuses von 1926
Rolex1931: Oyster Perpetual – der Automatikaufzug hält Einzug
Da die Idee des Oystergehäuses im Schutz vor Staub und Feuchtigkeit lag, lag es nahe, die (verschraubte) Krone nicht jeden Tag zum Aufziehen öffnen zu müssen. Also benötigte die Oyster ein Automatikwerk, und das erhielt sie 1931. Experimente mit selbstaufziehenden Werken hatte es schon seit mehr als 100 Jahren gegeben, von Abraham-Louis Breguet im späten 18. Jahrhundert bis zu John Harwood in den 1920er-Jahren. Keine dieser Lösungen hatte sich durchgesetzt. Wilsdorf aber brauchte eine Automatik – nicht zuletzt, weil viele Besitzer der Oyster es nach dem Aufziehen vergaßen, die Krone wieder zuzuschrauben und sich dann bei ihrem Händler über die angeblich mangelnde Dichtigkeit beschwerten. Rolex' Werkelieferant, die Firma Aegler aus Biel, lieferte unter Federführung ihres Technikchefs Emile Borer (der mit einer Aegler-Tochter verheiratet war) ein Automatikwerk mit einem frei rotierenden Rotor, das Kaliber NA 620. Anders als bei früheren Versuchen (u. a. der sogenannten Hammerautomatik) schlug der Rotor nicht irgendwo auf, sondern bewegte sich ungehindert im Radius von 360 Grad, und dazu nahezu geräuschfrei. Da der Automatikgruppe auf die Rückseite des Werks montiert war, ließ es sich zusätzlich von Hand aufziehen, was bisher kein Automatikwerk geschafft hatte. Das und die Tatsache, dass der Uhrmacher die Automatikbaugruppe schnell entfernen konnte und dann vor einem regulären Handaufzugswerk saß, trugen wesentlich zur Akzeptanz in Fachkreisen bei. Der einzige Nachteil der Konstruktion bestand darin, dass sie Platz brauchte und die Uhren deutlich höher machte als die Modelle mit Handaufzug. Doch mit den Jahren setzte sich das Automatikwerk von Rolex und Aegler durch und wurde zur Basis einer unvergleichlichen, bis heute anhaltenden Erfolgsstory.
Rolex: erste Oyster Perpetual von 1931
Rolex1945: Datejust, die Alltagsuhr schlechthin
1945, zum 40. Geburtstags des Unternehmens, erschien mit der Datejust das Modell, das nicht zu Unrecht als perfekte Uhr für den Alltag gefeiert wurde. Neben dem wasserdichten Oystergehäuse, dem Automatikaufzug und einem chronometergeprüften Präzisionsuhrwerk – die beiden letzten Eigenschaften machten eine Aktion der Krone an den meisten Tagen überflüssig – verfügte sie auch über eine Datumsanzeige bei 3 Uhr. Im Durchmesser größer als die Oyster Perpetual, erhielt sie mit dem Kaliber 740 ein Werk, das auf dem bislang verwendeten Kaliber 720 aufbaute, mit zusätzlicher Datumsfunktion. Als Jubiläums-Datejust kam sie 1945 auf den Markt und wurde schnell zum Bestseller der Marke. Bis heute ist die Datejust eines der ersten Modelle, an das man bei der Nennung des Namens Rolex denkt. Wie bei allen anderen Modellen hat Rolex auch bei ihr über die Jahrzehnte hinweg immer wieder Verbesserungen an allen Details vorgenommen. So blieb sich die Datejust selbst ähnlich und konstant erfolgreich.
Rolex: die erste Datejust von 1945
Rolex1953: Hoch hinauf mit der Explorer
Als Edmund Hillary und Tenzing Norgay am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung des Mount Everest gelang, gehörte Rolex zu den Unterstützern der Expedition. Das Unternehmen stattete mehrere Teilnehmer mit Uhren aus. Heute gilt es als gesichert, dass Tenzing eine Rolex am Arm trug, während Hillary sich für ein Modell des englischen Herstellers Smith's entschieden hatte. Jedenfalls gelang es Rolex besser als Smith's, die berühmteste Bergbesteigung aller Zeiten für seine Bekanntheit und sein Renomee zu nutzen. In der zweiten Jahreshälfte 1953 legte Rolex mit der ersten Explorer ein neues Modell auf, das dem Event gewidmet war und auch im Namen darauf anspielte. Bei den ersten Explorer-Modellen fehlte noch der Name auf dem Zifferblatt, es gab sie mit und ohne arabische Zahlen, auffälligstes Merkmal war das auf der Spitze stehende Dreieck als Markierung der 12.
Rolex: erste Explorer von 1953
RolexWährend die Explorer eine Dreizeigeruhr ohne Datum war, verfügte die 1971 eingeführte Explorer II über eine zweite Zeitzone und ein Datum. Mit der GMT-Master (siehe unten) teilte sie sich das Kaliber 1575 und die GMT-Funktion. Der wichtigste Unterschied zwischen beiden war die Tatsache, dass die Explorer II keine bewegliche Lünette hatte. Wie viele andere Modelle auch hat Rolex die Explorer II immer wieder verbessert. Die zweite Generation von 1985 brachte mit dem Kaliber 3085 ein neues Werk mit unabhängig verstellbarem Stundenzeiger, dazu runde, aufgesetzte Indexe, einen dünneren, nun roten GMT-Zeiger, einen Stundenzeiger in Mercedesform und eine Variante mit weißem Zifferblatt. 2011 vergrößerte Rolex den Durchmesser von 40 auf 42 mm und kehrte zum orangefarbenen GMT-Zeiger zurück. 2021 brachte Rolex in der vierten Generation eine ganze Reihe an technischen Verbesserungen in die Explorer II ein: Das Zeitzonenkaliber 3285 bietet dank der effizienten Chronergy-Hemmung statt zwei fast drei Tage Gangreserve, dazu u. a. eine magnetfeldresistente Nickel-Phosphor-Hemmung und einen kugelgelagerten Rotor. Und auf dem Zifferblatt sind die nun mit einer mattschwarzen PVD-Beschichtung umrandeten Weißgoldindexe wie die Zeiger mit der Leuchtmasse Chromalight belegt, die im Dunkeln leicht bläulich leuchtet.
Die Explorer wiederum wurde zunächst 2010 mit einem 39-mm-Gehäuse upgedatet, um dann 2021 wieder zur ursprünglichen Größe von 36 mm zurückzukehren. 2023 stellte Rolex ihr ein 40-mm-Modell zur Seite. Beide Versionen sind bis 100 Meter wasserdicht und mit dem Automatikkaliber 3230 ausgestattet.
Rolex: die erste Explorer II, 1971
Rolex1953: Submariner, der Maßstab für Taucheruhren
Die Rolex Submariner gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten, beliebtesten und meistkopierten Taucheruhren, ja Armbanduhren überhaupt. Ihr Design ist zum Inbegriff nicht nur von Taucheruhren, sondern von Sportuhren im allgemeinen geworden. Das erste Modell datiert auf das Jahr 1953 – noch ohne Datum und nur bis 100 Meter wasserdicht, dafür aber extrem gut ablesbar dank mattschwarzem Zifferblatt und großen Indexen, die wie die Zeiger im Dunkeln und unter Wasser kräftig leuchteten. Eine – damals noch beidseitig drehbare – Lünette erlaubte es, zum Start eines Tauchgangs den Nullpunkt der Minutenskala mit dem Minutenzeiger zu synchronisieren und so die Tauchzeit später bequem und präzise ablesen zu können. In die Entwicklung der Submariner, an der René-Paul Jeanneret, Rolex-Direktionsmitglied und privat Sporttaucher, gehörigen Anteil hatte, waren bereits Rolex' frühere Erfahrungen mit wasserdichten Gehäusen eingegangen, auch solche aus der Kooperation mit Panerai und deren Kampfschwimmeruhren – Rolex hatte den Italienern Uhrwerke geliefert. Mit der Submariner führte Rolex erfolgreich umfangreiche Tests unter Wasser durch, bevor sie schließlich auf der Basler Messe 1954 vorgestellt wurde. Dem ersten Modell fehlten noch viele Features, die die Submariner später ausmachten. So etwa der "Mercedeszeiger", dessen Form dafür sorgen sollte, dass die Leuchtmasse auf drei kleinere Flächen verteilt werden konnte. Außerdem fehlten noch der Modellname auf dem Zifferblatt (ab Ende 1954), der Kronenschutz (1959 eingeführt) und die minutengenaue Einteilung der ersten 15 Minuten auf der Drehlünette. 1954 erhöhte Rolex auch die Wasserdichtheit der Sub auf 200 Meter, seit 1979 sind es 300 Meter. 1969 ließ Rolex die Submariner Date mit Datumsfunktion folgen. Auch in den Folgejahrzehnten verbesserte Rolex das Modell stetig weiter. 2010 erhielt die Lünette der Stahl-Submariner einen Keramikeinsatz aus Cerachrom, dazu gesellten sich die Leuchtmasse Chromalight, die Triplock-Krone und verbesserte Werke. Heute ist die datumslose Submariner mit dem Automatikkaliber 3230 bestückt, die Submariner Date mit dem verwandten 3235.
Rolex: erste Submariner, 1953
Rolex1955: GMT-Master, die Uhr für Kosmopoliten
Die zwei Jahre nach der Submariner lancierte GMT-Master sollte sich, vor allem als GMT-Master II seit 1982, zu einer ähnlich globalen Uhrenikone entwickeln wie die berühmte Rolex-Taucheruhr. Den konkreten Anlass gab eine Anfrage der damals bekanntesten US-amerikanischen Fluggesellschaft Pan Am: Deren Management bat Rolex 1953 um die Entwicklung einer Uhr, die gleichzeitig die Uhrzeiten zweier Zeitzonen darstellte und dazu gut und leicht abzulesen war. Die 1955 von Rolex auf den Markt gebrachte erste GMT-Master Ref. 6542 konnte genau das: Ein zusätzlicher roter Zeiger mit Pfeilspitze, der sich einmal in 24 Stunden ums Zifferblatt drehte, wies auf die 24-Stunden-Skala einer Drehlünette. Deren Einsatz, erst aus Kunststoff, ab 1956 aus Metall, war schon beim ersten Modell zweifarbig gehalten, damit die Piloten Tag- und Nachtstunden auseinanderhalten konnten. Während Pan Am die Uhr zu ihrem offiziellen Zeitmesser erklärte, verbesserte Rolex die GMT-Master stetig weiter: Sie wurde mit verschiedenen Werken ausgestattet, die Krone erhielt einen Flankenschutz, 1981 folgte eine Datumsschnellschaltung.
Die bedeutendste Weiterentwicklung war 1982 die Einführung der GMT-Master II mit Referenznummer 16760: Ihr neues Kaliber 3085 erlaubte zusätzlich die separate Verstellung des regulären Stundenzeigers über die Krone, sodass man die Ortszeit beim Landen in einer anderen Zeitzone schnell und ohne Verlust der Präzision einstellen konnte. Sie ist damit die Vorreiterin der heute so genannten Traveller-GMTs. Bis heute wurde die GMT-Master II immer weiter verbessert: 2013 bot Rolex sie erstmals mit einem zweifarbigen, aus einem Stück bestehenden Lünetteneinsatz aus Cerachrom an – seitdem hat es immer neue Farbvarianten gegeben. 2022 erschien die GMT-Master II erstmals als Linkshänder-Version, und 2025 erhielt sie ihr erstes Keramikzifferblatt.
Rolex: die erste GMT-Master von 1955
Rolex1956: Day-Date, die Präsidenten-Uhr
Die Day-Date spielt seit ihrer Einführung 1956 eine herausgehobene Rolle in der Rolex-Kollektion: Es gibt sie ausschließlich in Edelmetall. Sie ist damit das prestigeträchtigste Modell der Marke. Berühmt wurde sie zudem als "President's Watch", weil eine ganze Reihe von US-Präsidenten sie mit Begeisterung trugen. Der Spitzname entstand zur Amtszeit von Lyndon B. Johnson, aber auch Gerald Ford und einige seiner Nachfolger wie zuletzt Joe Biden und Donald Trump wurden mit der Uhr am Handgelenk gesehen. Den Namen "President" erhielt auch das unverkennbare dreireihige Armband der Day-Date mit seinen halbrunden Gliedern. Technisch brachte die Day-Date eine wichtige Innovation mit sich: Sie war die erste Armbanduhr mit ausgeschriebener Wochentagsanzeige. Schon beim ersten Kaliber 1055 lag die dazugehörige Scheibe über der Datumsscheibe und war mit 7 Löchern ausgestattet, die an jedem Tag der Woche Durchsicht auf das Datum bei 3 Uhr, positioniert unter der berühmten Zyklop-Lupe, erlaubten. Selbstverständlich stellte Rolex sicher, dass beide Scheiben um Mitternacht synchron auf ihre nächste Position sprangen. Heute ist die Wochentagsscheibe in nicht weniger als 26 verschiedenen Sprachen erhältlich. Aktuell ist die Day-Date in 36 mm und 40 mm erhältlich, angetrieben wird sie vom Automatikkaliber 3255.
Rolex: die erste Day-Date von 1956
RolexAb 1960: Taucheruhren für die Tiefe des Meeres
Nachdem Rolex-Uhren 1953 bereits auf dem höchsten Punkt der Erde, dem Mount Everest, gewesen waren, stand 1960 ein Besuch in der tiefsten Tiefe an: dem Grund des Marianengrabens. Im Januar jenes Jahres tauchten der Schweizer Tiefseeforscher und der US-Marineoffizier Don Walsh mit ihren Tauchboot Trieste auf den Grund des Challengertiefs im Marianengraben. In der erreichten Tiefe von 10.916 Metern herrschte ein Wasserdruck von etwa 1.100 bar. Mit dabei war die an der Außenwand des Bootes befestigte Deep Sea Special: eine eigens für dieses Abenteuer geschaffene Rolex-Uhr mit Oystergehäuse und einem weit überstehenden dicken, halbkugelförmigen Glas. Die Uhr überstand die Expedition ohne Schaden. Während die Deep Sea Special für ein Getragenwerden im Alltag nicht infrage kam, nahm Rolex sich in den Folgejahren und -jahrzehnten des Themas besonders wasserdichte Taucheruhr immer wieder an.
Nachdem man für das auf Tieftauchen spezialisierte französische Unternehmen Comex bereits eine Uhr mit Heliumventil entwickelt hatte, brachten die Genfer 1967 die bis 610 Meter (2.000 Fuß) wasserdichte Sea-Dweller auf den Markt. Mit Heliumventil und einer deutlich höheren Wasserdichtheit – ab 1978 sogar 1.220 Meter (4.000 Fuß) war sie als echte Toolwatch die professionelle Schwester der sportlich-eleganten Submariner, die gerade auch an Land eine gute Figur machte.
Doch Rolex strebte nach weiteren Rekorden. Die 2008 auf den Markt gebrachte Sea-Dweller Deepsea wartete mit einem 43-mm-Gehäuse auf, das 390 bar Druck und damit einer Tiefe von 3.900 Metern standhalten konnte. Die Deepsea gibt es bis heute, sie hat sich inzwischen aber von der Sea-Dweller emanzipiert und bildet ein eigenständiges Modell in einer aktuellen Größe von 44 mm. Die 3.900 Meter Wasserdichtheit garantiert das von Rolex entwickelte Ringlock-System, bestehend erstens aus einem 5,5 mm dicken, gewölbten und entspiegelten Saphirglas, zweitens einem im Gehäusemittelteil positionierten Kompressionsring zwischen Glas und Boden, bestehend aus einer Stickstoff-Oystersteel-Legierung, und drittens einem verschraubten Titanboden. Die Deepsea ist mit einem Heliumventil und dem Automatikkaliber 3235 ausgestattet.
2012 unternahm Rolex eine zweite Expedition zum Marianengraben. Die eigens zu diesem Zweck entwickelte Deepsea Challenge, auf eine Tiefe von 12.000 Metern ausgerichtet, tauchte am Spezialboot des kanadischen Hollywoodregisseurs James Cameron (Abyss, Titanic, Avatar) erneut ins Challengertief ab – diesmal in eine Tiefe von 10.908 Meter. Mit einem Durchmesser von 51,4 mm und einer unfassbaren Gesamthöhe von 28,5 mm (davon 14,3 mm für das Saphirglas) war die Deepsea Challenge kaum fürs Tragen am Handgelenk geeignet. Doch auch dieser Herausforderung stellte Rolex sich und brachte Ende 2022 die Deepsea Challenge als Serienmodell, in einer leicht abgespeckten Version mit 50 mm Durchmesser und einer immer noch bemerkenswerten Höhe von 23 mm. Sie war zugleich die erste Serienuhr von Rolex, die komplett aus Titan gefertigt wurde.
Rolex: erste Sea-Dweller von 1967
Rolex
Rolex: Die 2022 eingeführte, kommerzielle Deepsea Challenge
Rolex1963: Cosmograph Daytona und das Anhalten der Zeit
Die Daytona ist heute, vor allem als Edelstahlmodell, eines der begehrtesten, wenn nicht das begehrteste Modell von Rolex. Ihre Geschichte geht zurück auf das Jahr 1963, als Rolex sie mit schwarzem Zifferblatt, drei weißen Totalisatoren und einer Tachymeterskala auf der Lünette herausbrachte. Erste Chronographen hatte Rolex schon in den 1920er-Jahren gebaut. Damals und in den folgenden Dekaden gab es Zeitstopper mit einem und zwei Drückern, Handaufzugswerken von Valjoux, Telemeter- und Tachymeterskalen, später auch mit Oystergehäuse und Vollkalender wie die "Jean-Claude Killy" von 1952. Doch zur Ikone wurde nicht der Oyster Chronograph, sondern die mit dem heute kaum noch ausgesprochenen Beinamen "Cosmograph" versehene Daytona. (Rolex reaktivierte den Namen von einer früheren Uhr mit Mondphase, die 1956 eingestellt worden war.) Über die verschiedenen Varianten, die es gerade in der Anfangszeit gab, lassen sich ganze Bücher füllen. Berühmt wurde vor allem das nach dem Hollywoodstar Paul Newman benannte Zifferblatt in Schwarz mit weißen bzw. Weiß mit schwarzen Hilfszifferblättern, einer roten Minuterie außerhalb des Zifferblatts und dem roten, geschwungenen Schriftzug "DAYTONA" über dem 12-Stunden-Totalisator. Eine solche, graviert mit einem Gruß seiner Freundin ("Drive carefully. Me"), wurde 2017 in New York bei einer Phillips-Auktion für über 17,7 Millionen Dollar verkauft. Die Daytonas der ersten Jahre waren allerdings beim Publikum nicht sehr erfolgreich – erst recht nicht nach Einführung der ersten Automatikchronographen 1969. Rolex reagierte darauf, indem man sich 1986 an Zenith wandte mit dem Ziel, deren El Primero für die Daytona zu nutzen. Der Deal wurde Realität, allerdings bauten die Rolex-Uhrmacher den Automatikchronographen in vielen Details um, vor allem reduzierten sie die Unruhfrequenz von 36.000 Halbschwingungen pro Stunde (5 Hertz) auf 28.800 (4 Hertz). Das Kaliber erhielt die Bezeichnung 4030. Die Automatik-Daytona wurde sehr erfolgreich. Trotzdem begann Rolex in seiner Werkefertigung in Biel schon bald mit der Entwicklung eines eigenen Chronographenkalibers. Dieses debütierte im Jahr 2000 als Kaliber 4130 und ist bis heute in Gebrauch. Optisch ist der Unterschied von außen leicht zu erkennen, weil bei den Daytonas mit Kaliber 4130 die waagrechte Achse von 12-Stunden- und 30-Minuten-Zähler nach oben verschoben ist und nicht mehr auf einer Linie mit der Kronenwelle lag. Das Gleiche gilt für das heute verwendete Kaliber 4131 mit Chronergy-Hemmung.
Rolex: erster Cosmograph Daytona von 1963
Rolex2012: Sky-Dweller, der Himmelsbewohner
Dass Rolex sich nicht mit dem Bestehenden zufriedengibt, zeigte sich einmal mehr 2012. Mit der Sky-Dweller brachten die Genfer eine Uhr mit zweiter Zeitzone heraus, die nicht das Geringste mit der GMT-Master und deren Historie zu tun hat. Allerdings besitzt die Sky-Dweller auch eine weitere Zusatzfunktion neben der zweiten Zeitzone: einen Jahreskalender. Mit dem an die Sea-Dweller angelehnten Namen gibt sich die Sky-Dweller als Himmelsbewohner im Sinne von Menschen, die viel im Flieger sitzen und sich dementsprechend oft in anderen Zeitzonen aufhalten. Das Bemerkenswerte an der Sky-Dweller ist, dass sie die verschiedenen Anzeigen so auf dem Zifferblatt vereinigt, dass man sie schnell und intuitiv ablesen kann. Während die zentralen Zeiger für Stunden und Minuten für die jeweilige Ortszeit zuständig sind, wird die Heimatzeit über eine dezentrale Scheibe angegeben, wobei die aktuelle Stunde gegenüber einer rot umrandeten Pfeilspitze abzulesen ist. Das Datum befindet sich wie oft bei Rolex bei 3 Uhr unter einer Lupe mit 2,5-facher Vergrößerung. Der Monat wiederum korrespondiert mit den 12 Stunden, die durch römische Ziffern bzw. im Falle der 12 durch die Rolex-Krone dargestellt werden. Bei jeder Stunde befindet sich eine Öffnung, die sich an der Stelle des passenden Monats schwarz färbt. Ein schwarzer Ausschnitt bei 8 Uhr heißt also, dass wir im August sind. Möglich wird das Ganze durch das Automatikkaliber 9002.
Die Bedienung erfolgt über die sogenannte Ring-Command-Lünette: Man dreht sie gegen den Uhrzeigersinn , bis sie in der ersten Position bei elf Uhr einrastet. Nun kann man über die Krone das Datum in beide Richtungen einstellen, dabei springt auch die Monatsanzeige vor oder zurück. Dreht man die Lünette weiter, sodass sie bei zehn Uhr einrastet, kann man die Ortszeit einstellen. Dabei bewegt sich der Stundenzeiger in Stundenschritten. Das Datum schaltet ebenfalls, allerdings nur vorwärts. Bewegt man die Lünette in die nächste Position, lässt sich die Heimatzeit zusammen mit dem Stunden- und Minutenzeiger für die Lokalzeit einstellen. Dabei hält die Sekunde an. Alle drei Korrekturen nimmt man mit voll gezogener Krone vor. Sie darf auch gezogen bleiben, wenn die Lünette gedreht wird, beschädigen kann man den Mechanismus dabei nicht.
Rolex: erste Sky-Dweller, 2012
Rolex2025: Land-Dweller, der in die Zukunft weisende Meilenstein
Die 2025 eingeführte Land-Dweller komplettiert nicht nur das mit Sea-Dweller und Sky-Dweller begonnene Thema Wasser-Luft-Land, sondern ist auch eine Projektionsfläche für ein neues Uhrwerk mit einer innovativen neuen Hemmung, die auch für künftige Rolex-Werkentwicklungen maßgeblich sein dürfte. Beim neuen Automatikkaliber 7135, einer Weiterentwicklung des Kalibers 7140 der Perpetual 1908, geht Rolex erstmals auf die hohe Frequenz von 5 Hertz (36.000 A/h). Die wichtigste technische Neuerung besteht in der Dynapulse-Hemmung aus Silizium. Diese sequenziell arbeitende Verteilungshemmung, die an die "natürliche Hemmung" von Abraham-Louis Breguet erinnert, optimiert die Energieübertragung vom Federhaus zum Oszillator und erhöht zugleich Effizienz und Funktionssicherheit. Die Konstruktion bringt es mit sich, dass die Ankerpaletten nicht mehr über die Flächen des Ankerrads gleiten, was die sprichwörtlichen Reibungsverluste stark reduziert. Durch die Verwendung von Silizium ist die Hemmung unempfindlich gegenüber Magnetfeldern. Ergänzt wird das System durch die ebenfalls aus Silizium bestehende Syloxi-Spirale, die Rolex in-house herstellt. Sie bietet eine hohe Stabilität bei Temperaturschwankungen sowie eine hohe Stoßfestigkeit. Ihre patentierte Geometrie gewährleistet laut Rolex einen gleichmäßigen Gang in jeder Lage. Um der Spirale mehr Energie zu verleihen, hat Rolex zusätzlich die Windungen der Syloxi-Spirale verstärkt, was ihr eine höhere Steifigkeit verleiht. Das Kaliber 7135 bietet wie das 7140 eine Gangreserve von 66 Stunden und ist durch eine ganze Reihe von Patenten geschützt. Die Land-Dweller selbst zeichnet sich durch ein Design aus, das ein Oystergehäuse mit auffällig abgeknickten Bandanstößen mit einem integrierten neuen Armband namens "Flat Jubilee" verbindet. Ein weiteres Kennzeichen ist die wabenförmige Struktur auf dem Zifferblatt. Alle genannten Elemente machen die Land-Dweller zu einem neuen Meilenstein in der Rolex-Historie, auf den sich viele Modelle der Zukunft beziehen werden.
Rolex: Land-Dweller, 2025
Rolex- 1926: Die erste Oyster
- 1931: Oyster Perpetual – der Automatikaufzug hält Einzug
- 1945: Datejust, die Alltagsuhr schlechthin
- 1953: Hoch hinauf mit der Explorer
- 1953: Submariner, der Maßstab für Taucheruhren
- 1955: GMT-Master, die Uhr für Kosmopoliten
- 1956: Day-Date, die Präsidenten-Uhr
- Ab 1960: Taucheruhren für die Tiefe des Meeres
- 1963: Cosmograph Daytona und das Anhalten der Zeit
- 2012: Sky-Dweller, der Himmelsbewohner
- 2025: Land-Dweller, der in die Zukunft weisende Meilenstein