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Lesedauer 16 Min.

Erste Luxusuhr kaufen: Der große Guide für den perfekten Einstieg

Die erste Luxusuhr markiert einen persönlichen Meilenstein und den Einstieg in die Welt mechanischer Uhren. Doch welche Marken und Modelle eignen sich für Einsteiger? Wie viel sollte man ausgeben? Und worauf kommt es noch an? Unser großer Guide erklärt, wie Sie die richtige erste Luxusuhr finden.
Rolex-Air-King-liegend

Einsteigermodell von Rolex: die Air-King

© Rolex

Warum die erste Luxusuhr etwas Besonderes ist

Für den Kauf der ersten Luxusuhr kann es viele Gründe geben. Man will sich etwas Besonderes gönnen, sich belohnen, einen Abschluss oder einen beruflichen Erfolg feiern. Vielleicht sucht man eine Uhr als Statussymbol – das geben viele nicht zu, dabei ist nichts Verwerfliches dabei, letztlich erfüllt man sich dabei einen allzu menschlichen Wunsch. Oder man bewundert die dahinterstehende Handwerkskunst und erfreut sich an der Mechanik. Egal, was auch immer die Antriebskräfte hinter dem Kaufwunsch sind: Wer sich eine hochwertige Uhr zulegen will, sollte einiges beachten. Im Folgenden geben wir eine Reihe von Tipps und Hinweise. Wir sagen, worauf man aufpassen, was man berücksichtigen muss und geben Beispiele.

Rolex-Submariner-124-060

Für viele ein Statussymbol, für andere eine Wertanlage: Rolex Submariner Ref. 124060

© Rolex

Warum wollen Sie sich eine Luxusuhr kaufen?

Wie oben kurz angerissen, sollten Sie kurz in sich gehen und sich fragen, warum Sie sich eine Luxusuhr kaufen wollen. Geht es Ihnen um die Uhr selbst oder sehen Sie sie mehr als Wertanlage? Streben Sie nach einer bestimmten Marke oder haben Sie sich in ein konkretes Modell verliebt? Wollen Sie Ihre Uhr richtig benutzen oder sehen Sie sie in erster Linie als Schmuckstück an?

Die Uhr als täglicher Begleiter

Viele Erstkäufer suchen eine universelle Alltagsuhr – gerade dann, wenn das Budget nur für eine Uhr reicht. So eine Uhr sollte eine gewisse Robustheit mit sich bringen, vielseitig und langfristig tragbar sein. Sie sollte nicht extrem designt sein, kein Nischenmodell, sondern eine klassisch gestaltete Dreizeigeruhr, vielleicht sogar eine Sportuhr. Edelstahl ist hier das Gehäusematerial der Wahl. Eine Sportuhr hat den Vorteil, dass sie eine erhöhte Wasserdichtheit und ein robustes Gehäuse mit sich bringt und dementsprechend wenig empfindlich ist. Beispiele wären hier eine Taucheruhr wie die Certina DS Action Diver (ab 890 Euro) oder eine Fliegeruhr wie die Sinn 104 Klassik 12 (ab 1.690 Euro). 

Certina: DS Action Diver 38mm Powermatic 80 in Bicolor

Leistungsstarke Taucheruhr: Certina DS Action Diver 38mm Powermatic 80, in Bicolor 950 Euro

© Certina

Für eine etwas elegantere Wahl empfiehlt sich u. a. die Tissot Gentleman: Die 38 mm große Edelstahluhr kombiniert ein klassisches Design mit einem hervorragenden Automatikwerk, das über eine hohe Gangreserve von 80 Stunden verfügt. Gleichzeitig bietet sie bei 795 Euro ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gut 1.000 Euro mehr kostet etwa die berühmte Tangente von Nomos Glashütte, ein Designklassiker seit den frühen 1990er-Jahren, dessen Durchmesser von 35 mm heute wieder passend für alle Handgelenke ist. Wer ein höheres Budget zur Verfügung hat, findet im Bereich bis 5.000 Euro verschiedene Modelle von Marken wie Fortis, Frederique Constant, Longines, Tudor und vielen anderen Marken.

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Eleganter Klassiker im 35-mm-Gehäuse: Nomos Tangente 101 © Nomos

Eine bestimmte Marke muss es sein

Marken geben Orientierung. Erst recht in der Welt der Luxusprodukte. Viele Menschen haben deswegen bereits mehrere Marken in der engeren Auswahl. Auf wen das nicht zutrifft, findet auf einschlägigen Websites wie WatchTime.net, auf unterschiedlichsten Social-Media-Kanälen oder im Fachhandel ausreichend Anschauungsmaterial. Gerade ein gut sortierter Konzessionär kann hier kompetent beraten und eine gewisse Auswahl bieten. In Deutschland spielen die klassischen Juweliergeschäfte nach wie vor eine wichtige Rolle, während man z. B. in vielen asiatischen Ländern vorwiegend Boutiquen der jeweiligen Marken findet.

Sollten Sie sich zu einer oder mehreren Marken hingezogen fühlen, dann klopfen Sie Ihren ersten Eindruck ruhig ein bisschen ab: Beschäftigen Sie sich mit der Marke. Besuchen Sie deren Website bzw. Online-Shop und deren Boutiquen (die gibt es natürlich auch in Deutschland). Schauen Sie sich an, mit welchen Promis die Marke wirbt und welche Aktivitäten sie unterstützt. Jede Marke vertritt bestimmte Werte. Passen die zu Ihnen? Dieser Punkt ist ganz wichtig. Oder gefällt Ihnen die Marke vor allem, weil Sie sie am Handgelenk von Freunden oder Prominenten gesehen haben? Wenn Sie einen spürbaren Betrag in Ihre erste Luxusuhr investieren, sollten Sie sich sicher sein, dass sie die Uhr und die dahinterstehende Marke auch in mehreren Jahren noch toll finden.

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Dresswatch für Einsteiger: Tissot Gentleman 38mm, 795 Euro © Tissot

Die Uhr als Wertanlage

Das ist ein heikler Punkt. Vor allem sollte man sich die Hoffnung abschminken, mit Uhren spekulieren zu können. Gerade vor einigen Jahren, als der Sekundärmarkt überhitzt war, schienen bestimmte Luxusuhren wie die Patek Philippe Nautilus oder verschiede Sportmodelle von Rolex für manche der schnellste Weg zum leicht verdienten Geld zu sein. Einfach eine begehrte Uhr kaufen und nach einiger Zeit mit Gewinn weiterverkaufen. Doch Vorsicht: Das funktioniert nur selten und schon gar nicht, wenn man selbst erst Einsteiger in die Thematik ist. Selbst bei angeblich "sicheren" Marken wie Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet oder Richard Mille sind bei weitem nicht alle Modelle gleich stark gefragt. Und die extrem beliebten sind schwer zu bekommen oder entsprechend teuer. Zudem gibt es Hypes, die schnell wieder vorbei sein können. Es ist wie an der Börse: Wer kein Insider ist, läuft den Trends hinterher und ist in der Regel zu spät dran. Der Hauptgrund für den Kauf einer Luxusuhr sollte immer sein, dass man sie für sich haben und sie tragen will. Dann hat man zum einen für viele Jahre einen Wertgegenstand, der nicht nur virtuell in einem Depot liegt, sondern an dem man sich jeden Tag erfreuen kann. Was man wissen muss: Die meisten Luxusuhren verlieren nach dem Kauf zunächst an Wert. Aber, und das mag trösten: bei weitem nicht so viel und so schnell wie ein Auto.

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Kult-Fliegeruhr: IWC Mark XX

© IWC

Wie viel sollte man für die erste Luxusuhr ausgeben?

Schon der Begriff "Luxusuhr" ist dehnbar. Luxus ist relativ: Für den einen beginnt Luxus bei 500 Euro, für die andere bei 1.000 oder 2.000 Euro, für manche noch weiter oben. 

Bis 1.500 Euro

Im Preisbereich bis 1.500 Euro findet man bei vielen Marken bereits eine erstaunlich hochwertige Qualität. Marken wie Certina, Junghans, Laco, Mido, Seiko, Stowa – um nur wenige zu nennen – bieten hier sowohl elegante als auch sportliche Modelle mit hoher Qualität und leistungsstarken Schweizer Automatikwerken von Herstellern wie Eta oder Sellita.

1.500 bis 5.000 Euro

Im Preisbereich bis 5.000 Euro tut sich schon sehr viel. Hier beginnt der eigentliche Luxusbereich. In dieser Preisklasse trifft man auf raffinierte Designs und interessante Zusatzfunktionen wie eine zweite Zeitzone (GMT) oder eine Mondphasenanzeige. Hier finden sich auch schon die ersten Chronographen. Zu den Marken, die in diesem Segment stark sind, gehören u. a. Fortis, Frederique Constant, Longines, Nomos Glashütte, Oris, Sinn oder Tudor.

Ab 5.000 Euro

Oberhalb von 5.000 Euro verschiebt sich der Fokus stärker in Richtung Prestige, Finissage und Markenimage. Hier sind viele ikonische Modelle zu Hause, darunter solche Klassiker wie die Breitling Navitimer B01, die Cartier Santos, die IWC Mark XX, die Omega Speedmaster Professional oder die Rolex Oyster Perpetual – alle genannten Modelle sind preislich noch unter 10.000 Euro erhältlich.

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Eine Ikone wie die Omega Speedmaster Moonwatch Professional eignet sich perfekt als erste Luxusuhr.

© Omega

Wo kann man seine erste Luxusuhr kaufen?

Wer seine erste Luxusuhr kaufen möchte, beschäftigt sich meist zuerst mit Marken und Modellen. Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Frage: Wo kauft man überhaupt? Denn der Kaufweg entscheidet nicht nur über Preis und Verfügbarkeit, sondern auch über Sicherheit, Garantie, Service und das gesamte Erlebnis. Gerade Einsteiger unterschätzen häufig, wie unterschiedlich die einzelnen Märkte funktionieren. Zwischen autorisiertem Konzessionär, Graumarkt, Vintage-Händler und Online-Plattform liegen teils erhebliche Unterschiede – sowohl bei der Sicherheit als auch beim Kauferlebnis.

Klassisch: Beim Juwelier

Der klassische Fall, vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ist nach wie vor der Erwerb einer nagelneuen Uhr bei einem niedergelassenen Konzessionär. Es ist durchaus eine emotionale Erfahrung damit verbunden, ein solches Geschäft zu betreten – durch eine Tür, die erst für einen aufgeschlossen werden muss, vorbei am Wachpersonal. Viele, die von Juweliersgeschäften bislang nur die Schaufenster von außen kannten, betreten so ein Geschäft jetzt zum ersten Mal. Sitzt man dann dem Verkäufer gegenüber, hat man die Gelegenheit, Uhren ans Handgelenk zu legen und so zu spüren, ob sie passen und wie sich am eigenen Arm machen. Zudem ist die Gefahr, eine Fälschung oder Hehlerware zu kaufen, gleich null. 

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Die erste Luxusuhr beim Konzessionär zu erwerben, ist für viele Erstkäufer ein besonderes Erlebnis.

© Juwelier Mühlbacher

Der erste Kauf beim "Konzi" kann zugleich der Beginn einer langjährigen Beziehung sein. Wer im Lauf der Jahre seine Uhren immer wieder bim gleichen Juwelier kauft, gilt mit der Zeit als guter Kunde, der vielleicht auch zu Events eingeladen wird oder sehr begehrte Uhren schneller bekommt, auf die andere länger warten muss. Und auch, wenn es ein paar Jahre nach dem Kauf um den Service geht, ist der Konzessionär der natürliche Ansprechpartner. Entweder hat er sogar eine eigene Werkstatt oder er schickt die Uhr zur Reparatur oder Wartung zum Hersteller. (Letzteres kann man natürlich auch selbst tun.) Unterm Strich ist der Gang zum Konzessionär für die meisten Erstkäufer der logischste und sinnvollste Schritt.

Alternative: In der Markenboutique

Wer bei einer großen Global Brand einkaufen will, kann das auch bei deren eigenen Boutiquen tun. Monobrand-Stores finden sich in großen Metropolen, für manche Marken muss man mitunter sehr weit fahren. Dafür ist hier das Markenerlebnis am größten, man kann komplett in die jeweilige Markenwelt eintauchen. Oft ist hier die Auswahl an verfügbaren Modellen größer als beim Konzessionär – nicht nur, weil die Boutique mehr Referenzen vorrätig hat, sondern auch, weil manche Modelle "boutique only" sind, also nur in den markeneigenen Geschäften geführt werden. Und nicht zuletzt ist das Verkaufspersonal ganz auf die eine Marke hin geschult, sodass oft eine tiefere Markenkenntnis vorhanden ist. Die Nachteile ergeben sich aus der Natur der Sache: Der Vergleich mit anderen Marken, den man beim klassischen Juwelier hat, fällt weg. Wer sich aber auf eine Marke festgelegt hat, vielleicht sogar Fan ist, für den bietet sich die Markenboutique an.

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Einkaufserlebnis Markenboutique: Jaeger-LeCoultre-Boutique in München © Jaeger-LeCoultre

Der Online-Shop

Im Zuge der Digitalisierung der 2010er-Jahre verfügen heute die meisten Uhrenmarken über einen Online-Shop. Manche, gerade Microbrands, verkaufen ausschließlich über diesen Vertriebsweg. Letztere können dadurch verhältnismäßig niedrige Preise garantieren, da die Händlermarge wegfällt. Größere Marken dagegen nehmen die gleichen Preise, die man auch im Fachhandel zahlt, um dem Konzessionär keine Nachteile zu bereiten. Neben den Herstellern besitzen natürlich auch die großen Konzessionäre eigene Online-Shops. Auch wenn viele Kundinnen und Kunden den "Offline"-kauf immer noch bevorzugen, haben sich die Online-Vertriebswege längst etabliert; auch Uhren zu fünfstelligen Preisen werden längst übers Netz ge- und verkauft. Für die Online-Shops großer Marken gilt oft das, was wir bereits bei den Markenboutiquen gesehen haben: Bestimmte Modelle sind ausschließlich über diesen Vertriebsweg erhältlich. Beim Online-Shop entfällt naturgemäß die Anprobe, allerdings bemühen sich die Marken hier um Kompensation durch virtuelle Anprobe-Tools. Auch das persönliche Beratungsgespräch muss nicht entfallen: Das Mindeste ist ein KI-Assistent, manche Marken bieten auch virtuelle Termine mit echten Boutique-Mitarbeitern an. Die Ultima Ratio ist schließlich die "Anprobe zu Hause" mit Rückgaberecht, z. B. innerhalb von 30 Tagen.

Neben den Online-Shops von Herstellern und offiziellen Konzessionären gibt es auch Zwischenhändler wie z. B. Chronext, die neben gebrauchten Uhren auch ungetragene Neuware verkaufen. Hier sollte man sich den Händler genauer anschauen. Chronext etwa ist von verschiedenen Marken als offizieller Vertragspartner lizenziert und verfügt über eine eigene Uhrmacherwerkstatt. Darüber hinaus gibt es Marktplätze wie Chrono24 oder Ebay, bei denen man vorwiegend gebrauchte, aber auch neue Uhren von Privatpersonen oder professionellen Zwischenhändlern kaufen kann. Wichtig ist es in diesen Fällen immer darauf zu achten, dass die Uhren mit allen original Papieren geliefert werden. Ebay kombiniert seine Echtheitsprüfung zudem mit einer Zusammenarbeit mit Enquirus, der globalen Datenbank zur Bekämpfung von Diebstahl und Hehlerei im Uhren- und Schmuckbereich.

Certified Pre-Owned

Rueschenbeck Vintage München

CPO-Uhren im Laden kaufen: Rüschenbeck Vintage in der Münchner Maffeistraße

© Rüschenbeck

Certified Pre-Owned, abgekürzt CPO bietet schließlich die Möglichkeit, getragene Uhren zu erwerben, die vom Hersteller oder vom Händler überarbeitet wurden und mit einem Zertifikat über Echtheit und besagte Überarbeitung versehen sind, zusammen mit einer neuen Garantie. CPO wird von verschiedenen Marken wie Rolex, aber auch von großen Händlern wie Bucherer oder Rüschenbeck angeboten. CPO-Käufe sind über einen speziellen Online-Store, manchmal auch über eigene Ladengeschäfte möglich. Der Charme von CPO liegt darin, dass man hier auch ältere Uhren bekommen kann, die aktuell nicht mehr erhältlich sind.

Neu oder gebraucht kaufen?

Nach der Frage nach dem richtigen Kaufweg folgt die zweite Grundsatzentscheidung: Soll die erste Luxusuhr neu sein – oder kommt auch eine gebrauchte Uhr infrage? Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie nicht nur den Preis betrifft. Sie entscheidet auch darüber, wie viel Sicherheit man bekommt, wie groß die Auswahl ist, welche Rolle der Zustand spielt und wie emotional der Kauf erlebt wird.

Neukauf: Die Vorteile

Der Neukauf ist für viele Einsteiger der naheliegendste Weg. Die Uhr ist ungetragen, technisch auf dem aktuellen Stand und wird mit vollständigem Lieferumfang ausgeliefert. Box, Papiere, Garantiekarte und Bedienungsanleitung gehören dazu; auch die Herstellergarantie beginnt erst mit dem Kauf. Zudem gibt es keine offene Vorgeschichte: Man muss sich keine Gedanken darüber machen, ob die Uhr bereits aufgearbeitet wurde, ob sie mal heruntergefallen ist, ob Feuchtigkeit eingedrungen ist oder ob einzelne Komponenten später ersetzt wurden. Gerade beim ersten Kauf ist diese Klarheit ein starkes Argument.

Eine Uhr als Erstbesitzer zu übernehmen, alle Schutzfolien selbst zu entfernen und die Papiere auf den eigenen Namen ausgestellt zu bekommen, kann Teil eine starken Erlebnisses sein. Für viele Käufer ist genau das ein Grund, nicht mit einem bereits getragenen Exemplar zu beginnen.

Neukauf: Mögliche Nachteile

Der Nachteil des Neukaufs liegt vor allem im Preis. Bei vielen Marken zahlt man den offiziellen Listenpreis, während identische oder nahezu identische Modelle auf dem Zweitmarkt günstiger zu finden sind. Besonders bei Uhren, die nicht stark nachgefragt oder leicht verfügbar sind, kann der Wert nach dem Kauf zunächst sinken. Wer also bereits weiß, dass er eine Uhr vielleicht nach ein oder zwei Jahren wieder verkaufen möchte, sollte diesen Punkt nüchtern einkalkulieren. Eine Luxusuhr ist nicht automatisch wertstabil, nur weil sie teuer ist.

Hinzu kommt die Verfügbarkeit. Einige besonders begehrte Modelle sind neu nur schwer zu bekommen, während sie auf dem Zweitmarkt sofort verfügbar sind – allerdings häufig zu einem höheren Preis. Hier muss man unterscheiden: Bei vielen normalen Serienmodellen ist der Gebrauchtmarkt günstiger. Bei begehrten Stahlmodellen bestimmter Marken kann er dagegen deutlich teurer sein als der offizielle Listenpreis. Gebraucht bedeutet also nicht automatisch preiswerter.

Gebrauchtkauf: Die Vorteile

Der Kauf einer gebrauchten Uhr bietet vor allem zwei Vorteile: Auswahl und Preis. Auf dem Zweitmarkt findet man nicht nur aktuelle Modelle, sondern auch eingestellte Referenzen, frühere Zifferblattvarianten, ältere Gehäusegrößen oder Ausführungen, die neu nicht mehr erhältlich sind. Das ist besonders interessant, wenn ein Käufer bereits sehr konkrete Vorstellungen hat. Zudem kann der Preisvorteil erheblich sein, vor allem bei jungen Gebrauchtuhren. Ein wenige Jahre altes Modell mit vollständigem Lieferumfang und gutem Zustand kann für Einsteiger eine sehr vernünftige Entscheidung sein.

Gerade „junge Gebrauchte“ sind oft der beste Kompromiss. Sie sind technisch noch modern, optisch meist sehr nah an einer neuen Uhr und verfügen im Idealfall noch über Restgarantie. Gleichzeitig ist der erste Wertverlust häufig bereits eingepreist. Wer weniger Wert darauf legt, Erstbesitzer zu sein, erhält hier oft mehr Uhr fürs Geld. Wichtig ist allerdings, den Zustand genau zu prüfen: Gibt es Kratzer? Wurde das Gehäuse poliert? Ist das Armband stark getragen? Liegt die Uhr noch innerhalb der Garantiezeit? Sind Box und Papiere vollständig vorhanden?

Gebrauchtkauf: Die Risiken

Die Risiken steigen, je älter die Uhr ist. Bei modernen Gebrauchtuhren sind Zustand und Lieferumfang meist noch relativ gut nachvollziehbar. Bei Vintage-Uhren wird es deutlich komplexer. Hier entscheidet nicht allein die Marke, sondern vor allem die Originalität. Zifferblatt, Zeiger, Lünette, Krone, Glas und Werkteile können im Lauf der Jahrzehnte getauscht worden sein. Das muss nicht grundsätzlich schlecht sein, verändert aber den Sammlerwert. Ein makellos wirkendes Zifferblatt kann weniger wertvoll sein als ein gealtertes Originalblatt; ein stark poliertes Gehäuse kann den Charakter der Uhr deutlich beeinträchtigen. Während genau diese Detailtiefe für erfahrene Sammler ihren ganz besonderen Reiz hat, ist sie für Erstkäufer in der Regel unübersichtlich.

Auch die Folgekosten unterscheiden sich. Eine neue Uhr sollte in den ersten Jahren normalerweise keinen größeren Service benötigen. Bei einer gebrauchten Uhr kann eine Revision dagegen schneller anstehen. Je nach Marke, Werk und Komplikation kann das mehrere hundert Euro kosten, bei komplizierten oder sehr hochwertigen Modellen auch deutlich mehr. Ein scheinbar günstiger Kauf relativiert sich schnell, wenn kurz nach dem Erwerb eine Wartung nötig wird. Deshalb sollte man bei gebrauchten Uhren immer nach der Servicehistorie fragen – und fehlende Nachweise im Preis berücksichtigen.

Rolex-CPO-Siegel-und-Garantiekarte
Rolex: CPO-Siegel und Garantiekarte
© Rolex

Ein weiterer Punkt ist die Garantie. Neue Uhren kommen mit Herstellergarantie. Gebrauchte Uhren können noch Restgarantie haben, wenn sie relativ jung sind. Bei älteren Exemplaren hängt die Absicherung vom Händler ab. Certified-Pre-Owned-Angebote schließen diese Lücke teilweise, weil die Uhr geprüft und mit einer neuen Garantie verkauft wird. Dafür ist CPO meist teurer als ein vergleichbares Angebot auf dem freien Markt. Man bezahlt nicht nur die Uhr, sondern auch Prüfung, Aufbereitung, Gewährleistung und Sicherheit.

Die Entscheidung zwischen neu und gebraucht hängt daher weniger von einer generellen Regel ab als vom eigenen Profil. Wer maximale Sicherheit, ein unberührtes Exemplar und das volle Kauferlebnis sucht, sollte neu kaufen. Wer stärker auf Preis-Leistung achtet, ein bestimmtes eingestelltes Modell sucht oder bereits Erfahrung im Umgang mit Zustand und Marktpreisen hat, kann gebraucht sehr gute Käufe machen. Für viele Einsteiger liegt der vernünftigste Mittelweg bei jungen Gebrauchtuhren oder CPO-Angeboten: weniger Risiko als beim klassischen Vintage-Kauf, aber oft interessanter als der reine Neukauf.

Wichtig ist, die erste Luxusuhr nicht allein nach dem vermeintlichen Schnäppchenfaktor auszuwählen. Ein niedriger Preis ist nur dann attraktiv, wenn Echtheit, Zustand, Herkunft und Serviceperspektive stimmen. Gerade beim ersten Kauf sollte Vertrauen wichtiger sein als die letzte Ersparnis. Denn eine Luxusuhr soll Freude machen – und nicht mit Unsicherheit beginnen.

Welche Uhr passt zu meinem Handgelenk?

Tudor Monarch Wristshot

Guter Sitz am Handgelenk: Vor dem Kauf der ersten Luxusuhr sollte man sie unbedingt anprobieren.

© WatchTime

Viele Uhren sind faszinierende Objekte, wenn man sie auf der Website der Marke oder im Schaufenster sieht. Aber wie gut liegt sie am eigenen Handgelenk? Und welche Größe ist die beste? Mit diesen Fragen muss man sich auseinandersetzen. Die Durchmesserangaben der Hersteller sind dabei der wichtigste Anhaltspunkt. Aber Durchmesser ist nicht gleich Durchmesser. Was man wissen muss: Je breiter die Lünette, desto kleiner wirkt die Uhr – und umgekehrt. Oder, besser ausgedrückt: Je größer der Zifferblattausschnitt ist, desto größer wirkt die Uhr. Im Netz findet man Faustregeln, für welchen Handgelenksumfang sich welche Durchmesser eignen. Die kann man getrost vergessen. Auch an breiten Handgelenken können kleine Uhren gut aussehen, umgekehrt tragen manche Menschen mit schmaleren Handgelenken auch mal gern eine überdimensionierte Uhr. Der Königsweg ist es, die Uhr vor dem Kauf anzuprobieren. Das tut man am besten beim Juwelier oder auch bei Uhrenshows wie der WatchTime Düsseldorf. Liegt die Uhr am eigenen Arm, spürt man auch, ob sie angenehm anliegt, ob es scharfe Kanten gibt, ob die Faltschließe drückt oder das metallene Gliederband die Armhärchen einklemmt (kommt heute nur noch selten vor). Und nicht zuletzt spielt auch die Gesamthöhe der Uhr eine Rolle. Gerade Sportmodelle, vor allem Taucheruhren, bauen oft sehr hoch und wirken dann sehr bullig oder lassen sich nur schwer unter die Manschette schieben. 

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Auf Shows wie der WatchTime Düsseldorf findet man eine Vielzahl von Uhren, die man am eigenen Handgelenk anprobieren kann.

© Dominik Friess

Die größten Anfängerfehler

Der Kauf der ersten eigenen Luxusuhr ist ein bedeutender Meilenstein. Vermeiden Sie Anfängerfehler, die Ihnen den Kauf aus finanziellen oder ästhetischen Gründen vergällen. Achten Sie insbesondere auf folgende Punkte:

Das Budget sprengen

Kaufen Sie auf keinen Fall eine Uhr, für die Sie einen Kredit aufnehmen müssen. Schulden drücken die Freude am Erwerb der Uhr erheblich. Das Geld für den Kauf der Uhr sollte bereits vorhanden sein und ein Verlust (z. B. durch Diebstahl) Sie nicht existenziell treffen.

Folgekosten ignorieren

Sinn Uhrmacher

Folgekosten: Mehrere Jahre nach dem Kauf benötigen mechanische Uhren einen Service.

© Sinn

Auch wenn man es ihr nicht ansieht: Eine mechanische Uhr verrichtet Schwerstarbeit. Ein Werk mit einer gängigen Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde führt in den 86.400 Sekunden, die ein Tag hat, 691.200 Halbschwingungen aus, macht also ebenso oft "tick" oder "tack". Man kann das unschwer auf ein oder mehrere Jahre umrechnen: Nach knapp vier Jahren ist die Millionengrenze überschritten. Auch wenn die heutzutage verwendeten Spezialöle und -fette darauf optimal ausgelegt sind, sollte man seine Uhr etwa alle 5 bis 7 Jahre zum Service bringen, um sie warten zu lassen – auch wenn sie noch gut funktioniert. Manche empfehlen sogar noch kürzere Wartungsintervalle. Selbst wenn man den Service etwas hinauszögert: Irgendwann wird er fällig. Und das kostet mehrere 100 Euro, in manchen Fällen auch vierstellige Beträge. Das ist ein Faktor, den man nicht übersehen sollte.

Kaufen Sie eine Uhr nicht nur deswegen, weil es gerade einen Hype um sie gibt. Trends können sich schnell ändern. Vertrauen Sie lieber Ihren eigenen Geschmack. Und was die Marke angeht: Prüfen Sie, wie oben gesagt, ob sich deren Werte mit den Ihren decken.

Die Katze im Sack kaufen

Probieren Sie die Uhr vorher an! Nicht jedes Modell trägt sich gleich gut, nicht jede Uhr passt an jedes Handgelenk. Vielleicht ist Ihnen die Titanuhr zu leicht oder die Massivgolduhr zu schwer? Über alles andere hatten wir bereits gesprochen. Eine Uhr sollte man mindestens so gern am Arm haben wie das Lieblingskleidungsstück.

Zu hohe Erwartungshaltung

Eine mechanische Uhr ist keine Funkuhr. Werte im Chronometerbereich (–4 bis +6 Sekunden Gangabweichung pro 24 Stunden) sind für einen Nicht-Chronometer (sind die meisten) erfreulich, sie können aber auch darüber liegen. Erwarten Sie keine Megapräzision um die –1/+1 Sekunden pro Tag.

Was passiert nach der ersten Luxusuhr?

Nach dem ersten Modell entdecken die meisten angehenden Uhrenfans die faszinierende Vielfalt der Uhrenwelt. Oft folgen nach der ersten Allrounduhr die erste Sportuhr, der erste Chronograph, die erste Dresswatch. Was die Marken angeht, ist Rolex bei vielen eine der ersten Luxusuhren, danach gibt es viele weitere Marken zu entdecken, die alle ihre eigene Identität haben. Wer bereits eine oder mehrere "normale" Uhren besitzt, greift beim 4. oder 5. mal vielleicht auch zu einer extremer designten Uhr. Manche entdecken Vintage-Modelle, Komplikationen oder die ganz eigene Welt der Independent Brands, die ständig breiter wird. Die erste Uhr aber wird stets in Erinnerung bleiben, und es ist schön, wenn man rückblickend sagen kann, dass sie zum damaligen Zeitpunkt genau die richtige war. 

Junghans-Max-Bill-Automatic-Datum

Klassische Einstiegsuhr: Junghans Max Bill Automatic, Edelstahl, 1.485 Euro

© Junghans
Elegante Uhren Automatikuhren Schweizer Uhren Rolex Omega

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