WatchTime Düsseldorf 2026: Diese Marken sollten Sie nicht verpassen! (Teil 1)
Drei Tage lang dreht sich in Düsseldorf alles um mechanische Uhren: Vom 23. bis 25. Oktober 2026 bringt die WatchTime Düsseldorf renommierte Manufakturen, unabhängige Marken und die Menschen hinter den Uhren zusammen. Über 70 Marken und unabhängige Uhrmacher sind in diesem Jahr dabei – so viele Möglichkeiten zum Entdecken, Anprobieren und Fachsimpeln gibt es selten an einem Ort. Und genau darum geht es in unserer großen Vorschau: Bis zur WatchTime Düsseldorf stellen wir Ihnen in mehreren Folgen die ausstellenden Uhrenmarken vor – mit ihren wichtigsten Neuheiten, besonderen Modellen und den Persönlichkeiten, die Sie vor Ort treffen können. Zum Auftakt präsentieren wir 10 Marken, auf deren Besuch Sie sich schon jetzt freuen können.
Tickets für die WatchTIme Düsseldorf 2026 finden Sie hier.
#1: Venezianico – Der Zauber der Lagunenstadt
Venezianico
Venezianico ist ein junges italienisches Unternehmen, gegründet Ende 2017 von Alberto und Alessandro Morelli, damals Studenten an der Universität Ca’ Foscari in Venedig. Architektur, Geschichte und Handwerk der Lagunenstadt dienen den Brüdern als Ausgangspunkt für ihre Kollektionen, ihre historischen Recherchen fließen in Materialien, handwerkliche Techniken und Gestaltung der Uhren ein.
Wie breit dieser Ansatz angelegt ist, zeigt die Linie Arsenale. Benannt nach dem historischen Arsenal- und Werftkomplex Venedigs, verbindet sie schlanke Gehäuse und integrierte Metallbänder mit einer großen Auswahl an Zifferblättern und Materialien. Sie eignet sich besonders gut als Einstieg in die Marke.
Technisch einen bedeutenden Schritt markierte die Redentore Utopia, die auch zu den Highlights auf der WatchTime Düsseldorf gehört. In ihr arbeitet das V5000, das erste proprietäre mechanische Kaliber von Venezianico. Das vom italienischen Werkespezialisten OISA gefertigte Werk bietet 60 Stunden Gangreserve und eine freischwingende Unruh mit vier Reguliergewichten. Das mit radialen Genfer Streifen, anglierten Kanten und von Hand ausgeführter Mikroperlage verzierte Werk wird auf durchschnittlich ±3 Sekunden pro Tag einreguliert. Hinzu kommt ein vom Spezialisten Riccardo Renzetti auf einer historischen Maschine von Hand guillochiertes Zifferblatt.
2026 folgt mit der Redentore Utopia II (Bild ganz oben) die Weiterentwicklung. Ihr Kaliber V5001 übernimmt Konstruktion und technische Eckdaten des V5000, erhält jedoch eine aufwendigere Veredelung mit einer 24-Karat-Goldbeschichtung auf Brücken und Platine, radialen Genfer Streifen, Perlage und doppelt spiralförmig geschliffenen Rädern. Neu ist zudem das von der Bewegung der venezianischen Lagune inspirierte, von Hand guillochierte Marea-Zifferblatt. Die Utopia II gibt es als Modell Alpha mit goldfarben galvanisiertem sowie Beta mit graphitfarbenem Zifferblatt; Gehäusegröße und Proportionen bleiben mit 38 mm Durchmesser und 8,9 mm Höhe unverändert. Preislich liegt die Redentore Utopia II mit 4.500 Euro am oberen Ende des Markenangebots, das bereits bei 450 Euro beginnt.
#2: Minase – Japanische Uhrmacherei mit eigenem Charakter
Minase: J3
MinaseMinase hat seinen Ursprung im Präzisionswerkzeugbau. Das japanische Unternehmen Kyowa fertigte zunächst Bohrer und Schneidwerkzeuge, später auch Gehäuse für hochwertige Uhren. Aus diesem Know-how entstand 2005 die eigene Uhrenmarke Minase, benannt nach dem abgelegenen Ort in der Präfektur Akita, in dem sich ihre Werkstatt befindet. Bis heute entstehen dort weniger als 500 Uhren pro Jahr, die
Charakteristisch für Minase ist eine ungewöhnlich dreidimensionale Gehäusekonstruktion. Bei der sogenannten „Case in Case“-Bauweise sitzt die Einheit aus Werk, Zifferblatt und Indexring wie ein eigenständiger Körper innerhalb des äußeren Gehäuses. Zwischen den einzelnen Ebenen bleibt bewusst Raum, sodass Licht von verschiedenen Seiten einfallen kann. Hinzu kommt das patentierte MORE-Prinzip – die Abkürzung steht für „Minase Original Rebuild Equation“: Gehäuse- und Bandkomponenten lassen sich einzeln demontieren, aufarbeiten oder ersetzen. Die Idee dahinter ist, dass Minase seine Uhren über Generationen hinweg zu erhalten in der Lage ist. Auch die aufwendige Sallaz-Politur (vergleichbar mit der bekannteren Zaratsu-Politur) mit ihren scharf voneinander abgegrenzten spiegelpolierten und satinierten Flächen gehört zu den Markenzeichen der Marke.
Zur WatchTime Düsseldorf bringt Minase als besonderes Highlight die neue Mastercraft J3 mit. Ihr kissenförmiges Gehäuse und die runde Zifferblattöffnung greifen eine frühe Minase-Uhr, die M3, auf. Zur Wahl stehen fein strukturierte Zifferblätter in Weiß, Beige und Grau sowie verschiedene, per Schnellwechselsystem austauschbare Bänder. Bemerkenswert ist auch das Innenleben: Erstmals setzt Minase bei dieser Modellreihe auf ein japanisches Automatikwerk, das Miyota 90S5. Mit 2.150 Euro liegt die J3 deutlich unterhalb der Preisspanne zwischen 4.000 und 6.500 Euro, in der sich das Gros der MInase-Uhren befindet.
#3: Studio Underdog – Britische Uhrmacherei mit Augenzwinkern
Studio Underdog: 01Series in Wassermelonen-Optik
Studio UnderdogMechanische Uhren müssen nicht ehrfürchtig und ernst daherkommen – genau das wollte Richard Benc beweisen, als er 2020 die Idee zu Studio Underdog entwickelte. Die britische Marke verbindet klassische Uhrmacherei mit kräftigen Farben, ungewöhnlichen Themen und einer Portion Selbstironie. Traditionelle Werte wie Qualität, Verarbeitung und Liebe zum Detail nimmt man durchaus ernst; mit Steifheit, Pathos und mangelnder Experimentierfreude will Underdog dagegen bewusst brechen. Das Ergebnis ist eine der eigenständigsten jungen Stimmen der britischen Uhrenszene, deren Uhren preislich zwischen 600 und 1.800 britischen Pfund angesiedelt sind.
Bekannt wurde Underdog vor allem mit der 01Series und ihrem auffälligen Chronographen in Wassermelonen-Optik. Das Zifferblatt in Rosa und Grün machte ausgerechnet eine klassische Chronographenform zum farbenfrohen Gegenentwurf zu vielen historisierenden Designs – und entwickelte sich zum Markenzeichen. Heute ist die Watermelon das populärste Modell und als ideale Einstiegsuhr in die eigene Kollektion. Inzwischen ist die 01Series in der dritten Generation angekommen. Der 38,5 mm große Handaufzugschronograph wird vom speziell für Underdog gefertigten Seagull ST-1901B mit Schaltrad gesteuert.
Studio Underdog: CEO Richard Benc
Studio UnderdogDabei ist die Marke längst mehr als ein Designprojekt. Im eigenen „Doghouse“ im englischen Maidenhead werden sämtliche Uhren inzwischen von Underdogs eigenem Team montiert – jede einzelne von Anfang bis Ende durch denselben Uhrmacher. Neben den Chronographen der 01Series gehören heute auch die leuchtstarken Field Watches der 02Series und die Monopusher-Chronographen der 03Series zum Programm. Besucherinnen und Besucher der WatchTime Düsseldorf erhalten erstmals in diesem Rahmen die Gelegenheit, eine der frischesten und frechsten Marken aus dem Uhrenland England aus nächster Nähe kennenzulernen.
#4: Sternglas – Hamburger Uhren mit klarem Profil
Sternglas: Hamburg Chrono Mecha-Quarz mit blauem Zifferblatt und Stahlband
SternglasKlare Gestaltung, unkomplizierte Mechanik und Preise (nämlich dreistellige), die den Einstieg in die Welt mechanischer Uhren erleichtern: Mit diesem Ansatz gründete Dustin Fontaine 2016 in Hamburg die Marke Sternglas. Aus einem zunächst per Crowdfunding finanzierten Projekt entwickelte sich innerhalb von zehn Jahren ein Hersteller mit einer breiten Kollektion aus Quarz- und Automatikuhren.
Optisch setzt Sternglas auf reduzierte Zifferblätter, gute Ablesbarkeit und zurückhaltende Proportionen. Die Marke versteht die Gestaltungsprinzipien des Bauhauses als wichtigen Einfluss, interpretiert diese jedoch zeitgemäß und verbindet sie bei vielen Modellen mit Bezügen zu Hamburg und Norddeutschland. Bestehende Designs werden dabei behutsam weiterentwickelt, wie die neue Hamburg Automatik Edition Küste 2.0 mit Rotor in Form eines Steuerrads, neuem Glasboden und andersfarbiger Datumsscheibe zeigt.
Ein spannendes Mitglied der Modellfamilie ist der abgebildete Hamburg Chrono Mecha-Quarz mit dunkelblauem Zifferblatt und Stahlband. Der 42-mm-Chronograph kombiniert Saphirglas mit dem japanischen TMI VK64: Das Hybridwerk verbindet Quarzpräzision mit einem zentralen Stoppsekundenzeiger, der sich in schnellen 1/5-Sekunden-Schritten bewegt und beim Rückstellen unmittelbar auf null springt. Hinzu kommen Datum und 24-Stunden-Anzeige.
Zu den bekanntesten Modellen zählt die Naos Automatik. Die Dreizeigeruhr eignet sich als Einstieg in die mechanische Welt und kombiniert doppelt gewölbtes Saphirglas mit dem japanischen Automatikkaliber Miyota 8215. Durch den Glasboden lässt sich das Werk bei der Arbeit beobachten.
Zur WatchTime Düsseldorf rückt vor allem das 10-jährige Bestehen von Sternglas in den Mittelpunkt. Besucher erhalten einen ersten Ausblick auf ein Jubiläumsmodell, an dessen Entwicklung sich mehr als 5.000 Mitglieder der Community mit Ideen und Feedback beteiligten. Vor Ort können Besucherinnen und Besucher zudem direkt mit Produktdesignern und -entwicklern über Gestaltung, Technik und die Entstehung der Uhren sprechen.
#5: Findeisen – Mechanische Uhren aus Nürnberg
Findeisen: Nautic Master Field Diver mit Zifferblatt in Preußisch-Blau
FindeisenFindeisen gehört zu den jüngeren deutschen Uhrenmarken: Seit 2017 entwickelt Gründer Martin Zettl in Nürnberg mechanische Armbanduhren. Die Marke entstand aus Zettls Begeisterung für Mechanik, gutes Design und langlebige Gebrauchsgegenstände. Die Uhren werden in der Nürnberger Werkstatt montiert, die Werke reguliert und die fertigen Zeitmesser auf ihre Wasserdichtigkeit geprüft. Preislich rangieren sie zwischen 1.225 und 5.000 Euro.
Funktion und Alltagstauglichkeit stehen bei Findeisen im Fokus. Besonders interessant ist die Wahlmöglichkeit beim Uhrwerk, die Findeisen etwa für seine NauticMaster-Modelle anbietet: Die Swiss Edition arbeitet mit dem Sellita SW200-1 Elaboré, während die Manufaktur Edition vom Damasko A26.2 Top aus deutscher Fertigung angetrieben wird. Mit welchem Werk die Uhr letztlich bestückt wird, entscheidet jeder Kunde ganz für sich. Das Gleiche gilt für die Krone, die man auch auf der linken Seite haben kann. Mit der unverkennbaren Wolfsverzahnung der Lünette macht der NauticMaster nicht nur optisch auf sich aufmerksam: Die Art der Verzahnung unterstützt haptisch das Drehen der Lünette in die einzig mögliche Richtung: entgegen dem Uhrzeigersinn. So gehen Funktionalität, Design und Robustheit bei diesem Modell exemplarisch Hand in Hand.
Zur WatchTime Düsseldorf bringt die Nürnberger Marke mehrere Neuheiten mit. Neben neuen Bandvarianten und dem im Sommer vorgestellten NauticMaster Field Diver mit preußischblauem Zifferblatt steht vor allem eine Premiere im Mittelpunkt: Erstmals zeigt Findeisen einen Prototyp des NauticMaster Viator GMT. Er nutzt die bekannte Gehäuseplattform der Modellfamilie und kombiniert ein Sellita SW330 Elaboré mit einem innenliegenden 24-Stunden-Rehaut sowie einer beidseitig verstellbaren 96-Klick-Lünette mit 24-Stunden-Skala. Auf diese Weise lassen sich drei Zeitzonen gleichzeitig ablesen. Besonders passend zum Selbstverständnis der unabhängigen Marke: Martin Zettl zeigt das Modell bereits im Prototypenstadium gezeigt, damit die Reaktionen der Besucher noch in seine weitere Entwicklung einfließen können.
#6: Alexander Shorokhoff – Kunst am Handgelenk
Alexander Shorokhoff: Karandash 2
Alexander ShorokhoffAlexander Shorokhoff gehört zu den deutschen Uhrenmarken, die bewusst einen anderen Weg einschlagen. Statt nüchterner Zurückhaltung setzt die Manufaktur aus Alzenau auf kräftige Farben, ungewöhnliche Formen und aufwendig gestaltete Zifferblätter. Gründer Alexander Shorokhov, gelernter Bauingenieur und studierter Architekt, entwirft seine Uhren selbst und schöpft dabei aus Kunst, Architektur und unterschiedlichen Kulturen. Besonders prägend ist die klassische Moderne und Avantgarde – entsprechend versteht die Marke ihre Zeitmesser als „Kunst am Handgelenk“.
Zum handwerklichen Anspruch gehört auch die Veredelung der mechanischen Werke. Handgravuren und dekorative Bearbeitungen spielen dabei eine zentrale Rolle und sorgen dafür, dass selbst technisch bekannte Schweizer Kaliber einen eigenständigen Charakter erhalten. Wie weit Alexander Shorokhoff gestalterisch geht, zeigt etwa die 2026 vorgestellte Kandy Avantgarde Blue, die wie die bisherigen – ausverkauften – Kandy-Modelle auf das Werk des russischen Malers und Grafikers Wassily Kandinsky anspielt. Die auf 50 Exemplare limitierte Automatikuhr spielt mit freundlichen Farben, grafischen Mustern und einer bewusst expressiven Zifferblattgestaltung. Im Inneren arbeitet je nach Ausführung ein Eta 2892 oder ein Sellita SW300. Der handgravierte Rotor, durch den Glasboden sichtbar, gehört zu den unverkennbaren Merkmalen der Marke.
In Düsseldorf bleibt es allerdings nicht bei diesem Modell. Besucher können unter anderem die Karandash 2, neue Modell der kugelrunden Damenuhr Shar, den farbenfrohen Chronographen Gorod sowie die skelettierte Nizzianos kennenlernen. Letztere kombiniert handgravierte Brücken mit einer aufwendigen Veredelung und wird nur in kleiner Stückzahl gefertigt. Für eine zusätzliche Premiere sorgt eine neue Zusammenarbeit mit Jochen Benzinger, die auf der WatchTime Düsseldorf erstmals öffentlich vorgestellt werden soll. Damit dürfte Alexander Shorokhoff auch 2026 zu den Ausstellern gehören, bei denen es besonders viel zu entdecken gibt. Preislich bewegt sich der Großteil der Kollektion zwischen rund 1.500 und 4.000 Euro, aufwendige Komplikationen wie Tourbillons reichen allerdings weit darüber hinaus.
#7: Titoni – Das erste eigene Tourbillon
Titoni: Luxe Tourbillon
TitoniSeit der Gründung 1919 ist Titoni in Grenchen zu Hause – und bis heute befindet sich die Schweizer Uhrenmarke in Familienbesitz. Mittlerweile führt die vierte Generation das Unternehmen. Diese Unabhängigkeit prägt auch die Produktphilosophie: Titoni konzentriert sich auf mechanische, alltagstaugliche Uhren, eine zunehmend hohe Fertigungstiefe und ein bewusst konkurrenzfähiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung markierte das eigene Automatikwerk T10, das unter anderem in der zurückhaltend gestalteten Line 1919 zum Einsatz kommt. Mit dem neuen Luxe Tourbillon erweitert Titoni diesen Anspruch nun um eine der traditionsreichsten Komplikationen der mechanischen Uhrmacherei.
Das 41 mm große und 11,5 mm hohe Gehäuse des Luxe Tourbillon besteht vollständig aus schwarzer Hightech-Keramik. Seine 12-kantige Lünette sowie der Wechsel aus vertikal satinierten Flächen und polierten Facetten verleihen der Uhr einen betont modernen Charakter. Zur Wahl stehen Zifferblätter in Schwarz, Dunkelblau und Burgunderrot mit geometrischem Quadro-Muster. Bei 6 Uhr öffnet sich das Zifferblatt für das Tourbillon, dessen Ausschnitt von einer diamantgeschnittenen Fase eingefasst wird.
Angetrieben wird die Uhr vom neuen Handaufzugskaliber T1000. Titoni hat es zusammen mit dem Schweizer Spezialisten BCP Tourbillons entwickelt und bezieht von dort die Einzelteile; zusammengebaut wird die Uhr komplett in der Manufaktur von Titoni in Grenchen. Das mit 3 Hertz getaktete Werk bietet mehr als 100 Stunden Gangreserve und wird in sechs Lagen auf eine mittlere Gangabweichung zwischen 0 und +8 Sekunden pro Tag reguliert. Anthrazitfarbene Oberflächen, vertikaler Schliff, polierte Kanten und eine roségoldfarbene Tourbillonbrücke prägen seine moderne Optik.
Auf der WatchTime Düsseldorf können Besucher alle drei Varianten des Luxe Tourbillon aus nächster Nähe kennenlernen. Mit einem Preis von 14.800 Euro positioniert Titoni das Modell für ein Swiss-Made-Tourbillon im Vollkeramikgehäuse zu einem für das Gebotene sehr attraktiven Preis, verlässt damit aber auch das bisherige Preisgefüge, das zwischen 900 und 3.000 Euro angesiedelt war.
#8: Yema – Französische Tradition, neue Manufakturambitionen
Yema: Granvelle II CMM.29
YemaYema gehört zu den traditionsreichsten französischen Uhrenmarken. 1948 von Henry-Louis Belmont in Besançon gegründet, machte sich das Unternehmen früh mit robusten Sport- und Instrumentenuhren einen Namen. Zu den bekanntesten Modellen zählen der 1966 vorgestellte Regatta-Chronograph Yachtingraf und vor allem die Superman von 1967. Deren patentierte Verriegelung der Drehlünette sollte ein unbeabsichtigtes Verstellen verhindern. 1970 wählte die französische Luftwaffe die bis 300 Meter wasserdichte Superman als Dienstuhr für ihre hubschraubergestützten Rettungstaucher – der Beginn einer Verbindung zum französischen Militär, die Yema bis heute pflegt. 1982 war eine Yema Spationaute als eine der ersten westeuropäischen Uhren im All.
Treiben den Ausbau zur Manufaktur voran: Pascal und Christopher Bôle von Yema
YemaHeute sitzt Yema in Morteau im französischen Jura und gehört seit 2009 zum familiengeführten Uhrenunternehmen Ambre France von Pascale und Christopher Bôle. In den vergangenen Jahren hat die Marke wichtige Schritte zum Aufbau einer eigenen Manufaktur unternommen: Grundplatinen und Brücken der eigenen Werke mit dem Namen Calibre Manufacture Morteau (CMM) entstehen in den eigenen Werkstätten, auch die Endmontage erfolgt dort; weitere Komponenten kommen von spezialisierten Zulieferern aus Frankreich und der Schweiz im Umkreis von rund 72 Kilometern. Damit reicht das heutige Spektrum vom Dreizeiger-Automatikkaliber CMM.10 über das CMM.20 mit Mikrorotor bis zum Tourbillonwerk CMM.31.
Ein Beispiel für eine vielseitige mechanische Alltagsuhr aus dem Hause Yema ist die schlanke Wristmaster Slim mit Kaliber CMM.20 und 70 Stunden Gangreserve. Zu den jüngsten Neuheiten, die auch in Düsseldorf zu bewundern sind, gehört die Granvelle Renaissance CMM.29. Sie ist eine Weiterentwicklung der 2025 lancierten Granvelle CMM.20: Das kissenförmige Gehäuse schrumpft von 39 auf 37,5 mm, das auffällige, aber elegante Zifferblatt greift Motive des Renaissance-Palais Granvelle in Besançon auf. Angetrieben wird die Uhr vom CMM.29, einer Variante des Mikrorotor-Kalibers mit kleiner Sekunde bei 9 Uhr mit 70 Stunden Gangreserve. Preislich bewegen sich die Uhren von Yema zwischen rund 500 Euro für Quarz- und Mecha-Quarz-Modelle über den Bereich von 2.000 bis 3.000 Euro bis hin zum Tourbillon für 12.000 Euro.
#9: Magellan – Die Welt als Inspiration
Magellan: Victoria Collection Moonphase
MagellanSchon der Name verrät, woher Magellan seine Inspiration bezieht: Die Schweizer Marke ist nach dem portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan (1480–1521) benannt, dessen Expedition als erste Weltumsegelung in die Geschichte einging. Gegründet wurde Magellan im Jahr 2000, heute gehört sie zur familiengeführten RIBA Watch Group um Wasfi Taher, zu deren Portfolio unter anderem auch die Schweizer Marke RSW (s. u.) zählt. Wasfi Taher und sein Sohn Rami führen die Gruppe gemeinsam und entwickeln Magellan als eigenständige Marke mit starkem Fokus auf ungewöhnliche Gestaltung und das Thema Entdeckung weiter. Dieses prägt nicht nur die Namen der Uhren, sondern auch ihre Gestaltung. Ein Markenzeichen von Magellan sind dreidimensionale Zifferblattkonstruktionen, bei denen ein plastischer Globus unter einem gewölbten Saphirglas sitzt. Die Zeiger müssen dafür entsprechend gebogen werden, damit sie der Kontur der Kugel folgen. Das Aushängeschild dieses expressiven Uhrendesigns sind die Modelle der 1521 Collection: Dort finden sich unter anderem handbemalte Erd- und Mondoberflächen, Sternenhimmel oder kartografische Darstellungen.
Auf der WatchTime Düsseldorf rückt Magellan seine neue Victoria Collection in den Mittelpunkt. Besonders interessant ist die Victoria Moon Phase, eine limitierte mechanische Uhr im Edelstahlgehäuse, die eine Mondphasenanzeige mit einer vergleichsweise zurückhaltenden, eleganten Gestaltung kombiniert. Beim Band kann man zwischen Leder und einem Gliederband aus Edelstahl wechseln. Mit Preisen von um die 4.000 Schweizer Franken sind die Modelle der Victoria Collection zugänglicher als etwa die aufwendigeren Uhren der Linie 1521, die knapp unterhalb von 7.000 Franken beginnen.
#10: RSW – Schweizer Uhrmacherei mit eigenem Stil
RSW: La Neuveville Automatic RSWA-166H
RSWDie Wurzeln von RSW reichen weiter zurück, doch unter dem heutigen Namen – die Abkürzung steht für Rama Swiss Watch – wurde die Marke 1983 neu aufgestellt. Seit 2018 gehört RSW zur familiengeführten RIBA Watch Group um Wasfi Taher, zu deren Portfolio inzwischen auch Magellan zählt. RSW wird innerhalb der Gruppe als eigenständige Schweizer Marke weitergeführt und setzt bewusst auf Uhren, die sich gestalterisch vom Mainstream abheben sollen. Dabei reicht das Spektrum von zurückhaltenden Dreizeigeruhren bis zu markanteren, expressiveren Entwürfen. Eine zentrale Modellfamilie ist Le Locle, benannt nach der traditionsreichen Schweizer Uhrenstadt. Sie zeichnet sich durch quadratische Gehäuse mit abgerundeten Ecken aus und umfasst neben mechanischen auch quarzbetriebene Uhren für Damen und Herren. Die aktuelle Kollektion umfasst daneben unter anderem die Linie La Neuveville: klassisch-runde Uhren, die zum Teil nach dem Open-Heart-Prinzip die Unruh auf dem Zifferblatt freilegen. Weitere wichtige Serien sind die achteckige Octa und die nach La Chaux-de-Fonds benannte CDF. Bei RSW findet man zum Preis von gut 1.000 Euro eine Auswahl an Edelstahluhren mit Automatikwerken Schweizer Provenienz und einem individualistischen Design.
Auf der WatchTime Düsseldorf zeigt RSW die ganze Bandbreite seiner Kollektion, die preislich zwischen gut 300 Schweizer Franken (Quarz) und knapp unter 2.000 Franken (Mechanikchronograph) angesiedelt sind. Besucher können zahlreiche Uhren anprobieren und dabei Unterschiede in Proportionen, Oberflächen und Gestaltung unmittelbar erleben. Dazu kann man sich direkt mit den Markenverantwortlichen austauschen. Neben eleganten, reduzierten Modellen stellen sie auch deutlich auffälligere Entwürfe vor. Hinzu kommen ausgewählte Varianten und Konfigurationen, die laut RSW außerhalb von Veranstaltungen nur selten zu sehen sind.
WatchTime Düsseldorf 2026: Sichern Sie sich hier Ihr Ticket!
- #1: Venezianico – Der Zauber der Lagunenstadt
- #2: Minase – Japanische Uhrmacherei mit eigenem Charakter
- #3: Studio Underdog – Britische Uhrmacherei mit Augenzwinkern
- #4: Sternglas – Hamburger Uhren mit klarem Profil
- #5: Findeisen – Mechanische Uhren aus Nürnberg
- #6: Alexander Shorokhoff – Kunst am Handgelenk
- #7: Titoni – Das erste eigene Tourbillon
- #8: Yema – Französische Tradition, neue Manufakturambitionen
- #9: Magellan – Die Welt als Inspiration
- #10: RSW – Schweizer Uhrmacherei mit eigenem Stil