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Lesedauer 7 Min.

Oris zeigt drei neue Seiten

29 Millimeter, Bronze und ein Besuch vom Bären: Mit drei grundverschiedenen Neuheiten zeigt Oris, wie überraschend vielseitig sich bekannte Kollektionen weiterentwickeln lassen
Oris Social Club Edition II
© Oris 

Drei Neuheiten, drei völlig unterschiedliche Richtungen: Oris nutzt den September für eine bemerkenswert breit aufgestellte Modelloffensive. Während die Big Crown Pointer Date 29 mm einen der bekanntesten Entwürfe der Marke in ein ungewöhnlich kleines Format überführt, setzt die neue ProPilot Bronze auf ein Material, das seinen Charakter mit der Zeit sichtbar verändert. Komplettiert wird das Trio von der Oris Social Club Edition II, die auf der Aquis Date Relief basiert und erstmals sämtliche 62 weltweit entstandenen Oris-Social-Club-Chapter in einem gemeinsamen Modell vereint.   

 

Oris – Big Crown Pointer Date, kleine Edelstahluhr mit Automatikkaliber

Oris – Big Crown Pointer Date

© Oris

#Big Crown Pointer Date: Eine Oris-Ikone schrumpft auf 29 Millimeter

Die größte Überraschung des Trios ist gleichzeitig die kleinste Uhr. Die Big Crown Pointer Date gehört seit 1938 zur Oris-Kollektion. Nun erhält der Klassiker ein nur 29 Millimeter großes Edelstahlgehäuse. Die neue Dimension richtet sich laut Oris einerseits an schmalere Handgelenke, soll die traditionsreiche Pointer Date andererseits aber auch eleganter erscheinen lassen. Interessant ist, dass Oris die Uhr nicht einfach proportional verkleinert hat. Die wesentlichen Erkennungsmerkmale bleiben zwar bestehen: geriffelte Lünette, große Krone und vor allem der zentrale Datumszeiger, der auf eine umlaufende Datumsskala am Zifferblattrand weist. Viele Details wurden jedoch gezielt an das kleinere Format angepasst. Die Krone läuft nun stärker konisch zu, wirkt dadurch filigraner, und auch die Spitze des Datumszeigers wurde verkleinert. Die Datumsskala selbst fällt ebenfalls zurückhaltender aus und kombiniert arabische Ziffern mit Punkten. Skelettierte Stunden- und Minutenzeiger verstärken den feineren Charakter.

Oris – Big Crown Pointer Date, kleine Edelstahluhr mit Automatikkaliber

Oris – Big Crown Pointer Date

© Oris 

Zwei Zifferblattfarben mit unterschiedlichem Charakter

Zur Wahl stehen ein schwarzes sowie ein roségoldfarbenes Zifferblatt. Oris arbeitet dabei mit zwei unterschiedlichen Oberflächen. Der zentrale Bereich erhält einen Sonnenschliff, während die äußere Zone gekörnt ausgeführt wird. Das schwarze Modell wirkt vergleichsweise sachlich und präsentiert insbesondere am schwarzen Lederband einen starken Kontrast zum Edelstahlgehäuse. Die roségoldfarbene Ausführung tritt deutlich wärmer auf und kann unter anderem mit einem taupefarbenen Lederband kombiniert werden. Beide Varianten sind alternativ auch mit einem fein gegliederten Edelstahlband samt Faltschließe erhältlich. Das Gehäuse misst neben seinen 29 Millimetern lediglich 35,5 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß. Mit 11,4 Millimetern fällt die Bauhöhe angesichts des kleinen Durchmessers dagegen durchaus präsent aus. Ein beidseitig gewölbtes Saphirglas mit innenseitiger Entspiegelung schützt das Zifferblatt. Die verschraubte Krone gewährleistet eine Wasserdichtigkeit bis fünf Bar. Auf der Rückseite erlaubt ein Sichtfenster aus Mineralglas den Blick auf das automatische Oris-Kaliber 534. Das 25,6 Millimeter große Werk schlägt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet eine Gangreserve von 42 Stunden. Neben Stunden, Minuten und Sekunden treibt es den charakteristischen zentralen Datumszeiger an. Zur Ausstattung gehören außerdem eine Datumsschnellkorrektur, ein Sekundenstopp und eine Feinregulierung. Besagte Neuvorstellung ist umgerechnet ab etwa 2.080 Euro erhältlich.

Oris – ProPilot Bronze, Fliegeruhr aus Bronze mit Automatikkaiber

Oris – ProPilot Bronze

© Oris 

#ProPilot Bronze: Ein Gehäuse, das mit seinem Besitzer altert

Deutlich rustikaler präsentiert sich die zweite Neuheit. Nachdem Oris die ProPilot Date im vergangenen November neu gestaltet hat, folgt nun erstmals innerhalb dieser neuen Generation eine Ausführung in Bronze. Besagte Neuvorstellung kombiniert ein 41 Millimeter großes Bronzegehäuse mit schwarzem Zifferblatt und dunkelgrünem Velourslederband. Die Materialwahl verändert die Wirkung der Fliegeruhr erheblich. Der Werkstoff entwickelt durch natürliche Oxidation mit der Zeit eine Patina, wodurch sich die Oberfläche jedes Exemplars individuell verändert. Die bekannten Merkmale der ProPilot bleiben dabei erhalten. Besonders auffällig ist die geriffelte Lünette, deren Gestaltung von Turbinen moderner Strahltriebwerke inspiriert wurde. Auch die große, griffige Krone besitzt einen historischen Bezug. Sie geht auf ein eigenes Design aus dem Jahr 1938 zurück, das für Piloten entwickelt wurde, die ihre Uhr auch mit Handschuhen bedienen mussten.

Oris – ProPilot Bronze, Fliegeruhr aus Bronze mit Automatikkaiber

Oris – ProPilot Bronze

© Oris

Funktional statt nostalgisch

Trotz Bronze und Fliegeruhren-Historie vermeidet die Marke eine allzu offensichtliche Retro-Inszenierung. Das schwarze Uhrengesicht ist klar und modern aufgebaut. Große applizierte arabische Ziffern dominieren die Darstellung, während Zeiger und Indizes mit Superluminova versehen sind. Ein Datumsfenster befindet sich im unteren Bereich des Zifferblatts. Mit 41 Millimetern Durchmesser, 49 Millimetern Lug-to-Lug und 11,7 Millimetern Höhe besitzt die ProPilot Bronze ausgewogene Dimensionen für eine sportliche Fliegeruhr. Das beidseitig gewölbte Saphirglas ist innen entspiegelt. Interessanterweise besteht der verschraubte Gehäuseboden nicht aus Bronze, sondern aus Edelstahl und trägt ein Sichtfenster aus Mineralglas. Zusammen mit der verschraubten Sicherheitskrone wird eine Wasserdichtigkeit von alltagstauglichen 100 Metern erreicht. Ein charakteristisches Detail der ProPilot befindet sich zudem am Armband. Das Lederband wird mit der im eigenen Haus entwickelten „LIFT“-Faltschließe kombiniert. Ihre Konstruktion ist von den Verschlüssen der Sicherheitsgurte in Passagierflugzeugen inspiriert, ermöglicht eine stufenlose Feinverstellung und gehört seit Langem zu den Details der ProPilot-Familie. Für Antrieb sorgt das automatische Oris 733. Das 25,6 Millimeter messende Kaliber verfügt über 26 Steine, arbeitet mit vier Hertz und gewährleistet 41 Stunden Gangreserve. Der Preis der Neuvorstellung beläuft sich umgerechnet auf rund 2.400 Euro.

 

Oris – Social Club Edition II, robuste Edelstahluhr mit Automatikkaliber

Oris – Social Club Edition II

© Oris

#Social Club Edition II: Eine Aquis für 62 Clubs

Die dritte Neuheit ist weniger durch eine neue Gehäusegröße oder ein ungewöhnliches Material geprägt als durch die Menschen hinter der Marke. Mit der Social Club Edition II widmet Oris seiner internationalen Community zum zweiten Mal eine eigene Uhr. Die Besonderheit: Während bereits zuvor gemeinsam mit Mitgliedern des Oris Social Club eine Edition entstanden war, repräsentiert die zweite Ausgabe erstmals sämtliche inzwischen 62 weltweit bestehenden Chapter in einem gemeinsamen Design. Als Grundlage dient die Aquis Date Relief 43.50 mm. Optisch entfernt sich die Edition deutlich von vielen farbenfrohen Aquis-Varianten. Das Zifferblatt erhält ein frostiges Weiß-Silber-Finish, dessen unregelmäßige Textur sinnbildlich für den individuellen „Fingerabdruck“ der internationalen Community stehen soll. Passend dazu besitzt die einseitig drehbare Taucherlünette keinen farbigen Keramikeinsatz. Stattdessen besteht der Einsatz aus Edelstahl, wobei die Minutenskala plastisch als Relief ausgeführt ist. Das sorgt für einen beinahe vollständig monochromen Auftritt. Die spielerischen Details erschließen sich erst bei genauerem Hinsehen. Besonders charmant ist die Datumsanzeige: An jedem ersten Tag eines Monats erscheint der Oris-Bär im Datumsfenster. An den übrigen Tagen übernimmt die Anzeige ihre gewohnte Funktion. Auch der verschraubte Edelstahlboden verweist auf den Social Club. Er trägt eine Gravur mit dem Umriss der Oris-Fabrik in Hölstein sowie die Beschriftung „OSC | INT“, die den internationalen Ursprung der Edition kennzeichnet. Einen überraschenden Kontrast zur silbernen Uhr bildet das olivgrüne Nato-Band. Bemerkenswert ist weniger die Farbe als die Kombination selbst: Laut Oris ist es das erste Mal seit mehr als einem Jahrzehnt, dass eine Aquis Date wieder serienmäßig an einem Nato-Band präsentiert wird.

Oris – Social Club Edition II, robuste Edelstahluhr mit Automatikkaliber

Oris – Social Club Edition II

© Oris 

300 Meter Wasserdichtigkeit

Unter den drei Neuheiten ist die Social Club Edition II technisch die robusteste Uhr. Das mehrteilige Edelstahlgehäuse misst 43,5 Millimeter im Durchmesser, 51 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß und 13,1 Millimeter in der Höhe. Die Bandanstoßbreite beträgt 23 Millimeter. Das beidseitig gewölbte Saphirglas ist auf der Innenseite entspiegelt. Hinzu kommen die verschraubte Sicherheitskrone mit Kronenschutz und eine Wasserdichtigkeit bis 30 Bar. Damit bleiben die wesentlichen funktionalen Eigenschaften der Aquis Date Relief vollständig erhalten. Auch hier kommt das automatische Oris 733 zum Einsatz. Es arbeitet mit vier Hertz, besitzt 26 Steine und bietet 41 Stunden Gangreserve. Stunden, Minuten und Sekunden werden zentral angezeigt, hinzu kommen das Datum mit Schnellkorrektur und der Sekundenstopp. Umgerechnet soll die Neuvorstellung rund 2.250 Euro kosten.

Fazit

Gemeinsam betrachtet zeigen die drei September-Neuheiten vor allem, wie unterschiedlich Oris seine etablierten Modellfamilien inzwischen weiterentwickelt. Keine der Uhren versucht, durch eine völlig neue technische Plattform Aufmerksamkeit zu erzeugen. Stattdessen verändert die Marke gezielt jene Elemente, die den Charakter einer Uhr am Handgelenk besonders stark bestimmen. Bei der Big Crown Pointer Date sind es die Proportionen: 29 Millimeter verändern den Auftritt eines seit 1938 bekannten Entwurfs erheblich. Bei der ProPilot ist es das Bronzegehäuse, dessen Patina die Uhr über Jahre hinweg individualisiert. Und bei der Social Club Edition II entsteht die Eigenständigkeit vor allem aus Zifferblatt, Band und kleinen Details wie dem monatlich auftauchenden Oris-Bären. So verschieden die drei Uhren wirken, folgen sie damit einem ähnlichen Prinzip: Oris lässt bekannte Modelle erkennbar bleiben und verändert dennoch genug, um ihnen einen neuen Charakter zu geben.

 

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