Rot markiert: Diors Chiffre Rouge bekommt drei neue Gesichter
Die Chiffre Rouge ist seit ihrem Erscheinen 2004 die Uhr, an der sich Diors horologischer Ehrgeiz am direktesten ablesen lässt. Ihr zweiteiliges, asymmetrisches Gehäuse mit der auf die 4-Uhr-Position verschobenen Krone bricht mit der runden Symmetrie, die im Herrenuhrensegment nach wie vor zum Standard zählt – genau dieses Bauprinzip hat die Kollektion über zwei Jahrzehnte hinweg konserviert. Nach 20 Jahren brachte Dior im Jahr 2024 das Modell mit neuen, ernstzunehmenden Absichten auf den Markt. Jetzt bringt die französische Maison drei neue Referenzen, die das Format weiter aktualisieren, ohne von der Grundarchitektur abzuweichen.
Dior Chiffre Rouge Chronograph in ultramattem Blau 41 mm mit Zenith Automatikwerk, Referenz: CD08461X1825_0000
DiorBumper statt Bügelhorn
Der sogenannte Bumper – ein gepolstertes, meist poliertes Element, das seitlich am Gehäuse ansetzt und stilistisch an die Cannage-Steppung der Maison erinnert – bleibt das prägendste Erkennungsmerkmal. Bei der Chronographen-Referenz CD08461X1825 ist er aus poliertem Stahl in Blau gearbeitet, bei der Rotgold-Variante CD08462X1826 aus poliertem 18-karätigem Roségold. Beide Male sitzt er auf einem 41-Millimeter-Gehäuse aus ultramattem grauem Stahl, 14,3 Millimeter hoch – für einen Chronographen mit Manufakturbasis ein moderates Maß, das dem sportlich-lässigen Charakter der Baureihe entgegenkommt. Die Lünette ist zwischen 9 und 12 Uhr eingekerbt, ein Detail, das die Asymmetrie des Gehäuses zusätzlich betont, statt sie zu kaschieren.
Die dritte Neuheit, die 38-Millimeter-Referenz CD08352X1830, verzichtet auf die Chronographenfunktion zugunsten eines reinen Stunden-Minuten-Sekunden-Kalibers und richtet sich mit Diamantlünette (60 Brillanten, 1,2 Karat) und rosafarbenem Perlmuttzifferblatt klar an ein anderes Publikum als die beiden Chronographen. (Strahlend rot: Weitere Dior Chiffre Rouge-Modelle)
Dior Chiffre Rouge Chronograph in ultramattem Blau 41 mm mit Stoßschutz aus Roségold, Referenz: CD08462X1826_0000
DiorZenith-Technik, zwei Ausbaustufen
Interessant wird es beim Blick auf die Werke. Die Chronographen-Referenzen tragen das Kaliber CD.001, ein Automatikwerk auf Basis des Zenith El Primero – naheliegend, da Zenith wie Dior zu LVMH gehört und mit dem El Primero über eine der bekanntesten Säulenrad-Chronographenbasen der Branche verfügt. Das Werk wird explizit als „decorated for Dior“ ausgewiesen. Beide Chronographen laufen mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde (5 Hertz), einer für Präzisionsmessungen vorteilhaften Frequenz, die Gangreserve ist bis 50 Stunden angegeben.
Die Diamant-Referenz CD08352X1830 setzt dagegen auf das Kaliber CD.002 mit einem Sellita SW300 als Basis. Mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hertz) und ebenfalls 50 Stunden Gangreserve ist das technisch die konventionellere Lösung – folgerichtig für ein zeigerbasiertes Dreizeigerwerk, aber auch ein Hinweis darauf, dass bei dieser Referenz die Wertschöpfung nicht im Kaliber, sondern im Gehäuse und in der Steinbesatz-Arbeit liegt.
Dior Chiffre Rouge Chronograph in ultramattem Blau mit 41 mm-Durchmesser am Handgelenk
DiorCannage als durchgängiges Motiv
Auf allen drei Zifferblättern findet sich das Cannage-Muster, geprägt oder graviert, ein Rautengeflecht, das ursprünglich von Diors Stühlen aus den 1950er-Jahren stammt und in der Lederwarenlinie der Marke ebenso präsent ist wie inzwischen in der Uhrenkollektion. Bei den Chronographen ist es in blaues Messing gestanzt und mikro-graviert, bei der Damenreferenz in rosafarbenes Perlmutt eingearbeitet. Die Datumsanzeige bei 8 Uhr – ungewöhnlich positioniert und dadurch ein weiteres Wiedererkennungsmerkmal der Chiffre Rouge – erhält bei allen drei Modellen ein Fenster mit „Rippel“-Textur in Rot beziehungsweise Roségold, mit roter „8“ als grafisches Signal.
Dior Chiffre Rouge in Roségold mit Diamanten Ø 38 mm, Referenz: CD08352X1830_0000
DiorAuflagen und Preisgefüge
Alle drei Referenzen sind limitiert: 55 Exemplare bei der blauen Stahl-Chronographen-Version, 35 bei der Roségold-Ausführung, 50 bei der Diamant-Referenz. Die Stahlversion mit Manufakturbasis-Chronographenwerk startet bei 15.300 Euro, während die Roségold-Variante mit demselben Kaliber bei 25.000 Euro liegt. Die Damenreferenz mit dem einfacheren Sellita-Kaliber liegt preislich mit 25.000 Euro auf demselben Niveau wie die Roségold-Chronographen-Version.