Chronoswiss: Gerd-Rüdiger Lang verkauft sein Lebenswerk

Die Münchner Uhrenmarke Chronoswiss wurde verkauft. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, gebe es eine Übereinkunft zwischen der bisherigen Eigentümerfamilie Lang und einer Unternehmerfamilie aus der Schweiz über die vollständige Übernahme des laufenden Geschäftes der Chronoswiss Uhren GmbH. Die Schweizer Unternehmerfamilie möchte Chronoswiss im Sinne von Gerd-Rüdiger Lang fortführen. Bereits Mitte letzten Jahres hatte sich Lang aus dem aktiven Tagesgeschäft zurückgezogen und die Geschäftsführung an Sigrun Schillings-Heinen und Karlo Josef Burgmayer abgegeben. Er selbst war weiterhin als Vorsitzender des Beirats mit Aufsichtsratsfunktion und Repräsentant tätig. Durch den Kauf soll der Standort in Karlsfeld mit sämtlichen Mitarbeitern komplett übernommen werden. Der neue Hauptsitz werde künftig in der Schweiz liegen. Wie das Unternehmen mitteilte, werden momentan die notwendigen rechtlichen Maßnahmen und Schritte eingeleitet, damit die Durchführung des Verkaufs in den nächsten Wochen abgeschlossen werden kann. Nähere Informationen zur Käuferfamilie sollen dann folgen.

Gerd-Rüdiger Lang verkauft sein Lebenswerk Chronoswiss
Gerd-Rüdiger Lang verkauft sein Lebenswerk Chronoswiss

Nach der Ausbildung als Uhrmacher war Gerd-Rüdiger Lang 1964 bei Heuer in der Schweiz tätig und erlebte 1969 die gemeinsame Entwicklung des ersten Automatik-Chronographen mit Breitling aus der Nähe mit. 1974 kehrte Lang als Leiter der Heuer-Niederlassung nach Deutschland zurück und war zuständig für Service und Werkstatt. 1980 wurde Heuer in Deutschland geschlossen und Lang erhielt das Angebot, den Service selbständig zu führen. Als Uhrmacher und Unternehmer setzt er auf Mechanik und kreiert bald seine eigene Marke. Sein Slogan „Ich produziere nur Uhren, die ich selber gerne trage“ machen den „Mann mit dem Tick“ bekannt und seine Idee, das mechanische Innere seiner Uhren durch den Glasboden erkennen zu lassen, machen ihn und Chronoswiss erfolgreich. 1982 kommt die erste Uhr unter dem Namen Chronoswiss von Gerd-Rüdiger Lang auf den Markt. Von da an geht es aufwärts: 1985 erscheint der erste Katalog und 1987 die Uhr, die für Chronoswiss den endgültigen Durchbruch bedeutet: der Régulateur. Die erste Armbanduhr mit Regulatorzifferblatt in Serie wird zur Initialzündung einer ganzen Kollektion. Im Jahr 2007 werden die bis dahin angemieteten Räume verlassen und mit dem Umzug in das eigene Fabrikgebäude in Karlsfeld bei München wird ein neues Kapitel Unternehmensgeschichte aufgeschlagen. Die vergangenen Jahre verlaufen jedoch schwierig: Die Innovationszyklen erscheinen ausgedehnt und der Schritt zur Manufaktur erweist sich als voreilig.

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