Deutsche Uhrenmarke im Porträt: D. Dornblüth & Sohn

Die kleine Uhrenmarke aus Sachsen-Anhalt stellt Armbanduhren in aufwendiger Handarbeit her

Die Freude am Handwerk macht den kleinen Familienbetrieb D. Dornblüth & Sohn unter Kennern zu einer ersten Adresse klassischer Uhrmacherei. Hier entstehen Uhren mit herkömmlichen Uhrmacherwerkzeugen und Maschinen in geringen Stückzahlen und mit hohem, kreativem Potenzial.

Dirk Dornblüth (2. von rechts) und sein Team.
Dirk Dornblüth (2. von rechts) und sein Team.

Zwei Menschen mit der gleichen Idee genügen manchmal, um aus einer kleinen Werkstatt heraus eine Marke zu schaffen, welche sich schnell eine große Fangemeinde erschließt. Dass es sich dabei um Vater und Sohn handelt, überrascht vielleicht. Aber die generationsübergreifende Faszination für die Schönheit der mechanischen Zeitmessung ist gar nicht so selten. In diesem Fall beginnt sie bei Sohn Dirk Dornblüth schon als prägende Kindheitserinnerung. In Kalbe, einem verwunschenen Postkartenidyll mit Fachwerkhäusern im Herzen der Altmark in Sachsen-Anhalt, sieht er seinen Vater in der Werkstatt bei der Reparatur alter Uhren. Diese werden durch detailverliebte Nacharbeit nicht mehr erhältlicher Werkteile wieder zum Leben erweckt. Der Junge ist so fasziniert, dass er bei seinem Vater in die Uhrmacherlehre geht. Nach der deutschen Einheit geht er nach Hildesheim und legt dort seine Meisterprüfung ab. Zurück in Kalbe spezialisiert er sich darauf, wertvolle Uhren zu restaurieren.

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D. Dornblüth & Sohn: Kaliber 99.9 (7.300 Euro)
D. Dornblüth & Sohn: Kaliber 99.9 (7.300 Euro)

Ein Geschenk gibt den Startschuss zur eigenen Uhrenmarke D. Dornblüth & Sohn

Zum 60. Geburtstag seines Vaters schenkt er diesem seine erste selbst entworfene Armbanduhr, basierend auf dem Kaliber GUB 60.3. Dieses Präsent ist auch der Startschuss für eine neue Uhrenmarke. Das Kaliber 99.2 ist das erste Werk, welches, basierend auf einem Unitas-Kaliber, in der Werkstatt von D. Dornblüth & Sohn entwickelt wird. Es ist mit einem dreirädrigen Kegelraddifferential und einer indirekt angetriebenen Kleinen Sekunde bestückt.

Das selbst entwickelte Handaufzugskaliber Q-2010 von D. Dornblüth & Sohn.
Die markante Schraubenunruh ist von Attributen hoher Uhrmacherkunst umgeben – wie einer Schwanenhals-Feinregulierung mit handgraviertem Unruhkloben, Goldchatons und gebläuten Schrauben. Technisch glänzt das in Eigenregie entwickelte Kaliber Q-2010 zudem durch die seltene Kurzankerkonstruktion mit abgesenktem Ankerrad sowie die Malteserkreuz-Federstellung zur linearen Kraftübertragung nach historischem Vorbild.

Zum 50-jährigen Firmenjubiläum entwickelt das Team im September 2012 sein erstes Manufakturwerk, das bis auf die Aufzugsfeder, Unruhspirale und Stoßsicherung komplett in Kalbe gefertigt wird. Das Q-2010, mit klassischer Kleiner Sekunde und mit Gangreserveanzeige erhältlich, ist mit einer aus den 1940er-Jahren bekannten Kurzankerhemmung mit abgesenktem Ankerrad zur Verringerung von Lagefehlern bestückt. Eine weitere Besonderheit ist die sichtbare und patentierte Malteserkreuz-Federstellung zur linearen Kraftübertragung vom Doppelfederhaus ins Räderwerk.

D. Dornblüth & Sohn Zentrumsekunde C
D. Dornblüth & Sohn Zentrumsekunde C

In diesem Jahr hat die Uhrenzeitschrift Chronos zusammen mit D. Dornblüth & Sohn das auf lediglich 25 Exemplare limitierte Sondermodell Zentrumsekunde C. Dabei sind sowohl das mattblaue Zifferblatt, das nach einem von Dornblüth entwickeltem Verfahren entsteht, wie auch das grainiert und rhodinierte Werk Besonderheiten dieser limitierten Uhr. Wie vor 100 Jahren bauen Dirk Dornblüth und seine Mitarbeiter die Werkteile von Hand ohne computergesteuerte Automaten. Dabei orientiert sich die Marke an der alten Glashütter Ästhetik: Schwanenhalsfeinregulierung, handgravierter Unruhkloben, Dreiviertelplatine, Schraubenunruh, verschraubte Goldchatons und thermisch gebläute Schrauben mit polierten Köpfen zeugen ebenso von Handwerkskunst wie die gebrochenen und polierten Kanten und das hier sogar mit dreistufigem Sonnenschliff verzierte Sperrrad. Lediglich 35 Prozent der Werksteile stammen vom Eta-Kaliber Unitas 6498.

Dornblüth fertigt und verziert das Kaliber fast vollständig von Hand
Dornblüth fertigt und verziert das Kaliber fast vollständig von Hand.

Durch den Glasboden kann man das Kaliber Zentrumsekunde und die mit gemächlichen 18.000 Halbschwingungen pro Stunde schwingende Unruh betrachten. Das Armband besteht aus hellbraunem Straußenleder, was gut zur sportlich-eleganten Uhr passt. Ein Highlight stellt auch die Holzschatulle aus Ulme dar. Dank ihres Fensters kann man die Armbanduhr auch als Tischuhr nutzen, wenn sie sich in der Schatulle befindet. Die Zentrumsekunde C wird nur 25-mal gebaut kostet 4.990 Euro und ist ausschließlich hier im Watchtime.net-Shop erhältlich.

Die mitgelieferte Box aus Ulmenholz
Die mitgelieferte Box aus Ulmenholz.

Im September wird es übrigens für alle Käufer dieser Sonderedition ein Event bei Dornblüth geben, bei dem der Uhrmachermeister zeigt, wie die Zentrumssekunde gebaut wird. Da jede Uhr und jedes Werk von Hand gebaut wird, beträgt die Lieferzeit sechs Wochen nach Bestellung.

Die limitierte D. Dornblüth & Sohn Zentrumsekunde C ist nur im Watchtime.net-Shop erhältlich: Hier finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit zur Bestellung.

D. Dornblüth & Sohn Zentrumsekunde C am Arm
D. Dornblüth & Sohn Zentrumsekunde C am Arm.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. sehr geehrte damen und herren

    mit der firma dornblüth stellen sie eine uhrenfirma vor die durchaus zeitlose und geschmackvolle uhren baut.
    und wie wir alle wissen gehört klappern zum handwerk.
    für 3.500.-€ und dann geht es preislich steil nach oben , bekommt man ein modifiziertes unitas laufwerk.
    das ausgangslaufwerk kann an jeder ecke für rund 50.-€ erstanden werden, beide umstände werden sie wohl nicht in abrede stellen wollen ?
    sollte ich da falsch liegen, bitte ich um aufklärung. 🙂
    gerne stelle ich die preisliste des grosshandels ein für dieses und andere uhrwerke
    auch wenn die dornblüth noch so schön ist , und weder damit noch mit den herstellungskosten/ vertriebskosten steht sie alleine da, frage ich mich wie kommt man zu einem solchen traumtänzerpreis, der jeder bwl. logik entbehrt.
    lg
    micky maus

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  2. Wie Sie im Artikel lesen können, stammen lediglich 35 Prozent der Werksteile stammen vom Eta-Kaliber Unitas 6498. Die restlichen 65 Prozent entstehen bei Dornblüth in Handarbeit. Zudem gibt es Umbauten wie die Zentralsekunde, das Gesperr, die Schraubenunruh, die Schwanenhalsfeinregulierung, die Dreiviertelplatine und die verschraubten Goldchatons. Dann werden alle Teile von Hand verziert, was einen enormen Zeitaufwand bedeutet. Nach unserer Einschätzung ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Dornblüth sehr gut, was in der Uhrenwelt tatsächlich keine Selbstverständlichkeit darstellt. Zum Glück gibt es aber auch genügend Marken, bei denen man eine Uhr mit unbearbeitetem Unitas zu einem günstigen Preis bekommt.

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