Interview: Hublot-CEO Ricardo Guadalupe über die Neuheiten 2021

"Wegen Murakami standen die Menschen Schlange"

Hublot hat Ende Januar seine ersten Neuheiten für 2021 vorgestellt. Im Zentrum stehen Farben, Materialien und Mechanik sowie die Kooperation mit einem berühmten Künstler. Rüdiger Bucher sprach mit Hublot-CEO Ricardo Guadalupe.

Herr Guadalupe, wenn ich mir die Hublot-Neuheiten von 2021 anschaue, sticht eine besonders heraus: die Big Bang Tourbillon Automatic mit dem durchsichtigen orangefarbenen Saphirglasgehäuse. Wie viele Farben haben Sie bei diesem Material jetzt im Programm? Vor fünf Jahren ist es uns gelungen, Saphirglas als Material für unsere Gehäuse zu industrialisieren. Das erste Modell war 2016 kristallklar, also farblos. Danach haben wir fünf weitere Farben gebracht: Blau, Rot, Pink, Gelb sowie Schwarz.

Anzeige

Hublot: Big Bang Tourbillon Automatic Orange Sapphire
Hublot: Big Bang Tourbillon Automatic Orange Sapphire

Ist es schwierig, einen orangen Farbton hinzubekommen? Orange ist nicht schwerer zu realisieren als etwa Blau. Allerdings benötigen wir für jede neue Farbe eine recht lange Entwicklungszeit. Denn wir müssen das Rohmaterial ausgiebig darauf testen, dass am Ende der gewünschte Farbton herauskommt.

Wie lange brauchen Sie? Etwa anderthalb bis zwei Jahre.

Hublot-CEO Ricardo Guadalupe
Hublot-CEO Ricardo Guadalupe

Sie haben eigens für diese Uhr ein neues Tourbillonkaliber entwickelt. Da die Uhr durchsichtig ist, kann man das Werk von allen Seiten bewundern. Wir haben seit 2008 ein Tourbillonwerk mit Handaufzug im Programm. Unser Ziel war es, jetzt ein automatisch aufziehendes Tourbillon zu haben, das sich gleichzeitig in die Ästhetik der Uhr einfügt. Daher wollte ich einen Mikrorotor auf der Vorderseite, sodass er ein optisches Gegengewicht zum Tourbillon bildet. Damit entsteht eine reizvolle Symmetrie. Und die drei Werkbrücken bestehen ebenfalls aus Saphirglas, damit alles so transparent wie möglich ist.

Hublot: Big Bang Integral in blauer Keramik (22.700 Euro)
Hublot: Big Bang Integral in grauer Keramik (22.700 Euro)
Hublot: Big Bang Integral in weißer Keramik (22.700 Euro)

Vor einem Jahr haben Sie die erste Big Bang Integral vorgestellt – mit integriertem Band aus Titan, Gold oder Keramik. Jetzt gibt es drei neue Keramikfarben. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Modell? Bisher kennt man Hublot in erster Linie für seine Kautschukbänder. Aber 15 Jahre nach ihrer Einführung war die Big Bang reif genug für eine Uhr mit integriertem Metall- beziehungsweise Kautschukarmband. Wir haben versucht, ein Band zu entwerfen, das sich deutlich von anderen Marken abhebt, was nicht einfach ist. Und mit den neuen Varianten in grauer, weißer und blauer Keramik bieten wir etwas an, mit dem wir uns noch deutlicher vom Wettbewerb unterscheiden.

Takashi Murakami mit Hublot-CEO Ricardo Guadalupe
Takashi Murakami mit Hublot-CEO Ricardo Guadalupe

Mit dem bekannten japanischen Pop-Art-Künstler Takashi Murakami haben Sie eine bemerkenswerte Limited Edition kreiert. Wie kam es zu der Kooperation? Ich war auf ihn aufmerksam geworden, als er mit Louis Vuitton zusammenarbeitete. Die Chefin unserer japanischen Niederlassung kennt ihn persönlich und stellte den Kontakt her. Im Februar 2020 kam er zu uns in die Manufaktur in Nyon und dieser Besuch überzeugte ihn davon, mit uns ein Projekt zu starten. So kam es zu dem Modell mit seiner ikonischen lachenden Blume außen auf dem Deckglas und den sich drehenden Blütenblättern als Zifferblatt. Das gibt der Uhr eine faszinierende Lebendigkeit und Dreidimensionalität. An dem Tag, an dem wir die Uhr vorstellten, gab es bereits mehr Vorbestellungen als die 200 Exemplare, die wir fertigen. Vor unserer Boutique in Tokio bildete sich sogar eine Schlange, wie man sie sonst nur von Apple-Läden kennt.

Hublot: Classic Fusion Takashi Murakami All Black
Hublot: Classic Fusion Takashi Murakami All Black

Was mich überrascht hat, war, dass es sich um ein All-Black-Modell handelt. Denn Murakami arbeitet ja gern mit bunten Farben. Meide erste Idee war es auch, etwas Buntes zu machen, aber Murakami wollte etwas Schwarzes. Und das passt ebenfalls gut zu Hublot, denn seit 2006 haben wir die komplett schwarzen All-Black-Uhren im Programm. Aber da es sich um eine langfristige Partnerschaft mit Murakami handelt, gibt es noch genügend Spielraum für künftige Modelle. buc

[14279]

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren