Mister Tutima: Dieter Delecate

Die Lebensgeschichte von Tutima-Inhaber Dieter Delecate

 Redaktion
von Redaktion
am 26. Dezember 2017

Dieter Delecate ist der Mann, der Tutima gerettet und wieder neu aufgebaut hat. Die 1926 in Glashütte gegründete Uhrenmarke war nach Ende des Zweiten Weltkriegs im VEB Glashütter Uhrenbetriebe aufgegangen und hatte so aufgehört, als eigenständige Marke zu existieren.

Tutima ist sein Lebenswerk: Dieter Delecate
Tutima ist sein Lebenswerk: Dieter Delecate

1954 war Deutschland gerade Fußballweltmeister geworden, und die junge Bundesrepublik befand sich in einem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. In diesem Jahr machte sich ein junger Mann in Ganderkesee bei Bremen auf zu einem Bewerbungsgespräch bei einem lokalen Uhrenunternehmen. Er sprach mit dem Inhaber und bekam den Job. Er war 19 Jahre alt. Der Teenager war Dieter Delecate, und er arbeitet mittlerweile seit mehr als 63 Jahren in der Uhrenindustrie. 1960 gründete er die Dieter Delecate Uhrenfabrikation in Ganderkesee und erweckte die alte Glashütter Marke Tutima in Westdeutschland wieder zum Leben. Aus seinem Unternehmen wurde später die ­Tutima Uhrenfabrik GmbH. Delecate hat eine ganze Reihe für die Uhrenindustrie einschneidender Ereignisse miterlebt und mitgestaltet. Er war einer der ersten westlichen Uhrenproduzenten, die nach Hongkong gingen. Er gehörte zu den Pionieren der Mechanikrenaissance. Und 1990, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, war er einer der ersten westdeutschen Uhrenhersteller, die sich auf den Weg nach Glashütte machten. Delecate ist ein Mann, der lieber seine Uhren im Rampenlicht sieht als sich selbst. Doch vor Kurzem traf ich ihn und seine Kinder Jörg und Ute, die ebenfalls zum Management von Tutima gehören, zu einem langen Gespräch über die Jahre und Jahrzehnte, die aus Dieter Delecate Mr. Tutima machten.

Warum Tutima?

Der Mann, der Delecate 1954 einstellte, hieß Dr. Ernst Kurtz. Er war in den 1920er-Jahren Gründer und Chef der damals größten Uhrenfirma in Glashütte, UROFA-UFAG, und rief die Marke Tutima ins Leben.

Tutima-Gründer Ernst Kurtz
Tutima-Gründer Ernst Kurtz

Nach Glashütte kam der Jurist als Mitarbeiter einer sächsischen Bank mit dem Auftrag, der nach dem Ersten Weltkrieg notleidenden Glashütter Industrie neue Impulse zu ­geben. Und das gelang ihm: Er führte die maschinelle Produktion von Armbanduhren ein, wobei die Topmodelle den Namen „Tutima“ erhielten. In den Dreißigern beschäftigte die UROFA-UFAG bereits 1.000 Mitarbeiter in Glashütte.

Die UFAG in Glashütte in den 1930er Jahren
Die UFAG in Glashütte in den 1930er-Jahren

Der Zweite Weltkrieg allerdings zerstörte alles, was Kurtz aufgebaut hatte, einschließlich der Marke Tutima. Als am 8. Mai 1945, dem letzten Kriegstag, eine sowjetische Bombe die Uhrenproduktion in Glashütte in Schutt und Asche legte, floh Kurtz mit seinen Kollegen nach Memmelsdorf in Bayern und gründete eine kleine Uhrenfabrik, transferierte diese aber schon 1951 nach Ganderkesee bei Bremen. Dort fertigte er Armbanduhren in Tutima-Qualität mit dem Markenlogo „Kurtz“ und dem kursiv gesetzten Zusatz „Glashütter Tradition“ auf dem Zifferblatt. Kaum hatte Delecate 1954 bei Kurtz angefangen, nahm dieser ihn unter seine Fittiche. „Schon an meinem ersten Tag erzählte er mir von Glashütte und ­Tutima“, erinnert sich Delecate, der 1957 einen eigenen Uhrengroßhandel gründete.

Dieter Delecate in den 1960er Jahren
Dieter Delecate in den 1960er-Jahren

Bald musste er die bittere Erfahrung machen, dass er sich mit seinen Marken, zu denen auch die von Ernst Kurtz gehörte, nicht gegen die preiswerte Konkurrenz aus Pforzheim durchsetzen konnte. So erwarb er 1960 die Markenrechte an Tutima und startete die Tutima Uhrenfabrik GmbH in Ganderkesee. Dieses Unterfangen war nicht ohne Risiko, denn in der wirtschaftlich aufstrebenden Bundesrepublik kannte niemand den Namen Tutima. Selbst Delecates Mitarbeiter im Vertrieb verstanden seine Entscheidung nicht. Er aber blieb hartnäckig: „Das ist eine ­Glashütter Traditionsmarke. Sie hat eine Historie. Wir müssen sie nutzen.“ Mit einem Dutzend Uhrmacher, die Werke und Uhren zusammenbauen konnten, relaunchte Delecate Tutima, zuerst Damen-, dann Herrenuhren. Niemand freute sich darüber mehr als Kurtz. Delecate besitzt bis heute einen privaten Brief, in dem Kurtz schreibt: „Ich betrachte Dieter Delecate als meinen Nachfolger.“ „Dr. Kurtz war etwas überrascht“, erzählt Delecate. „Er schrieb an jemanden: ‚Delecate ist klüger als ich, denn er benutzt die Marke Tutima. Das ist ein großer Erfolg.‘ Aber da irrte er sich. Es war schwierig. Er hatte Recht gehabt damit, seine Zifferblätter mit ‚Glashütter Tradition‘ zu bedrucken.“

Familie Delecate Tutima
Familienunternehmen: Heute führt Dieter Delecate Tutima zusammen mit seinen Kindern Jörg und Ute Delecate
[Foto: Juergen Jeibmann]

Beim Start gab es viele Probleme, zum Beispiel die Beschaffung von Teilen für die Werkefertigung. Damals konnte man keine kompletten Werke kaufen. Aber die Pforzheimer Zulieferer machten Delecate das Leben schwer: „Die Pforzheimer sahen uns Norddeutsche als Konkurrenten und hatten keine große Lust, uns zu beliefern.“ Also kaufte er in Frankreich ein. Zur gleichen Zeit erwuchs dem klassischen Uhrenfachhandel in Deutschland eine neuartige Konkurrenz in Gestalt der Kaufhäuser. Doch sie waren für eine mittelpreisige Marke wie Tutima tabu, weil die Juweliere jede Marke boykottierten, die versuchte, die Kaufhäuser zu beliefern. „Es war wirklich schwer für uns“, sagt Delecate. „Doch 1969 las ich irgendwo, dass in Hongkong Uhrengehäuse und -zifferblätter gefertigt werden.“ Und Delecate fuhr hin.

Tutima und Hongkong

Als er in Hongkong einen Uhrengehäusehersteller besuchte, sah er, dass er nicht als Erster auf die Idee mit Hongkong gekommen war: Dort stapelten sich bereits Kartons, die an eine damals wohlbekannte Pforzheimer Marke adressiert waren. Das bestätigte Delecate in ­seinem Vorhaben, und er bestellte auf der Stelle 8.000 Edelstahlgehäuse sowie Zifferblätter. Nun, da Delecate preisgünstige, aber qualitativ gute Komponenten aus Fernost bezog – für die Werke kaufte er nach wie vor Teile aus Frankreich – nahm Tutima langsam Fahrt auf. Und auch mit den Kaufhäusern kam er nun ins Geschäft, wenngleich nicht mit Tutima: Er belieferte Karstadt mit Private-Label-Uhren, deren ­Zifferblätter mit verschiedenen Hausmarken bedruckt waren. 25 Jahre lang blieb er einer von Karstadts wichtigsten Uhrenlieferanten.
In der Zwischenzeit baute er Tutimas Image als Marke für robuste, sportliche Uhren aus. Sein Sohn Jörg erinnerte sich, wie er 1973, als neunjähriger Schüler, seine Uhr beim Schwimmunterricht anließ: „Ich hatte eine richtige Sportuhr, eine mechanische Tutima-Taucheruhr mit Drehlünette, Leuchtindexen und Gummiband. Ich trug als Einziger meine Uhr im Becken. Die anderen, auch der Lehrer, sagten: ‚Du hast noch deine Uhr an!‘ Und ich entgegnete: ‚Klar, sie ist ja wasserdicht!‘ Das war damals sehr ungewöhnlich. Mein Vater machte bereits viele richtig widerstandsfähige Uhren.“

Tutima Digital Quartz-1970er-Jahre
Tutima: Digital Quartz Multifunktionsuhr aus den 1970er Jahren

Durch die Quarzkrise der Siebziger steuerte Dieter Delecate sehr geschickt. Inzwischen kannte er die ostasiatischen Uhrenzentren sehr gut. Er konzentrierte sich bei Tutima ganz auf Quarzuhren, gab aber bald die Digitaluhren auf und begann, qualitative Quarz-Analoguhren in Ganderkesee zu produzieren, mit Werken aus der Schweiz und weiteren Komponenten aus Asien. Doch warum sollte er den Großteil der Einzelteile nach Deutschland transportieren, wenn er sie viel einfacher in Hongkong selbst zusammenbauen könnte? So gründete er 1979 seine eigene Quarzuhrenfirma in Hongkong, die Tutima Hong Kong Ltd., und zog drei Jahre später selbst dorthin; seitdem lebt und arbeitet er sowohl an seinem Hauptwohnsitz in Hongkong als auch in Deutschland. 2002 gründete er mit großem Erfolg die Marke Boccia Titanium, modische Quarzuhren, die er in seiner Hongkonger Fabrik herstellt. Übrigens gehört auch Angela Merkel zu den Trägern der Marke.

Der Tutima NATO Chrono

Anfang der achtziger Jahre schrieb die Bundeswehr einen offiziellen Chronographen für die Luftwaffe aus. Die Uhr sollte ein mechanisches Werk besitzen, da man einer Quarzuhr nicht ansah, wann ihre Batterie leer sein würde. Tutima bewarb sich und konzipierte die gewünschten großflächigen, ins Gehäuse integrierten Chronographendrücker. Weitere Anforderungen waren ein zentraler Minutenzeiger mit einer roten Spitze in Flugzeugform, ein ebenfalls roter Sekundenstoppzeiger, ein Zwölf-Stunden-Zähler und eine 24-Stunden-Anzeige. das Stahlgehäuse war 14,5 Millimeter dick und sollte das Werk vor Magnetfeldern bis 1.000 Oersted sowie Schlägen bis sieben g schützen. ­Angetrieben wurde die Uhr vom Lemania-Kaliber 5100.

Tutima: NATO Chrono von 1985
Tutima: NATO Chrono von 1985

Nach ausgiebigen Tests durch die Bundeswehr erhielt Tutima den Zuschlag, wozu gerade auch Delecates spezielle Drücker beitrugen. Die Uhren, die er an die Bundeswehr lieferte, trugen die NATO-Nummer 6645-12-194-8642. 1985 brachte Delecate das Modell auch auf den zivilen Markt. Das war allerdings noch etwas früh für eine so dicke Uhr, denn Mitte der Achtziger waren vor allem flache Quarzuhren aus Japan angesagt. Doch Delecate besaß den richtigen Instinkt. Obwohl der Erfolg auf sich warten ließ und auch seine Außendienstler ihn für unverkäuflich ansahen, hielt er am NATO Chrono fest und baute die Kollektion mit der Zeit sogar aus. Bis zum heutigen Tag gehört der Chronograph zur Standardausrüstung der Bundeswehr, die in Norddeutschland zwei Werkstätten zur Reparatur dieser Uhren unterhält.

Bundeswehrpilot mit Tutima NATO Chrono
Bundeswehrpilot mit Tutima NATO Chrono

Mitte der Achtziger war der NATO Chrono seiner Zeit voraus. Aber er nahm bereits die Trends vorweg, die die Uhrenszene in den Neunzigern bestimmen sollten: mechanische Uhren und vor allem Chronographen und Fliegeruhren. Und mit dem NATO Chrono verband Delecate sogar erstmals die wiedergegründete Tutima mit den Themen Glashütte und Fliegerei. In einer Werbebroschüre für die Uhr bildete Delecate 1989 den Tutima Fliegerchronographen von 1941 ab, den Ernst Kurtz für die Luftwaffe produziert hatte. Im Text hieß es: „Deutschlands erster Armbandchronograph war eine Tutima. Dieser Tutima Fliegerchronograph wurde Anfang der 1940er-Jahre in Glashütte entwickelt und gehörte zur Standardausrüstung der damaligen Luftwaffe.“ Jörg Delecate erinnert sich an die positiven Reaktionen auf diese Broschüre: „Die Leute sagten: ‚Was für eine schöne Uhr! Wenn Sie so eine wieder herstellen, kaufe ich sie sofort!‘ “

Tutima und Glashütte

Der Fall der Berliner Mauer im Herbst 1989 brachte es mit sich, dass Delecate sich einen lang gehegten Traum erfüllen konnte: Er fuhr bald danach von Ganderkesee nach Glashütte, um den Ursprungsort Tutimas zu besuchen. Delecate wollte Kurtz mitnehmen, doch der musste wegen Krankheit absagen, verwies den Tutima-Chef aber an einen seiner alten Freunde aus Glashütter Tagen, Peter Schöne. Delecate: „Ich ging als Erstes zu Schöne und überreichte ihm einen Brief mit den Grüßen von Dr. Kurtz. Wir sprachen lange miteinander. Er war es, der mir meinen ersten Eindruck von Glashütte vermittelte.“ Das Einzige, was vor Ort noch an Tutima erinnerte, war das alte UFAG-Gebäude, in dem die Tutima-Uhren produziert worden waren. Es stand mehrere Jahre zum Verkauf, wurde aber schließlich abgerissen.

Tutima: Fliegerchronograph aus den 1940er Jahren
Tutima: Fliegerchronograph aus den 1940er-Jahren

Delecate lotete die Chancen aus, Tutima wieder nach Glashütte zu bringen. Er traf sich mehrmals mit der Leitung des VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB), aber „es war zu früh, und es war nicht einfach. Ich hatte meine Leute in Ganderkesee, und hier war ein Unternehmen nach kommunistischem Modell mit 2.000 Mitarbeitern.“ Eines Tages rief Hans-Jürgen Mühle, der 1994 sein eigenes Familienunternehmen wieder gründen sollte, Delecate an und erzählte ihm, dass die VDO, der damals IWC und Jaeger-LeCoultre gehörten, vorhatte, die Marke A. Lange & Söhne wiederzubeleben, zusammen mit Walter Lange, dem Urenkel von Ferdinand Adolph Lange. Das neue Unternehmen sollte von Günter Blümlein, dem deutschen Chef von IWC und Jaeger-LeCoultre, geführt werden. „Ich dachte: Oh Gott, was soll ich tun?“, erinnert sich Delecate. „Da war ein Konzern, der große Pläne hatte. Ich musste meinen Plan, mit Tutima nach Glashütte zu gehen, überdenken. Und ich ging nicht.“ Vorerst. Doch der Gedanke blieb, wie auch Jörg Delecate bestätigt: „Uns war klar, dass Tutima nach Glashütte gehört.“

Tutima: Dieter Delecate
Dieter Delecate: “Uns war klar, dass Tutima nach Glashütte gehört”
[Foto: Juergen Jeibmann]

Der Tutima Fliegerchronograph

In der Zwischenzeit lancierte Delecate den Fliegerchronographen von 1941 neu. Auch das war alles andere als einfach: Das originale Urofa-Kaliber 59 gab es längst nicht mehr. Stattdessen nahm sich Delecates Team das Valjoux-Chronographenwerk 7760 mit Handaufzug vor und modifizierte es, indem es den Zwölf-Stunden-Zähler wie beim Vorbild wegließ. Obwohl das Valjoux 7760 mit 13 Linien kleiner war als das 15-linige Urofa 59, sah der neue Flieger Klassik Chronograph, den Tutima 1994 vorstellte, dem Original täuschend ähnlich. Diesmal stellte sich der Erfolg sofort ein, und die Uhr wurde zum Liebling der Presse. Ute Delecate: „Damals wurde viel über das Comeback der Mechanik geschrieben. Und immer nahm man unseren Chronographen als ­Beispiel.“ Der Fliegerchronograph avancierte zum Gesicht Tutimas. Und Delecate baute die Linie aus: Es folgten die Fliegerchronographen F2 (mit dem automatischen Chronographenkaliber Valjoux 7750 sowie drei Hilfszifferblättern) und F3 (mit Lemania 5100), außerdem gab es Nichtchronographen wie die Flieger Automatik und die Flieger GMT.

Rückkehr nach Glashütte

In den Folgejahren reiste die Familie Delecate immer wieder nach Glashütte und wurden Zeuge, wie das Erzgebirgsstädtchen Schritt für Schritt seinen Status als das deutsche Zentrum für hochwertige Mechanikuhren zurückerlangte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie selbst Tutima wieder nach Glashütte bringen würden. Bei einem Besuch im Jahr 2005 fuhr sie ein Immobilienmakler durch die Stadt. Dabei passierten sie ein Gebäude in der Nähe des Bahnhofs mit einem großen Schild, auf dem stand: „Ich könnte Ihnen gehören!“ Delecate kaufte das Haus. 2008 gab es dort bereits 20 Beschäftigte. Und am 12. Mai 2011 eröffnete Delecate offiziell das neue Tutima-Manufakturgebäude in Glashütte.

Die heutige Tutima-Manufaktur in Glashütte
Die heutige Tutima-Manufaktur in Glashütte

Zu diesem Anlass präsentierte er auch die erste Armbanduhr mit Minutenrepetition in der Geschichte der deutschen Uhrmacherei. Das Handaufzugskaliber 800, das aus mehr als 550 Einzelteilen besteht, wurde bereits in der neuen Manufaktur entwickelt und hergestellt. Delecate wollte, dass die erste in Glashütte gefertigte Tutima der Neuzeit der Geschichte der Stadt als „deutsches Uhrenmekka“ gewidmet sein sollte. Insgesamt produzierte man 25 Stück, 20 Exemplare in Roségold und fünf in Platin. Seither hat Delecate die gesamte Uhrenfertigung Tutimas nach Glashütte verlegt und dort eine zweite Produktionsstätte errichtet. Nur ein kleiner technischer Stab ist in Ganderkesee verblieben. Heute gibt es vier neue Kollektionen „Made in Glashütte“, alle mit Werken, die entweder komplett in der Manufaktur entstanden sind oder dort modifiziert wurden.

Tutima: Saxon One Chronograph
Tutima: Saxon One Chronograph

Die Linie Saxon One besteht aus sportlich-eleganten Uhren und reicht vom Automatikmodell mit Eta-Basiskaliber (ab 1.590 Euro) bis zum Chronographen mit umgebautem Valjoux 7750 (Kaliber 521, zentraler Minutenzähler, 4.900 Euro). Die Linie M2 ist Tutimas Neuinterpretation des Bundeswehrchronographen (4.500 bis 5.200 Euro), ebenfalls mit Kaliber 521, daneben gibt es mit der M2 Seven Seas eine Taucheruhr mit schwarzem und blauem Zifferblatt (ab 1.670 Euro).

Tutima: M2
Tutima: M2

Die Serie Grand Flieger wiederum bezieht sich auf den historischen Fliegerchronographen von 1941, mit größeren Gehäusen von 43 Millimetern Durchmesser sowohl für die Chronographen (mit Basiskaliber Valjoux 7750) als auch für die Automatikuhren (Basis Eta 2836). Dabei unterteilt sich die Serie Grand Flieger in die Unterformen Classic mit Vintage-Optik und die modernere Airport. Die Preise reichen von 1.900 bis 4.200 Euro.

Tutima: Grand Flieger Classic Chronograph
Tutima: Grand Flieger Classic Chronograph

Dazu gibt es die Roségoldmodelle. Nach der oben erwähnten limitierten Minutenrepetition „Hommage“ steht hier die Linie Patria im Zentrum, die es als elegante Dreizeigeruhr oder mit der Zusatzfunktion einer zweiten Zeitzone gibt. Für diese Uhren verwendet Tutima seine Manufakturkaliber 617 beziehungsweise 619 mit Handaufzug; das Kaliber 617 ist dabei das Basiskaliber der Hommage. 2017, zum 90. Geburtstag der Marke, präsentierte Tutima, ebenfalls in Roségold, den Chronographen Tempostopp. Mit ihm schließt sich gewissermaßen der Kreis, denn sein in der Manufaktur konstruiertes, gefertigtes und finissiertes Kaliber T659 mit 236 Bestandteilen ist eine Reminiszenz an das historische Chronographenkaliber 59 von Tutima, das eine Flyback-Funktion besaß – damals „Tempostopp“ genannt.

Die Tutima Tempostopp ist mit dem Manufakturkaliber T659 ausgestattet. Der Handaufzugschronograph besitzt eine Flyback-Funktion.
Die Tutima Tempostopp ist mit dem Manufakturkaliber T659 ausgestattet. Der Handaufzugschronograph besitzt eine Flyback-Funktion.

Dem Jubiläum entsprechend ist die Uhr auf 90 Exemplare limitiert und sowohl mit arabischen Ziffern als auch mit Indexen für je 28.600 Euro erhältlich. Produkte wie dieses zeigen, wozu Tutima 2017 (und in Zukunft) in der Lage ist. Mit der Rückkehr nach Glashütte begann ein neues, spannendes Kapitel für Tutima als Manufaktur. Als ich Delecate frage, ob er nach seiner langen Karriere und der erfolgreichen Rückkehr nach Glashütte schon einen Gedanken an seinen Ruhestand verschwendet habe, schaut er mich verständnislos an und sagt: „Ist das ein Witz?“

Text: Joe Thompson

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